16. Dezember 2013, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Maklerberuf: Eine Branche versucht, sich zu verjüngen

Zukunft hat eine Branche nur mit ausreichend Nachwuchs. Dieser lässt sich nur gewinnen und binden, wenn man ihm eine Zukunft bietet. Cash. hat mit Verbänden, Maklerpools und Vertrieben über den Nachwuchsmangel, dessen Ursachen und mögliche Lösungen gesprochen.

Maklerberuf

Sebastian Grabmaier, Jung, DMS & Cie.: “Schlechtes Image, mangelnde Kenntnisse über das Berufsbild und unzureichende Einstiegsangebote tragen sicher zum Nachwuchsmangel bei.”

Als Bundeskanzler setzte Konrad Adenauer (CDU) im Jahr 1957 – gegen den Rat seines Parteigenossen und Wirtschaftsministers Ludwig Erhard – die Umstellung der gesetzlichen Rentenversicherung auf eine Umlagefinanzierung durch. Erhard befand das geplante Umlageverfahren für nicht zukunftsfähig.

“Kinder kriegen die Leute immer”

Auf die Warnungen seines Wirtschaftsministers soll Adenauer mit der Aussage “Kinder kriegen die Leute immer” reagiert haben. In der Retrospektive erscheint der saloppe Hinweis Adenauers geradezu naiv. Beschäftigt doch heute, über fünfzig Jahre später, kaum ein Thema hierzulande Gesellschaft und Politik mehr, als die Folgen des demografischen Wandels.

Das Zusammenwirken von Geburtenrückgang und steigender Lebenserwartung wirkt sich auf die Finanzbranche gleich doppelt aus. Einerseits müssen die Menschen aufgrund der mangelhaften staatlichen Versorgung im Alter auf private Absicherung setzen, was die Nachfrage positiv beeinflusst.

Andererseits fehlt es infolge der gesellschaftlichen Entwicklung auch der Finanzbranche, vor allem innerhalb der Beraterschaft, an Nachwuchs.

Branche muss aktiv werden

Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Smart Compagnie aus dem Jahr 2011 liegt das Durchschnittsalter von Maklern und Mehrfachagenten bei rund 49 Jahren. Die Quote der Makler, die Älter als 50 Jahre sind, liegt demnach bei 40 Prozent.

Die von Cash. exklusiv hierzu befragten Vertriebe, Pools und Verbände bestätigen diese Altersstruktur. “Im 6. AfW-Vermittlerbarometer haben über 40 Prozent der Vermittler angegeben, dass sie noch mehr als 15 Jahre in der Branche tätig sein wollen”, berichtet Frank Rottenbacher, Vorstand der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. (AfW). “Beide Zahlen sind besorgniserregend. Sie zeigen die Dringlichkeit auf, mit der sich alle Marktteilnehmer über Personalrekrutierung und -entwicklung Gedanken machen müssen.”

Bei den Vertrieben und Maklerpools liegt der Altersdurchschnitt laut Cash.-Befragung zwischen 40 und 50 Jahren. Die Beraterschaft muss sich also langfristig verjüngen. Laut einer weiteren Umfrage der Smart Compagnie unter Studierenden aus dem vergangenen Jahr, können sich 70 Prozent der Befragten vorstellen, im Laufe ihres Berufslebens beratend beziehungsweise verkaufend tätig zu sein, doch können sich lediglich 20 Prozent eine Tätigkeit in der Versicherungsbranche vorstellen. Die Ursachen dieses mangelnden Interesses sind vielfältig.

Image verbessern

Eine große Rolle spielt hierbei das angeschlagene Image der gesamten Finanzbranche. Ausgelöst durch die großen und kleinen Finanzskandale der letzten Jahre und deren mediale Begleitung, hat auch der Beruf des Beraters ein vergleichbar schlechtes Image.

“Auf einer Imageskala liegen wir als Finanzberater und -vermittler ziemlich weit unten”, erklärt Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender des Maklerpools Jung, DMS & Cie. (JDC). Und das Image hat eben auch einen Einfluss auf die Berufswahl junger Menschen.

Wie die stellvertretende Sprecherin des Regionalkreises Bayern des Verbands deutscher Versicherungsmakler e.V. (VDVM) Alexandra Kallmeier berichtet, ist das Image des Versicherungsvermittlers so negativ, dass fast die Hälfte der Bundesbürger sich unter keinen Umständen vorstellen kann, einen Beruf im Bereich der Versicherungsvermittlung auszuüben.

Seite zwei: “Wer möchte schon den unbeliebtesten Beruf erlernen”

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

1 Kommentar

  1. Nachwuchskräfte , was haben die Politiker mit uns gemacht , reguliert ohne ende , abkassiert. Versicherungen sind auch gegen uns (Internet Portal) Versicherungen
    Allianz, Barmenia , VHV ,Concordia,
    es gibt zu zeit keine Versicherung die mit Makler richtig zusammen arbeitet.
    unser Branchenimage ist fast am ende.
    Danke ,Politiker ,Medien , Versicherungen , Verbrauchs.

    Kommentar von Weimann — 17. Dezember 2013 @ 13:24

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Versicherungsschutz: Absicherung für Beamte

Beamte sind berufsspezifischen Risiken ausgesetzt, die sich erheblich von denen unterscheiden, die Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft oder Selbstständige zu tragen haben. Gegen diese Risiken sollten sich die Staatsbediensteten absichern. Cash.Online stellt die sechs wichtigsten Versicherungen für Beamte vor.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierungsberatung: Gut vorbereitet ins Gespräch

Wer ein Eigenheim erwerben möchte, sollte äußerst planvoll vorgehen und bereits vor dem Gang zum Baufinanzierungsberater seine finanzielle Lage und Wünsche gut kennen. Doch auch im Beratungsgespräch gilt es einiges zu beachten.

mehr ...

Investmentfonds

Dies sind Branchen mit Kurspotenzial

In den vergangenen acht Jahren war die Erzielung von Renditen auf Beta-Basis recht einfach. Dies liegt an der Hausse in diesem Zeitraum. Die Generierung von Alpha ist aber deutlich komplexer geworden. Gastkommentar von Suneil Mahindru, Goldman Sachs Asset Management

mehr ...

Berater

Stornogefährdete Verträge: Das sollten Vertreter wissen

Der Versicherungsvertreter behält seinen Provisionsanspruch, wenn der Versicherer seiner Pflicht zur Nachbearbeitung stornogefährdeter Verträge nicht ordnungsgemäß nachkommt. Dies ist einer der Leitsätze zu Provisionszahlungsansprüchen des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin-Konsultation: „AIF-Geschäftsführung ist nicht qualifiziert“

Die BaFin hat die Frist für Stellungnahmen zu ihrem jüngsten Schreiben um zwei Wochen verlängert. Der Korrekturbedarf ist offenbar groß. Doch frühere Aussagen der Behörde lassen ahnen, wo ihre Grenzen liegen. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Elternunterhalt: Wann haften Kinder nicht?

Sind die Eltern pflegebedürftig und haben keine eigenen Ersparnisse mehr, dann müssen die Kinder für die Pflegekosten aufkommen – allerdings gibt es Ausnahmen wegen “unbilliger Härte”, wie das Oberlandesgericht Oldenburg kürzlich entschied.

mehr ...