27. Januar 2016, 17:47

“Die Unternehmensphilosophie lässt sich nicht auslagern”

Christian Mähringer, Vorstand Betrieb Leben bei HDI, spricht über die aktuellen Entwicklungen im Markt zur Arbeitskraftabsicherung, erläutert die Biometrie-Strategie des Kölner Versicherers und sagt, warum er Dienstleistungen rund um die Leistungsregulierung nicht auslagern würde.

HDI: Die Unternehmensphilosophie lässt sich nicht auslagern

“Der Kreis schließt sich für den Kunden nur dann, wenn der Versicherer alle Disziplinen, angefangen vom Underwriting bis zur Königsdisziplin Leistungsregulierung eigenständig beherrscht.”

Cash.: Immer mehr Lebensversicherer entdecken den Markt zur Absicherung biometrischer Risiken für sich. Wie bewerten Sie die aktuelle Entwicklung?

Mähringer: Mittlerweile ist die Arbeitskraftabsicherung mit ihren verschiedenen Facetten in den Strategien der relevanten Lebensversicherer angekommen. Das lässt sich vor allem an den vielen neuen Produkten erkennen, die rund um dieses Thema entstanden sind. Heute sprechen wir im Markt längst nicht mehr nur von der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).

Wie will sich HDI in diesem wettbewerbsintensiven Umfeld behaupten?

Der Biometrie-Markt ist hochattraktiv. Deshalb ist es uns erst einmal wichtig, unseren Marktanteil zu halten mit dem Ziel, das Segment mittel- und langfristig zu erhöhen. Für uns ist dabei besonders wichtig, dass wir unseren Kunden über eine BU – oder im Bedarfsfall auch über eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) – vollwertigen Schutz bieten.

Wir setzen aktuell deshalb ganz bewusst nicht auf Ausschnittsdeckungen, wie es viele andere Gesellschaften tun. Denn man muss sich eines bewusst machen: In wenigen Jahren wird jeder zweite BU-Fall einen psychischen Hintergrund haben – und es gibt viele Produkte auf dem Markt, die genau dafür leider keinen Versicherungsschutz bieten.

Wie wird sich die fortschreitende Digitalisierung auf den Markt auswirken?

Wir sind einer der wenigen Anbieter, die auf den zwei großen Portallösungen “EQuot” von Morgen & Morgen sowie “vers.diagnose” von Franke und Bornberg vertreten sind. Beide Portale machen es möglich, biometrische Produkte mittels einer elektronischen Risikoprüfung durchgehend digital abzuschließen. Diese Entwicklung gibt künftig die Richtung vor und wird den Verkauf von Biometrie-Produkten beflügeln. Ein Vertragsabschluss mit Gesundheitsfragen in Papierform, wie es heute noch Standard ist, ist aus meiner Sicht in Zukunft gar nicht mehr denkbar. Zudem bin ich überzeugt, dass die Industrialisierung durch die Digitalisierung regelrecht überholt wird – der Kunde wirkt hier als maßgeblicher Treiber.

Seite zwei: “Eine Unternehmensphilosophie lässt sich nicht auslagern”

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