Anzeige
12. Mai 2014, 12:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersvorsorge: “Sorgen führen nicht zu Taten”

Die finanzielle Absicherung im Alter ist für fast die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland (49 Prozent) in den letzten Jahren wichtiger geworden. Vor allem die betriebliche Altersversorgung (bAV) hat einen guten Ruf. Trotzdem bleiben viele Deutsche untätig bei der Vorsorgeplanung. Dies ergab eine aktuelle Umfrage unter 22.000 Arbeitnehmern weltweit, darunter 2.000 in Deutschland.

Dr. Thomas Jasper, Towers Watson

Thomas Jasper, Towers Watson: “Die Stärke der bAV ist, dass sie die Interessen von Unternehmen und Mitarbeitern zusammenbringt.”

63 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland erwarten, dass sich ihr Arbeitgeber für die bAV engagiert, ergab die Studie “Altersversorgung und bAV aus Mitarbeitersicht” durch das Beratungsunternehmen Towers Watson. 47 Prozent der Mitarbeiter schätzen demnach an der Betriebsrente besonders das im Vergleich zu privater Vorsorge “bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis”.

“Tatsächlich ist das Rentenniveau in Deutschland verglichen mit den OECD-Ländern, eher niedrig. Daher ist es absolut sinnvoll, dass Mitarbeiter der bAV als ergänzenden Ruhestandseinkommen einen so hohen Stellenwert beimessen”, sagt Dr. Thomas Jasper, Berater bei Towers Watson. Nur ein Viertel der Befragten (26 Prozent) rechnet damit, dass die gesetzliche Rente für einen auskömmlichen Ruhestand reicht.

“Sorgen führen nicht zu Taten”

Der sorgenvolle Blick auf die Ruhestandsfinanzierung führe allerdings kaum zu Taten, teilen die Studienmacher mit: 71 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sparen weniger als sie ihrer Meinung nach sollten (siehe Grafik). Auch diejenigen, die den Stand ihrer betrieblichen Altersversorgung detailliert prüfen, tun danach meist nichts (69 Prozent).

Berater befürworten Opting-Out-Modelle

Dieses Problem könnte durch “Opting-Out-Modelle” gelöst werden, heißt es bei Towers Watson. Dabei wird aus dem Gehalt der Mitarbeiter automatisch Beiträge für eine Betriebsrente angespart – es sei denn, sie entscheiden sich explizit dagegen. Dabei sei aber wichtig, so Jasper, dass die Politik keine obligatorischen Einheitsmodelle vorschreibe.

“Die Stärke der bAV ist, dass sie die Interessen von Unternehmen und Mitarbeitern zusammenbringt. Das funktioniert nur auf betrieblicher Ebene – wenn die einzelnen bAV-Lösungen gut auf Unternehmen und Belegschaft abgestimmt sind”, betont der Unternehmensberater.

Nur acht Prozent der Deutschen wollen bis 70 arbeiten

Außerdem hat Towers Watson zur Rentenpolitik in Deutschland gefragt: Rund ein Drittel der Arbeitnehmer erwartet, mit 65 oder 66 Jahren in Rente zu gehen, ein weiteres Drittel frühestens mit 67 Jahren. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) ist der Meinung, dass Arbeitgeber es älteren Menschen leichter machen sollten, auch im Ruhestand zu arbeiten.

Jedoch rechnen nur acht Prozent der Deutschen damit, bis zum 70. Lebensjahr oder darüber hinaus zu arbeiten, berichtet Towers Watson. Im Australien und den USA erwartet dies hingegen knapp ein Drittel der Arbeitnehmer, in Großbritannien ein knappes Viertel, in den Niederlanden ein Sechstel. (lk)

Dr. Thomas Jasper, Towers Watson

Deutsche Arbeitnehmer haben das Gefühl, weniger zu sparen als sie sollten. Quelle: Towers Watson

Foto: Towers Watson

Anzeige

1 Kommentar

  1. Wenn der Vater Staat die steuerliche Förderung für Altersvorsorge attraktiver gestalten würde dann würden sicher mehr Menschen privat vorsorgen. und die aktuellen niedrigen Zinsen machen es auch nicht spannender

    Kommentar von Jan Lanc — 15. Mai 2014 @ 12:29

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...