Ertragsbringer Short-Aktien, Gold und Anleihen

Seit Sommer 2017 hatten wir den Top-Building Prozess an den Aktienmärkten für das erste Quartal 2018 erwartet, so dass unverändert die bisherigen Höchststände nicht mehr erreicht werden. Die klassischen Konjunkturphasenmodell sehen die Kapitalmärkte nun am Ende des Booms angekommen und in eine mehrjährige Abschwungsphase eintreten.

Die recht schwache Erholung an den Aktienmärkten nach der ersten Korrektur im Februar ist ein klares Signal, dass zeitig eine weitere Korrekturwelle folgen wird. Hierin sehen wir den Dax 11.200 bis 11.400 Punkte anlaufen. Auch ein tieferes Abtauchen bis 10.600 ist nicht unrealistisch, sollte zeitgleich der US-Dollar in Richtung 1,29 notieren. Die US-Märkte sollten – aufgrund eines erwarteten weiterhin schwächeren US-Dollar – lediglich auf ihre Februar-Lows, d.h. S&P 500 bis auf 2.560 Punkte – zurückkommen. Im Anschluss könnte sehr gut nochmals eine breitere Erholung im zweiten Halbjahr 2018 eintreten, die aber bisherige Höchststände nicht mehr übersteigen wird.

Anleihen der ersten und zweiten Qualität schwächer

Anleihen der ersten Qualität werden im Kurs weiter nachgeben, da die FED einen weiterhin straffen Zinserhöhungszyklus avisiert hat und auch in Europa die Stimmen nach einer ersten Zinserhöhung zeitig nach Ende des QE im September 2018 sich mehren. Eine erste EZB-Zinserhöhung könnte noch während der Amtszeit Draghis eintreten, um mit dieser historischen Wende in der EZB-Politik noch umfassender in die Geschichtsbücher eingehen zu können und Draghis Nachfolger den Start zu erleichtern.

Anleihen der zweiten Qualität werden ebenfalls schwächer tendieren, einerseits gleichlautend wie Anleihen der ersten Qualität bedingt durch steigende Zinsen, aber auch andererseits, wenn im weiteren Verlauf der konjunkturellen Abschwungsphase die Unternehmensgewinne zurück gehen werden.

Im Laufe der zeitig erwarteten Korrekturwelle an den Aktienmärkten sollte Gold mindestens in seinen aktuellen Widerstandsbereich bei 1.366 bis 1.382 vorstoßen, um dann bei einem weiter schwachen US-Dollar diesen dann auch überwinden. Hiernach ist das nächste Kursziel 1.430 US-Dollar je Unze.

Beim Währungspaar US-Dollar/Euro ist ein letztes Over-Shooting in der Spanne von 1,27 bis 1,29 US-Dollar/Euro zu erwarten, um dann in den nächsten Jahren wieder den Weg Richtung Parität anzutreten. Etwaige Währungs-hedges sollten deshalb zeitig aufgelöst werden.

Mögliche zukünftige Ertragsbringer

Für die kommenden zwei bis drei Jahre sehen wir insbesondere für drei Anlageklassen positive Erträge:

1. Aktien-Short, d.h. negative Entwicklungen der Aktienindices führen 1:1 zu positiven Erträgen der gehaltenen Aktien-Short-Wertpapiere

2. Gold

3. Höherverzinsliche Anleihen mit nur noch sehr kurzen Restlaufzeiten und einer entsprechend festen Rendite im Kaufzeitpunkt.

 

Dr. Oliver Stolte ist Sprecher des Vorstandes der Alpine Trust Management AG und schreibt regelmäßig für Cash.

Foto: Alpine Trust

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