5. Februar 2016, 08:54

Nebenwerte: Viel Potenzial auf der unteren Sprosse der Börsenleiter

Stéphanie Bobtcheff, Fondsmanagerin der europäischen Nebenwerte-Fonds Echiquier Agenor und Echiquier Entrepreneurs von La Financière de l’Echiquier, sieht eine deutliche Ausweitung des Small- und Mid-Cap-Segments. 

St Phanie-Bobtcheff HD-Kopie in Nebenwerte: Viel Potenzial auf der unteren Sprosse der Börsenleiter

Stéphanie Bobtcheff, La Financière de l’Echiquier: “Europäische Small- und Mid-Caps haben im vergangenen Jahr eine beeindruckende Performance gezeigt.” 

Die ersten Börsenwochen im Jahr 2016 und die hohen Kursverluste lassen viele Anleger ratlos zurück. Der grassierenden Unsicherheit im Hinblick auf die volkswirtschaftliche Entwicklung in China und anderen Risiken stehen in Europa gesunde Unternehmensbilanzen und robuste Gewinne gegenüber. Die Situation ist verzwickt: Die fallenden Kurse sind nicht durch die fundamentalen Daten aus den Firmen gedeckt. Der Dax verlor seit Jahresbeginn circa 9 Prozent, MDax und SDax liegen bis dato bei minus 6 bzw. minus 7,5 Prozent. Bereits im vergangenen Jahr haben sich Small und Mid-Caps in den turbulenten Sommermonaten sehr stabil gezeigt und dem Abwärtstrend des Marktes teilweise entziehen können. Ein wesentlicher Grund ist das geringe Exposure der kleinen und mittleren Unternehmen in Schwellenländern.

Doch nicht nur die Heimatnähe kam europäischen Nebenwerten zugute, sondern auch ihre limitierte Liquidität. Aus diesem Grund gibt es nur wenige ETF-Produkte auf Small- und Mid-Caps, die bei fallenden Märkten unter Verkaufsdruck geraten und damit den Trend verstärken. Ist für Anleger in der jetzigen Börsenlage also das sogenannte Small- und Mid-Cap-Segment die bessere Alternative?

Small- und Mid-Caps mit deutlich besserer Performance als Standardwerte

In der Tat, europäische Small- und Mid-Caps haben im vergangenen Jahr eine beeindruckende Performance gezeigt und die Wertentwicklung der sogenannten Blue Chips in den Schatten gestellt. In einem volatilen Marktumfeld konnten europäische Standardwerte auf das Jahr gesehen zwar immerhin 9,4 Prozent zulegen. Demgegenüber erreichten Mid-Caps jedoch im Schnitt ein Plus von 17,9 Prozent und Small-Caps sogar 24,9 Prozent Wertzuwachs. Attraktive Bewertungen und starkes Wachstum bei den Gewinnen pro Aktie waren die wesentlichen Treiber.

Die Tatsache, dass Small- und Mid-Caps ihre eigene Wachstumsstory aufweisen und kaum an den Schwellenländern hängen, dürfte dieser Aktienkategorie auch in 2016 zugute kommen. Insbesondere die fundamentale Analyse fördert vielversprechende Ergebnisse zutage: Die Gewinne pro Aktie sollten auch in 2016 nach oben zeigen und wesentlicher Kurstreiber der Nebenwerte sein. Dies wirkt sich auch in fallenden Märkten wie ein Bremsschirm aus: Wenngleich sich auch Small- und Mid-Caps dem negativen Markttrend seit Jahresbeginn nicht entziehen konnten, fielen die Kursverluste weniger stark aus.

Seite zwei: Rückschläge sind Nachkaufchance

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