11. Januar 2016, 11:28

BGH-Urteil: Trottel-Option mit Tücken

Unerfahrene Anwälte können für Fondsanleger in Zusammenhang mit Mahnbescheiden zur Hemmung der Verjährung tatsächlich von Vorteil sein. Der Löwer-Kommentar

BGH-Urteil: Trottel-Option mit Tücken

“Ein Fondsanleger muss nach einer erfolgreichen Schadenersatzklage den Fondsanteil auf den Beklagten übertragen.”

Nach dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) führt die fehlende Sachkenntnis eines Anwalts unter Umständen tatsächlich dazu, dass bei einer Fondsbeteiligung ein gerichtlicher Mahnbescheid die Verjährung von Schadenersatzansprüchen wirksam gehemmt hat (III ZR 128/14).

Grundsätzlich hatte der BGH im vergangenen Juli gegenteilig entschieden und damit eine Vielzahl von Schadenersatzprozessen abrupt beendet (III ZR 238/14). Bei Fondsbeteiligungen sei der Weg über ein Mahnverfahren zur Verjährungshemmung “von Gesetzes wegen versperrt”, so die Richter damals.

Offene Frage nun beantwortet

Eine Frage allerdings hatten sie offen gelassen: Unter welchen Voraussetzungen können Anwälte sich mit Unkenntnis herausreden? Die Antwort, die der BGH in dem neuen Urteil gibt, dürfte manche Anleger wieder hoffen lassen. Ihre Anwälte hingegen kann die Entscheidung in ziemliche Verlegenheit bringen.

Der Hintergrund ist etwas kompliziert: Grundsätzlich kann ein Mahnbescheid die Verjährung von Ansprüchen um bis zu sechs Monate hinausschieben. Ausgestellt wird ein solcher Bescheid aber nur, wenn der Antragsteller versichert, dass seine Forderung nicht von einer Gegenleistung seinerseits abhängt, die er erst noch erbringen muss.

Ein Fondsanleger muss nach einer erfolgreichen Schadenersatzklage jedoch den Fondsanteil auf den Beklagten übertragen. Diese Übertragung “Zug um Zug” wertete der BGH im Juli als Gegenleistung, die noch nicht erbracht wurde. Ein Mahnbescheid kann bei einer Fondsbeteiligung also nur mit einer falschen Angabe erlangt worden sein, so die Logik.

Seite zwei: Es gibt die Trottel-Option wirklich

Weiter lesen: 1 2 3


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Sachwertanlagen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien


Ab dem 19. Mai im Handel.

Rendite+ 2/2016 "Altersvorsorge"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds- und Indexpolicen – Dividendenfonds – Zinshäuser – Robo-Advisors


Ab dem 12. Mai im Handel.

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Die Bayerische bringt neue Komposit-Police

Die Versicherungsgruppe die Bayerische bringt eine neuartige Komposit-Bündelpolice an den Markt. Die “Meine-eine-Police” deckt bis zu sieben Bereiche ab und arbeitet nach dem Prinzip der Allgefahren-Deckung. Das heißt: Was in den Bedingungen nicht ausdrücklich anders geregelt ist, ist grundsätzlich mitversichert.

mehr ...

Immobilien

LBS-Kaufpreisspiegel Berlin: Kaufen ist günstiger als Mieten

Im Durchschnitt verteuerten sich die Preise für gebrauchte Berliner Eigentumswohnungen seit 2013 um neun Prozent pro Jahr. Wohnungskäufer können jedoch vom günstigen Zinsniveau profitieren. Das ist ein Ergebnis des LBS-Kaufpreisspiegels.

mehr ...

Investmentfonds

Stehen Lokalwährungsanleihen aus Emerging Markets vor einem Comeback?

Bei Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern war lange Zeit Vorsicht angeraten. Doch mittlerweile beurteilt der  Robeco das Segment optimistischer. Gastkommentar von Kommer van Trigt, Robeco.

mehr ...

Berater

Leads: Harter Wettbewerb

Die Regulierungen der letzten Jahren haben im Leadsmarkt ihre Spuren hinterlassen – die Zahl der Leadsanbieter hat sich deutlich reduziert. Gleichzeitig hat sich die Nachfrage verändert und ehemals lukrative Segmente sind zu Ladenhütern mutiert.

mehr ...

Sachwertanlagen

Europäische Werften bekommen mehr Aufträge als Asiaten

Die europäischen Werften haben überraschend in den ersten drei Monaten des Jahres mehr Aufträge bekommen als ihre Konkurrenten aus Asien.

mehr ...

Recht

S&K-Prozess: Erstes Geständnis

Im Prozess um millionenschwere Betrügereien des Immobilienunternehmens S&K hat einer der sechs Angeklagten ein Geständnis abgelegt. Der 50-jährige ehemalige Geschäftsführer einer Fondsgesellschaft von S&K erklärte vor dem Frankfurter Landgericht, dass er Ungereimtheiten bei den Fonds ignoriert habe, um sein Gehalt nicht zu gefährden.

mehr ...