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11. Januar 2012, 12:43
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Jeder zweite Versicherer hat Strategie bei Staatspleiten in der Schublade

Der Finanzvorstand der Gothaer Versicherung, Jürgen Meisch, sagte im Dezember, als Versicherer könne man das Szenario eines Euro-Zerfalls „nicht wirksam abbilden“. Und dennoch: Bei 54 Prozent der Versicherer gibt es Strategien, falls Staatspleiten eintreten, so eine Studie.

Schublade-127x150 in Jeder zweite Versicherer hat Strategie bei Staatspleiten in der Schublade Auf der Liste der Gefährdungen, auf die sich die Assekuranz vorbereitet, steht nur das Auftreten von Pandemien noch vor den Schreckens-Szenarien einer Währungskrise oder dem Bankrott von Staaten (siehe Grafik). Drei Viertel der Versicherer im deutschsprachigen Raum (74 Prozent) haben Vorkehrungen getroffen, um sich für eine massive Erkrankungswelle unter ihren Mitarbeitern zu wappnen. Das hat die Studie „Vertriebsmonitor für die Assekuranz“ ergeben, den der Deutscher Ring Krankenversicherungsverein in Zusammenarbeit mit dem Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen erstellt hat. Insgesamt wurden 286 Fach- und Führungskräfte aus der Assekuranz in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

Auf schärfere Regulierungsvorschriften, wie etwa die Anfang 2013 in Kraft tretenden Eigenkapitalregeln Solvency II, die zu einer besseren Risikoeinschätzung führen sollen, bereiten sich 45 Prozent der Versicherer mit speziellen Maßnahmen vor, so die Studie.

An vierter Stelle der Gefährdungsskala rangieren Umweltkatastrophen mit 40 Prozent. Kaum weniger Befragte (38 Prozent) sorgen sich um schwankende Konjunkturzyklen. Über das Internet verübte Straftaten (Cyber-Crime) werden an sechster Stelle genannt (35 Prozent). Den möglichen Wegfall von Geschäftsfeldern beurteilt knapp ein Drittel der Befragten als Gefahr, auf die es sich vorzubereiten gilt. Ebenso kritisch wird laut Studienmacher ein Umbau sozialer Sicherungssysteme oder die Organisierte Kriminalität gesehen.

Insgesamt 23 Prozent der Befragten erachten Engpässe in der Versorgung oder Stromausfälle als Risiko, 19 Prozent Kriege oder Unruhen. Für lediglich 14 Prozent der Versicherungsfachleute stellt Terrorismus eine Gefährdung dar. Auch mögliche politische Unruhen oder einen Unfall durch neue Technologien (je acht Prozent) beunruhigen die Assekuranz offenbar kaum.

Versicherer in Deutschland haben laut Studie deutlich mehr Strategien oder Vorkehrungen zu Konjunkturzyklen, aber auch im Falle von Krieg oder Terrorismus, getroffen. Für die Schweiz stehen dagegen Pandemien, Währungskrisen und Staatsbankrott sowie verschärfte Regulierungen stärker im Vordergrund. (lk)

Für welche der folgenden möglichen Ereignisse bestehen in Ihrem Unternehmen besondere Strategien / wurden Vorkehrungen getroffen?

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Grafik: Deutscher Ring Krankenversicherungsverein, Universität St. Gallen

Foto: Shutterstock

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