AfW-Barometer: Vermittler reduzieren Zahl ihrer Maklerpool-Anbindungen

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Foto: AfW
Norman Wirth, AfW: "Es zahlt sich aus, sich zu fokussieren."

Laut dem 18. AfW-Vermittlerbarometer sinkt die Zahl der Maklerpools, mit denen Vermittler in Deutschland zusammenarbeiten, auf einen neuen Tiefstand. Sieben von zehn Befragten setzen nur noch auf ein oder zwei Partner. Was ihnen dabei wichtiger ist als die Provisionshöhe.

Der Markt für Maklerpools in Deutschland verändert sich. Unabhängige Versicherungs- und Finanzvermittler arbeiten einer aktuellen Umfrage zufolge mit immer weniger Partnern zusammen. Im 18. Vermittlerbarometer des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung sinkt die durchschnittliche Zahl der Poolanbindungen auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2019. Für die Studie wertete der Verband Antworten aus, die zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 eingingen. Insgesamt beteiligten sich 1.001 Vermittlerinnen und Vermittler.

Maklerpools Deutschland: Durchschnitt sinkt auf 1,88 Partner

Die Zahl der Poolanbindungen sinkt bereits seit Jahren. 2019 lag der Durchschnitt noch bei 2,3. In den Folgejahren rutschte er auf rund 2,2 und pendelte zuletzt um die Marke von 2,0. Mit aktuell 1,88 Anbindungen erreicht die Statistik nun einen neuen Tiefstand (Basis: 685 Antworten).

Besonders am oberen Ende der Skala zeigt sich die Fokussierung. Die Quote der Befragten mit drei oder mehr Pools fiel innerhalb eines Jahres von 27,6 auf 22,1 Prozent. Gleichzeitig haben sich ein oder zwei Partner als Standard etabliert. 36,2 Prozent der Befragten setzen auf einen einzigen Pool - die größte Einzelgruppe, die ihren Anteil gegenüber dem Vorjahr hielt. Weitere 35,0 Prozent arbeiten mit zwei Partnern zusammen. Zusammen kommen beide Gruppen damit auf gut 71 Prozent.

Auch der Blick nach vorn bestätigt den Trend. 82 Prozent der Befragten wollen die Zahl ihrer Anbindungen in den kommenden Jahren konstant halten. Wo Veränderungen geplant sind, überwiegt die Konzentration: Zehn Prozent wollen die Zahl ihrer Poolpartner reduzieren, nur fünf Prozent wollen aufstocken.

Warum ein oder zwei starke Partner reichen

Für den AfW ist diese Entwicklung bei den Maklerpools in Deutschland kein Rückzug aus dem Pool-Geschäft. Der Verband sieht darin vielmehr eine bewusste Konzentration auf wenige, leistungsstärkere Partner. Schon ein einziger Vertrag mit einem starken Pool verschafft nach Verbandsangaben Zugang zum gesamten Produktmarkt. Ihre Unabhängigkeit müssen Vermittler dafür nicht aufgeben. Zugleich entfällt der Aufwand, mehrere Direktverträge parallel zu verwalten - samt eigener Abrechnung und separater Stornoreserve-Konten für jeden einzelnen Anbieter.

Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW, bringt es so auf den Punkt: „Es zahlt sich aus, sich zu fokussieren. Wer auf einen oder zwei leistungsstarke Partner setzt, verliert nichts an Marktbreite - im Gegenteil: Schon eine einzige Anbindung öffnet den Zugang zum gesamten Markt und nimmt zugleich einen Großteil der Verwaltung ab.“ Mit zu vielen Anbindungen wachse hingegen die Gefahr, sich zu verzetteln und mögliche Synergieeffekte zu verschenken, so Wirth weiter.


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Produktportfolio der Maklerpools zählt mehr als die Provisionshöhe

Am wichtigsten bei der Poolauswahl ist den Befragten laut der Umfrage die Qualität des Angebots, nicht der Preis. Unter den als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ eingestuften Kriterien führt das Produktportfolio die Liste an. Es folgen Tools, Service und Digitalisierung. Das Produktportfolio sehen 57,9 Prozent der Befragten sogar als „sehr wichtig“.

AuswahlkriteriumAnteil „wichtig“ oder „sehr wichtig“
Produktportfolio86,8 Prozent
Werkzeuge und Tools85,3 Prozent
Service und Beratung82,8 Prozent
Digitalisierung80,9 Prozent
Weiterbildungsangebot73,0 Prozent
Provisionshöhe63,0 Prozent
Eigentümerstruktur 57,8 Prozent
Größe des Pools42,8 Prozent
Auswahlkriterien bei der Wahl des Maklerpools oder Verbunds (18. AfW-Vermittlerbarometer). Quelle: AfW

Die Provisionshöhe rangiert damit erst auf Platz sechs der insgesamt acht abgefragten Kriterien. Im Vorjahr hielten noch 70,4 Prozent der Befragten sie für wichtig - der stärkste Bedeutungsverlust unter allen Kriterien. Am wenigsten wichtig ist den Befragten dagegen die reine Größe eines Pools. Nur 42,8 Prozent halten sie für relevant. In den Freitextantworten tauchen zudem vor allem Begriffe wie „persönliche Ansprechpartner“ und „vertrauenswürdige Atmosphäre“ auf.

Norman Wirth ordnet das so ein: „Nicht die Größe, sondern die Servicequalität - so allumfassend wie möglich - ist das entscheidende Kriterium. Dass die Provision erst weit hinten rangiert, ist ein gutes Zeichen: Unsere Mitglieder suchen keinen kurzfristigen Konditionsvorteil, sondern einen Partner, der sie bei Beratung, Abwicklung und Regulierung dauerhaft entlastet.“ Angesichts wachsender Regulierungsanforderungen und immer unübersichtlicherer Angebote gewinne die technische Unterstützung der Pools weiter an Bedeutung, ergänzt er.

Maklerpools übernehmen Weiterbildung, Software und einen Großteil des Geschäfts

Wie zentral Maklerpools in Deutschland für den Beratungsalltag sind, zeigt ihr Leistungsspektrum. Beim Nutzen liegt die Weiterbildung vorn: 80,6 Prozent der Befragten greifen dafür auf ihre Pools zurück. Es folgen Softwarelösungen mit 79,7 Prozent, Produktschulungen mit 68,5 Prozent und rechtliche Unterstützung mit 50,8 Prozent (Basis: 680 Antworten, Mehrfachnennungen waren möglich).

Auch beim Geschäftsvolumen bleiben Pools und Verbünde zentral. Rund 60 Prozent des Umsatzes der befragten Vermittlerinnen und Vermittler laufen über sie (Basis: 676 Antworten).

Zur Studie

Das AfW-Vermittlerbarometer erhebt der Verband in Zusammenarbeit mit seinen Fördermitgliedern und Kooperationspartnern bereits zum 18. Mal als Online-Umfrage. Rund neun von zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern verfügen über eine Erlaubnis zur Versicherungsvermittlung nach Paragraf 34d der Gewerbeordnung. Etwa 52 Prozent sind zusätzlich als Finanzanlagenvermittler nach Paragraf 34f zugelassen. Zwei Drittel der Befragten sind nicht Mitglied im AfW.

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