EXKLUSIV

DAX bei 25.000 Punkten: Warum der Blick täuschen kann und was Anleger jetzt tun können

  1. „Niemals alle Eier in einen Korb legen“

Was eine Volksweisheit ist, sollte auch für die eigene Anlage gelten. „Diversifikation“ ist das Schlüsselwort. Wie die Finanztheorie zeigt, ist sie das einzige „free lunch“ an den Kapitalmärkten. Diversifikation heißt: Breit streuen, auch über verschiedene Anlageklassen: Aktien, Anleihen, Rohstoffe… Mittels entsprechender Produkte lässt sich die Anlage nach dem eigenen Risiko-Ertragspräferenzen steuern. Taktische Anpassungen können dadurch an das Fondsmanagement delegiert werden. Schließlich soll ja Ihr Geld für Sie arbeiten, und nicht umgekehrt.

  • Dividenden glätten die Schwankungen

Welchen Beitrag Dividenden zur Gesamtperformance leisten können, hat die kurze Betrachtung von Kurs- und Performance-DAX schon gezeigt. Zur Verdeutlichung noch ein paar Zahlen: Über die letzten 40 Jahre hat der MSCI Europe, der einen breiten Korb europäischer Aktien repräsentiert, im Schnitt 8% pro Jahr Rendite gebracht. 40% der Rendite kamen dabei aus den reinvestierten Dividenden. Und nichts ist so beständig wie Dividenden. Wie unsere Analysen zeigen, hebt die überwiegende Zahl der Firmen ihre Dividenden regelmäßig an, nur eine kleinere Zahl senkt sie. Und ja – es gibt Ausnahmejahre wie nach der Lehman-Pleite oder zu Beginn der Corona-Pandemie, aber die Unternehmen sind selbst dann wieder sehr schnell zu ihren ursprünglichen Niveaus zurückgekehrt bzw. übertreffen diese längst wieder. Auch interessant: Aktienkurse von Unternehmen mit höherer Ausschüttungsquote schwanken weniger als jene von Unternehmen, welche die Anleger eher kärglich an ihren Gewinnen Teil haben lassen. In der Gesamtsicht sind Dividenden somit nicht nur ein unterschätzter Airbag gegenüber Kursschwankungen. Vielmehr bieten sie aufgrund ihrer Verlässlichkeit auch eine gute Grundlage für ein zweites Gehalt: Kapitaleinkommen, das nicht nur in Zeiten langer Lebenserwartungen willkommen ist.

  • Sparplan: Der Weg zum Wohlstand

Der Sparplan ist der Königsweg zu Wohlstand. Durchschnittskosten- und Zinseszinseffekt helfen, von der Risikoprämie zu profitieren, und das auch über schwierige Zeiträume hinweg. Beispiel: Wer über die letzten 40 Jahre Monat für Monat 50 Euro in europäische Aktien, hier repräsentiert durch den STOXX 600, investierte, legte 24.000 Euro an und hätte Ende 2025 über 163.000 Euro verfügen können (ohne Berücksichtigung von Steuern). Das zeigt: Egal was draußen an den Märkten los ist – für einen Sparplan ist immer der richtige Zeitpunkt.

Zusammenfassend ist DAX 25.000 damit ein guter Anlass darüber nachzudenken, wie das Geld härter arbeiten kann. Bequem und ohne, dass man dafür Expertenwissen bräuchte.

Autor Dr. Hans-Jörg Naumer ist Director Global Capital Markets & Thematic Research AllianzGI.

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