Deutschland 2025: Die Wirtschaft schwächelt, die neue schwarz-rote Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) stolpert sich durch ihre ersten Monate und streitet nicht weniger als die vorherige. Allerorten ist von Krise die Rede, der Begriff „De-Industrialisierung“ macht gar die Runde. Die Automobilindustrie, die Bahn, die Infrastruktur, die Bürokratie, die hohen Energiepreise, US-Zölle, internationale Konflikte: Das sind nur einige der Krisenthemen, aus denen sich ein äußerst düsteres Bild zusammensetzt – noch befeuert durch entsprechende Propaganda wohl auch aus dem Ausland.
Eine Branche indes scheint von alledem vollständig unbeeindruckt: Maklerpools, also jene Unternehmen, die das Geschäft der angeschlossenen Finanzdienstleister und Versicherungsvermittler bündeln, die Abrechnungen vornehmen, IT-Infrastruktur und viele andere Serviceleistungen zur Verfügung stellen. Nachdem die Branche schon von 2023 auf 2024 um satte 18,9 Prozent gewachsen war, legte sie 2025 – gemessen am Rohertrag – nochmals um nicht weniger als 17,2 Prozent zu. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Umfrage der Cash.-Redaktion zur Hitliste der Maklerpools.
Dabei verzeichnen fast alle der 23 Unternehmen, die ihre Zahlen offengelegt haben, einen Zuwachs. Lediglich zwei Pools melden für 2025 einen minimal geringeren Rohertrag als im Vorjahr. Warum der Rohertrag als maßgebliche Größe? Das hat mit den unterschiedlichen Geschäftsmodellen zu tun. Üblicherweise rechnen die Pools die über sie eingereichten Verträge mit den Produktgebern ab, erhalten die Provision, leiten den größten Teil davon an die betreffenden Makler weiter und behalten den anderen Teil. Dieser Teil ist dann der Rohertrag, also die Basis für den Unternehmenserfolg.
Weiterhin fast 90 Prozent des Umsatzes durch Provisionen
Damit ist die Zahl auch vergleichbar mit den als Maklerverbund oder Servicegesellschaft bezeichneten Unternehmen. Diese machen grundsätzlich das Gleiche, rechnen aber anders ab: Die Provisionen fließen direkt an die angeschlossenen Partner, der Verbund erhält nur einen Teil davon als Servicegebühr. In dem Fall entspricht der Umsatz des Unternehmens im Wesentlichen dem Rohertrag.
Daneben bleiben auch bei den klassischen Pools der Gesamtumsatz und die Provisionserlöse, also das gesamte Geschäftsvolumen, eine wichtige Größe für den Erfolg. So melden die 23 Unternehmen für 2025 einen Gesamtumsatz von zusammen rund 2,2 Milliarden Euro (siehe Tabelle unten). Davon sind fast zwei Milliarden Euro oder knapp 90 Prozent Provisionserlöse. Die erfolgsabhängigen Vergütungen sind also weiterhin der mit Abstand größte Umsatzträger der Branche. Nur bei Netfonds liegen die Provisionen unter 50 Prozent des Gesamtumsatzes, bei fast allen anderen Pools über 90 Prozent.
Fonds Finanz bleibt an der Spitze
Bei beiden Kennzahlen – Rohertrag und Umsatz – liegt weiterhin ein Unternehmen an der Spitze: Fonds Finanz. „Mit einem Rohertrag von über 84 Millionen Euro und einem Umsatz von mehr als 382 Millionen Euro setzen wir unseren profitablen Wachstumskurs konsequent fort und unterstreichen unseren Anspruch, der führende Maklerpool in Deutschland zu sein“, betont Norbert Porazik Geschäftsführer der Fonds Finanz und Co-CEO der Muttergesellschaft Infitech.
Derzeit baue das Unternehmen seinen Vorsprung im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) deutlich aus und erwarte dadurch weitere Effizienzsteigerungen für die angebundenen Makler sowie 2026 einen noch stärkeres Umsatzwachstum als im Jahr 2025. „Die politischen Diskussionen rund um die Reformen der privaten Altersvorsorge und der Krankenversicherung beobachten wir aufmerksam. Auch in diesen Bereichen werden wir unseren Vermittlern die richtigen Tools bereitstellen und ihnen so einen spürbaren Wettbewerbsvorteil verschaffen“, kündigt Porazik an.
Mit dem Wachstum hält Fonds Finanz auch den Verfolger Jung, DMS & Cie. (JDC) auf Distanz, der sich auf Rang zwei behauptet. „2026 war das wirtschaftliche Klima in Deutschland bisher geprägt durch die geopolitischen Konflikte und damit einhergehender Energiekrise, Inflationsangst und Beschäftigungsrückgang. Obwohl die daraus resultierende Kaufzurückhaltung im privaten Sektor deutlich spürbar ist, sind unsere Poolpartner sehr erfolgreich“, berichtet Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender der JDC.
„Das spiegelt sich sowohl im um über zwölf Prozent gestiegenen Umsatz im vergangenen Jahr wider als auch im neuen Umsatzrekord im ersten Quartal 2026, durch den wir erstmal in unserer Geschichte rund 75 Millionen Euro erzielen konnten. Ich bin daher zuversichtlich, dass wir auch im laufenden Jahr weiter stark wachsen werden“, so Grabmaier.















