Der europäische ETF-Markt hat im Februar direkt nachgelegt: Mit Mittelzuflüssen von 56,3 Milliarden US-Dollar übertraf er den Rekordwert aus dem Januar nochmals leicht und markierte damit den nächsten historischen Höchststand. Haupttreiber waren erneut Aktien-ETFs mit 45,9 Milliarden US-Dollar Nettoneuvermögen, während Anleihe-ETFs weitere 9,8 Milliarden US-Dollar einsammelten. Dass der Markt dieses Niveau trotz des kürzeren Monats Februar erreichte, unterstreicht die ungebrochen hohe Nachfrage der Anleger. Besonders gefragt waren Core- und Smart-Beta-Strategien auf der Aktienseite sowie Staatsanleihen auf der Rentenseite. Was hinter der Dynamik steckt und welche Segmente besonders profitierten, erläutert David Hsu, Head of Index Equity und ETF Product Specialism bei Vanguard Europe.
Im Februar investierten Anleger insgesamt 56,3 Milliarden US-Dollar in europäische ETFs; sowohl Aktien- als auch Anleihestrategien verzeichneten deutliche Zuflüsse. Mit einem Nettoneuvermögen von 45,9 Milliarden US-Dollar lagen Aktien-ETFs erneut vorn, während Anleihe-ETFs 9,8 Milliarden US-Dollar einsammelten. Der ETF-Markt knüpfte damit nahtlos an den außergewöhnlich starken Jahresauftakt an. Nachdem bereits der Januar mit 55,9 Milliarden US-Dollar einen Rekord gesetzt hatte, wurde dieser Wert im Februar trotz nur 28 Handelstagen nochmals übertroffen. Damit summierten sich die Zuflüsse in den ersten beiden Monaten des Jahres bereits auf 112,2 Milliarden US-Dollar – ein Niveau, das 2025 erst im Mai erreicht worden war. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch ein konstruktives Marktumfeld: Die meisten Aktien- und Anleiheindizes legten im Februar zu und schufen damit günstige Voraussetzungen für eine anhaltend hohe ETF-Nachfrage.
Aktien-ETFs bleiben der Taktgeber des Marktes
Aktien-ETFs waren auch im Februar der mit Abstand wichtigste Wachstumstreiber. Allein in diese Kategorie flossen 45,9 Milliarden US-Dollar, davon 18,8 Milliarden US-Dollar in Core-Equity-ETFs. Damit blieben breit diversifizierte Basisbausteine die erste Wahl für viele Anleger. Gleichzeitig zeigte sich aber auch eine hohe Bereitschaft, gezieltere Strategien zu nutzen: Smart-Beta-ETFs sammelten starke 10,6 Mrd. US-Dollar ein und belegten damit Rang zwei unter den Aktiensegmenten. Es folgten Market-Access-ETFs mit 5,3 Milliarden US-Dollar sowie Sektor-ETFs mit 3,7 Milliarden US-Dollar. Nettoabflüsse blieben in den von uns erfassten Aktienkategorien aus.
Breite Nachfrage: Global und Emerging Markets besonders gefragt
Auf regionaler Ebene standen globale Aktienstrategien erneut an der Spitze. ETFs auf globale Aktien verzeichneten Zuflüsse von 8,5 Milliarden US-Dollar und bestätigten damit ihre Rolle als bevorzugtes Kerninvestment. Auffällig stark war zudem die Nachfrage nach Schwellenländer-ETFs, die mit 7,4 Milliarden US-Dollar dicht folgten. Auch Strategien auf Industrieländer, Europa und die USA konnten zulegen. Nur vereinzelt kam es zu Abflüssen; ETFs auf chinesische Aktien bildeten mit einem Minus von 456 Millionen US-Dollar das Schlusslicht.
Anleihe-ETFs liefern stabilen Beitrag zum Rekordmonat
Anleihe-ETFs beendeten den Februar mit Nettozuflüssen von 9,8 Milliarden US-Dollar und blieben damit ebenfalls klar im Plus, auch wenn sie hinter der Dynamik der Aktienseite zurückblieben. Besonders gefragt waren erneut Strategien auf Staatsanleihen, die mit 5,6 Milliarden US-Dollar bereits im zweiten Monat in Folge den Spitzenplatz belegten. Corporate-Bond-ETFs folgten mit 1,4 Milliarden US-Dollar, ultrakurze Laufzeiten mit 754 Millionen US-Dollar. Nennenswerte Nettoabflüsse blieben auch im Fixed-Income-Bereich weitgehend aus.
Euroraum-Anleihen rücken klar in den Mittelpunkt
Regional dominierten ETFs auf Euroraum-Anleihen, die 6,4 Milliarden US-Dollar einsammelten und damit den klaren Schwerpunkt im Rentenbereich bildeten. Strategien auf globale Anleihen und Schwellenländeranleihen verzeichneten ebenfalls deutliche Zuflüsse von 2,1 bzw. 1,5 Milliarden US-Dollar. Gegen den Trend standen lediglich ETFs auf US-Anleihen, die mit Nettoabflüssen von 1,2 Milliarden US-Dollar den Monat am unteren Ende der Rangliste beendeten.
Breit abgestützt: Zuflüsse über alle großen Segmente hinweg
Auch Alternative-, Multi-Asset- und Rohstoff-ETFs schlossen den Februar mit Zuflüssen ab. Insgesamt bestätigt der Monat damit den Eindruck einer weiterhin breit abgestützten ETF-Nachfrage. Nach dem außergewöhnlich starken Jahresauftakt hat der europäische ETF-Markt seinen Wachstumskurs im Februar nicht nur fortgesetzt, sondern nochmals beschleunigt – getragen vor allem von der anhaltend hohen Nachfrage nach Aktien-ETFs und einer weiterhin soliden Nachfrage im Anleihebereich.










