Die demografische Entwicklung wirkt sich erstmals deutlich auf die Arbeitsmarktstatistik aus. Das zeigt eine neue Analyse der Bundesagentur für Arbeit, über die der PKV-Verband in der aktuellen Ausgabe des PKV-Newsletter jetzt berichtet.
Danach ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Dezember 2025 leicht gesunken. Nach Angaben der Behörde waren zu diesem Zeitpunkt 34,98 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind rund 40.000 weniger als ein Jahr zuvor. Damit ist die Beschäftigtenzahl erstmals seit rund 20 Jahren rückläufig.

Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, führt die Entwicklung vor allem auf den demografischen Wandel zurück. „Das liegt ganz simpel daran, dass die Babyboomer jetzt wirklich in Rente gehen“.
Demografischer Wandel erreicht den Arbeitsmarkt
Die Babyboomer-Jahrgänge von 1955 bis 1969 erreichen zunehmend das Rentenalter. Zwar gehen die ersten Vertreter dieser Generation bereits seit einigen Jahren in den Ruhestand. In den Arbeitsmarktstatistiken schlug sich das bislang jedoch kaum nieder.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten stieg die Zahl der Erwerbstätigen und der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten überwiegend kontinuierlich an. Ein wesentlicher Grund war der Zuwachs ausländischer Beschäftigter, der den demografischen Effekt teilweise ausgleichen konnte. Diese Entwicklung scheint nun an Grenzen zu stoßen. Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen erstmals einen leichten Rückgang der Beschäftigtenzahl zum Jahresende.
Mehr Rentner, weniger Beitragszahler
Die Folgen für die umlagefinanzierten Sozialversicherungssysteme gelten seit Langem als absehbar. Bis 2038 wird der Anteil der Bevölkerung ab 67 Jahren nach Prognosen auf etwa 25 bis 27 Prozent steigen. Das entspricht rund 3,8 bis 4,5 Millionen zusätzlichen Seniorinnen und Senioren. Bereits im Jahr 2025 kommen auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter etwa 33 Rentnerinnen und Rentner. Mit dem steigenden Altenquotienten wächst damit auch der Druck auf Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.
Warnungen vor den finanziellen Folgen der demografischen Entwicklung gibt es seit vielen Jahren. Bereits 2003 stellte die CDU in einem Parteitagsbeschluss fest: „Die […] tief greifenden Veränderungen im Bevölkerungsaufbau […] haben zur Folge, dass die demografischen Voraussetzungen, unter denen die solidarischen Sicherungssysteme konzipiert […] wurden, in den vor uns liegenden Jahrzehnten immer weniger gegeben sind. Dies muss Auswirkungen auf die Ausgestaltung und Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme haben.“
Diskussion über Reformen der Sozialversicherung
Auch Vertreter anderer Parteien verwiesen früh auf Reformbedarf. Der spätere FDP-Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sagt bereits 2009 in einem Interview: „Wenn die Demografie für die Rente ein Problem ist, dann gilt das Gleiche auch für die Gesundheit. Auch die anderen Parteien werden erkennen, dass wir schrittweise weg vom Umlagesystem müssen. Wir brauchen eine Rückbesinnung auf Eigenverantwortung und Wahlfreiheit der Bürger.“
Gleichzeitig wurden in den vergangenen Jahren Leistungen in einzelnen Bereichen ausgeweitet. In der Pflege wurde etwa ein neues Begutachtungssystem eingeführt und der Pflegebedürftigkeitsbegriff erweitert, was zu einem deutlichen Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen führte. Hinzu kommen Zuschüsse zu den Eigenanteilen in Pflegeheimen.













