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8. Januar 2013, 16:24
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Chance-Risiko-Profile: ITA-Chef fordert mehr Bedenkzeit

Die Chance-Risiko-Profile, die laut Bundesregierung künftig für mehr Transparenz in der geförderten Altersvorsorge sorgen sollen, könnten das Gegenteil bewirken. Zu dieser Einschätzung kommt Dr. Mark Ortmann, Chef des Instituts für Transparenz in der Altersvor­sorge (ITA).

Ortmann äußert Kritik an den vorgesehenen Chance-Risiko-Profilen

Dr. Mark Ortmann, ITA

Im Gespräch mit dem Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) in Berlin hat Ortmann dazu geraten, “mit etwas mehr Zeit über den Einsatz der Chance-Risiko-Profile nachzudenken”, wie sie derzeit im Entwurf des Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes vorgesehen sind.

Tarife auf neue Profile optimiert

Nach Meinung Ortmanns hätten etliche Produktentwickler von Versicherern bereits angekündigt, ihre Tarife für die Profile zu optimieren, ohne dass dadurch, so der ITA-Chef, Qualitätsverbesserungen erreicht würden. “Bislang sind die Tarife auf die Modellrechnungen zugeschnitten worden, künftig könnten die Chance-Risiko-Profile diese missliche Rolle einnehmen”, warnte Ortmann gegenüber dem DIA, das aus dem Gespräch zitierte.

Zudem hege der ITA-Chef Zweifel, ob die Bedeutung der in den Profilen enthaltenen Prozentzahlen von den Riester-Sparern tatsächlich verstanden würden: „Prozentgrößen können sich viele ohnehin nur schwer vorstellen. Hier werden aber gleich zwei für eine Aussage gekoppelt.“

Ortmann befürwortet PIB ohne Chance-Risiko-Profile

Ortmann schlägt deshalb vor, die neuen Produktinformationsblätter (PIB) zunächst ohne die Chance-Risiko-Profile einzuführen, damit “keine neuen Missverständnisse” entstehen. Bei den Profilen handelt es sich laut Ortmann nicht um echte Wahrscheinlichkeiten, mit denen bestimmte Renditen erreicht werden, sondern nur um Häufigkeitsverteilungen auf der Grundlage von getroffenen Annahmen. Das sei den meisten Sparern nicht klar, so der ITA-Chef.

Gleichwohl sei das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz insgesamt ein Quantensprung in punkto Transparenzverbesserung, so der Institutsleiter, weil damit ein für alle verbindliches Produktinforma­tionsblatt vorgeschrieben werde. (lk)

Foto: ITA

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