5. Januar 2016, 08:50

“Keine blitzartige Verhaltensänderung beim Kunden”

Was erwartet die Versicherer im neuen Jahr? Dr. Klaus Math, Vorstand Produkte, Versicherungstechnik und IT bei der Lebensversicherung von 1871 (LV1871), spricht über die Produktschwerpunkte des Münchener Unternehmens, die Digitalisierung und Herausforderungen in der Kapitalanlage.

LV1871: Keine blitzartige Verhaltensänderung beim Kunden

Kalus Math: “Wir glauben nicht an eine pauschale oder blitzartige Verhaltensänderung beim Kunden; auch gibt es nicht den einen Kunden.”

Herr Dr. Math, wo wird die LV 1871 in 2016 ihre Schwerpunkte im Produktbereich setzen?

Math: Wir werden unsere Kompetenz in Berufsunfähigkeitsversicherungen und fondsgebundene Produktlösungen stetig weiter ausbauen und arbeiten auch an anderen biometrischen Angeboten.

Derzeit werkeln die Versicherer vor allem an ihren Digitalisierungsstrategien. Professorin Dr. Michaele Völler vom IVW Köln meint, dass “die Denke in der alten Versicherungsbox” nicht mehr ausreicht. Grund hierfür sei, dass die Deutschen ihre Erfahrungen, die sie mit Google, Apple, Amazon und Facebook gemacht hätten, in ähnlicher Weise auch von der Assekuranz erleben möchten. Wie stellt sich Ihr Unternehmen auf diese Anforderung in 2016 ein – insbesondere vor dem Hintergrund der lebhaften Diskussion um die Möglichkeiten sogenannter Fintechs?

Wir glauben nicht an eine pauschale oder blitzartige Verhaltensänderung beim Kunden; auch gibt es nicht den einen Kunden. Auf die Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung bereiten wir uns als Unternehmen allerdings bereits vor. Dazu gehören beispielsweise Kommunikationsformen oder die Erwartungen der Kunden an Bearbeitungszeiten. Im Vordergrund stehen für uns eine noch stärkere Kundennähe und noch passgenauere Bedarfslösungen. Ob Fintechs hier Vorteile bieten können, ist für uns offen.

Die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bringt Versicherer dazu, bei der Kapitalanlage mehr Risiko einzugehen, ergab eine Studie des US-Vermögensverwalters Blackrock. Wie beurteilen Sie die Lage am Kapitalmarkt und welche Rolle spielt Solvency II in Ihren strategischen Überlegungen?

Das aktuelle Kapitalmarktumfeld mit einem schon länger sehr niedrigen Zinsniveau und volatilen Aktienmärkten ist für einen Lebensversicherer sicher herausfordernd. Wir gehen als LV 1871 aber dennoch keine unüberschaubaren Risiken in der Kapitalanlage ein. Auch die Vorgaben aus Solvency II haben natürlich Auswirkungen auf unser Handeln. Der Ausbau der Risikotragfähigkeit unseres Unternehmens steht im Mittelpunkt unserer strategischen Überlegungen. Hier haben wir durch unser konsequentes Handeln in den letzten Jahren bereits viel erreicht, wie aktuelle Stresstests und Solvenzberechnungen zeigen.

Interview: Lorenz Klein

Foto: LV 1871


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Katastrophenschäden zehren bei Swiss Re am Gewinn

Erdbeben, Feuer und Überschwemmungen haben dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer Swiss Re im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt.

mehr ...

Immobilien

Brexit: Immobilien-Investments in UK deutlich niedriger

Die Investmentvolumina in Großbritannien könnten in Folge des Brexit-Votums und anhaltender Unsicherheit auf den Märkten um bis zu 25 Prozent einbrechen. Die anderen EU-Länder könnten dagegen mit einem Plus von bis zu zehn Prozent profitieren. Zu diesem Schluss kommen die Immobilienexperten des Emea Capital Markets-Teams von Cushman & Wakefield.

mehr ...

Investmentfonds

Fondshandel trotz Ferienzeit an der Börse Hamburg rege

An der Hamburger Börse sind die Umsätze im Fondshandel im Juli sehr stark ausgefallen. Insgesamt wechselten Papiere im Wert von 87 Millionen Euro den Besitzer. Nach dem Brexit-Referendum konnten  die Kurse zuletzt wieder zulegen.

mehr ...

Berater

N26 startet Investment-Produkt

Das Berliner Fintech N26 hat seine Finanzplattform ausgebaut. “N26 Invest” soll es N26-Kunden ermöglichen, ihr Geld in Portfolios anzulegen. Hierfür kooperiert N26 mit dem in Frankfurt ansässigen Robo-Advisor Vaamo. Ein weiterer Ausbau des Angebots ist geplant.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immovation legt Fokus jetzt auf institutionelle Anleger

Die Immovation AG hat die Emission von Kapitalanlagen für private Anleger vorerst eingestellt. Neue Genussrechte können seit Anfang Juli nicht mehr gezeichnet werden.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...