17. Februar 2016, 12:00

Warum ETFs auch schwierig sind

Der Exchange Traded Fund (ETF) schien für mich bisher die Rettung für aufgeklärte Anleger zu sein. Die Produktlobby der Finanzindustrie ist jedoch unvorstellbar erfinderisch darin, die eigene Ertragslage zu verbessern und Produkte bis zur Unkenntlichkeit zu verpacken.

Gastbeitrag von Frerk Frommholz, Finanzberatung Frommholz

Warum ETFs auch schwierig sind

Frerk Frommholz: “Ein synthetischer ETF impliziert einem Verbraucher zunächst, er sei ebenso wie alle anderen ETF eine mehr oder weniger genaue Abbildung eines Index, sagen wir des Dax. In einem solchen synthetischen ETF finden sich aber keine Aktien von Continental, Daimler oder BASF.”

Der Exchange Traded Fund schien für mich bisher die Rettung für alle verständigen Anleger, die begreifen, dass Fondsmanager und sonstige Marktbeobachter die Zukunft nicht vorhersehen können. ETF bilden Märkte ab und sollen dafür sorgen, langfristige Marktentwicklungen für das eigene Depot nutzbar zu machen. So lässt sich beispielsweise ein ETF auf den Dax oder den Weltindex MSCI-World kaufen.

Aktienmärkte liefern den Anlegern eine Prämie für das eingegangene Risiko, die je nach Berechnungszeitraum acht bis zehn Prozent p.a. beträgt. Voraussetzung ist jedoch, dass man breit diversifiziert anlegt. Die Erkenntnis, dass ein zeitlich selektives Handeln genauso wenig wie das, wie auch immer begründete, Auswählen bestimmter Papiere im Sinne einer langfristig, robusten Renditeerwartung bringt, ist bei diesen Anlegern längst angekommen.

Synthetische ETF – kein Daimler im Dax

Darum wird sich der Siegeszug der Indexfonds bei aufgeklärten Anlegern fortsetzen. Ein tolles Prinzip – wäre da nicht die Produktlobby der Finanzindustrie, die unvorstellbar erfinderisch ist, die eigene Ertragslage zu verbessern und Produkte bis zur Unkenntlichkeit zu verpacken.

Synthetisch klingt in meinen Ohren wie künstlich oder unwirklich. Ein synthetischer ETF impliziert einem Verbraucher zunächst, er sei ebenso wie alle anderen ETF eine mehr oder weniger genaue Abbildung eines Index, sagen wir des Dax. In einem solchen synthetischen ETF finden sich aber keine Aktien von Continental, Daimler oder BASF.

Seite zwei: Von Zeit zu Zeit müssen Indexfonds angepasst werden

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1 Kommentar

  1. Ich würde synthetische ETFs trotz des Kontrahentenrisikos nicht einfach verteufeln, schließlich sind die Transaktionskosten geringer als bei den physisch replizierenden ETFs, die quasi tägliche Anpassungen vornehmen müssen. Der wichtigste Nachteil der physisch Replizierenden sind die Steuern. Im übrigen verstehe ich die Hype für ETFs sowieso nicht – mit Ausnahme des DAX handelt es sich bei allen Indices um Preisindices. Wo also bleiben die Dividenden? Es ist also wie immer bei Finanzprodukten: Auf die Mischung kommt es für das Kundenportfolio an.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 19. Februar 2016 @ 16:08

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