Eric Bussert, Hanse Merkur: „Ein Vermittler sollte sich intensiv mit dem PKV-Gesamtangebot auseinandersetzen“

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HanseMerkur-Vertriebsvorstand Eric Bussert (li.) im Gespräch mit Cash.-Redakteur Jörg Droste

EXKLUSIV: Die Hanse Merkur hat das Produktangebot im Bereich der Krankenvollversicherung um einen Tarif für Angestellte erweitert. Cash. sprach mit Vertriebsvorstand Eric Bussert über den neuen Tarif und die Marktchancen für Vermittler in der Krankenvollversicherung.

Herr Bussert, wie hoch schätzen Sie das Marktpotenzial für den neuen Tarif? Von wievielen Kunden sprechen wir hier? Und was macht sie sicher, dass das Produkt im Maklersegment überzeugen wird.

Bussert: Wir bieten eine Krankenvollversicherung ohne Selbstbeteiligung zu einem sehr attraktiven Preis, mit hoher Beitragsrückerstattung an. Diese Kombination ist auf dem Markt etwas Besonderes, mit der wir im Maklersegment gezielt eine Lücke schließen können. Zusätzlich zu unserem Premiumprodukt für Angestellte bieten wir nun unseren Advanced Fit an. Dieses Produkt ist eine attraktive Lösung für Kunden, die aus persönlichen oder finanziellen Gründen kein Premiumprodukt wünschen und auf einen günstigen Beitrag achten, etwa weil mehrere Familienmitglieder mitversichert werden sollen. Viele Kunden suchen genau das.

Sie sagten es gerade: Der neue Tarif richtet sich an preisaffine Kunden. Wie ordnet er sich in das Gesamtangebot der Hanse Merkur Krankenversicherung ein?

Bussert: Gemäß unserem hohen Anspruch, in allen Zielgruppen der privaten Krankenversicherung marktführende Produkte mit größtmöglicher Beitragsstabilität anzubieten, stellen wir uns mit dem KVP-Tarif in der Zielgruppe der Angestellten noch attraktiver auf. Der Tarif ist eine hervorragende Ergänzung zu unseren bestehenden Tarifen. Für preisbewusste Kunden gibt es nun einen passgenauen Tarif ohne Selbstbeteiligung zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonderes interessant aus Sicht der Versicherten: Der Arbeitgeber bezuschusst anteilig den Beitrag zur PKV des angestellten Kunden. An einer Selbstbeteiligung im Leistungsfall beteiligt sich der Arbeitgeber hingegen nicht. Somit ist eine PKV ohne Selbstbeteiligung für einen Angestellten finanziell lukrativer als ein Tarif mit Selbstbeteiligung.

In der Krankenversicherung hat der Gesetzgeber die JAEG weiter angehoben. Von 66.600 auf nunmehr 69.300 Euro. Wie viel Potenzial hat die klassische Krankenvollversicherung, auch vor dem Hintergrund, dass der Gesetzgeber die Hürden weiter nach oben schrauben wird?

Bussert: Der stetige Anstieg der JAEG ist unbestreitbar. Gleichzeitig steigen aber auch die Bruttolöhne in Deutschland kontinuierlich, allein 2023 im Vergleich zum Vorjahr um etwa sieben Prozent. Diese Entwicklung führt dazu, dass durchaus viele Menschen die Voraussetzungen für den Eintritt in die private Krankenversicherung erfüllen. Das Potenzial für die klassische Krankenvollversicherung bleibt also hoch. Immer mehr Angestellte erkennen für sich, dass die private Krankenversicherung langfristig eine bessere Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung darstellt.

Sie bietet qualitativ hochwertige Leistungen und eine nachhaltige Finanzierung der Beiträge. Zudem ermöglicht die private Krankenversicherung es dem Versicherten, über Beitragsentlastungstarife weitgehend selbst zu bestimmen, wie hoch der Krankenversicherungsbeitrag im Alter sein soll. Dank des hohen Arbeitgeberzuschusses wird diese Art der Altersvorsorge sogar bis zu 50 Prozent vom Arbeitgeber subventioniert. Im Jahr 2024 liegt der maximale Arbeitgeberzuschuss bei knapp über 500 Euro monatlich.

Die PKV steht im Systemwettbewerb mit der GKV. Warum sollte sich ein Vermittler, auch vor dem genannten Hintergrund, mit der PKV-Vollversicherung noch auseinandersetzen?

Bussert: In den letzten Jahren ist das Interesse der Bevölkerung an gesundheitlicher Absicherung deutlich gestiegen. In diesem Zusammenhang bietet die PKV erhebliche Vorteile gegenüber der GKV, besonders bei den Leistungen. Von übergeordneter Bedeutung ist die Frage der Finanzierung. Hier steht die GKV vor großen Problemen, die bereits heute nur mit großen Zuschüssen vom Bund gelöst werden können. Einer der Hauptgründe für diese Probleme ist der demografische Wandel. Im Umlageverfahren der GKV finanzieren Erwerbstätige die Ausgaben der Rentner, da die Beiträge aus Renteneinkünften nicht ausreichen.

Dieses System funktioniert gut, wenn das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern ausgewogen ist. Der demografische Wandel in Deutschland führt jedoch zu einem Ungleichgewicht, da immer mehr Menschen im Rentenalter leben und weniger im erwerbsfähigen Alter sind. Die PKV macht sich durch das Kapitaldeckungsverfahren weitgehend unabhängig von der demografischen Entwicklung. Privatversicherte sparen mit ihren Beiträgen für zukünftige Krankheitskosten im Alter und zahlen in jüngeren Jahren höhere Beiträge als ihre Altersgruppe normalerweise kosten würde. Aus diesen zusätzlichen Beitragsbestandteilen bilden die Unternehmen Alterungsrückstellungen, die durch Kapitalanlage vermehrt werden.

Angesichts dieser Vorteile und der aktuellen Entwicklungen sollte sich ein Vermittler daher intensiv mit dem PKV-Gesamtangebot auseinandersetzen. Die gesteigerte Nachfrage nach umfassender gesundheitlicher Absicherung und die strukturellen Vorteile der PKV machen sie zu einer attraktiven Option für viele Kunden.

Sie erheben den Anspruch, Produkte mit größtmöglicher Beitragsstabilität anzubieten. Wie hoch waren die Beitragsanpassungen in Ihren PKV-Vollversicherungstarifen in den vergangenen fünf Jahren?

Bussert: Die Hanse Merkur sorgt schon bei der Tarifkalkulation dafür, dass die Beiträge maximal stabil bleiben. Das führt bei einigen unserer Produkte zu jährlichen Anpassungen von weniger als ein Prozent, wie zum Beispiel beim Tarif Best Fit. Seit seiner Einführung im Jahr 2013 liegt die durchschnittliche Beitragsanpassung lediglich bei 0,82 Prozent. Auch im Jahr 2025 bleiben übrigens fast alle Unisextarife in der Voll- und Zusatzversicherung beitragsstabil.

Das Interview führte Cash. Redakteur und Ressortleiter Versicherungen, Jörg Droste.

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