Evonik-Aktie zieht an: BASF offen für nachgebessertes Angebot

Google Cash. bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Montage mit BASF-Werksanlagen links in warmem Licht und einem Firmensitz rechts in kühlem Blau, dazwischen Verträge und eine steigende Kurve.
KI-generiertes Bild (OpenAI)
Nach der ersten Ablehnung signalisiert BASF Bereitschaft, sein Gebot für Evonik nachzubessern - vorausgesetzt, der Blick in die Bücher stimmt.

BASF könnte sein Angebot für den Essener Chemiekonzern Evonik nachbessern. Allerdings erst nach einem Blick in die Bücher und in mögliche Verkaufspläne bei Evonik.

Der Chemiekonzern BASF ist bereit, sein Angebot für den Spezialchemiehersteller Evonik zu erhöhen. Das berichtete die Nachrichtenagentur dpa-AFX unter Berufung auf eine mit der BASF-Evonik-Transaktion vertraute Person. Vor einem höheren Gebot wolle der Ludwigshafener Konzern allerdings zunächst Einblick in die Bücher des Essener Unternehmens nehmen.

Zunächst hatte BASF nach Angaben aus den Kreisen 22,15 Euro je Aktie geboten. Inklusive der Schulden hätte das Angebot den Konzern mit mehr als 14 Milliarden Euro bewertet. Diese erste Offerte wurde als zu niedrig abgelehnt. Zuvor hatte bereits die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über eine mögliche Aufstockung berichtet.

Beschäftigungsgarantien sollen beim BASF-Evonik-Deal bestehen bleiben

Nach Angaben aus dem Umfeld der Gespräche will BASF die bestehenden Vereinbarungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung bei Evonik vollständig einhalten. Das gilt auch im Fall einer Übernahme. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei Evonik in Deutschland trotz eines geplanten Stellenabbaus bis 2032 ausgeschlossen. Der Abbau soll ausschließlich über freiwillige Abfindungen erfolgen.

Zudem will sich BASF mit möglichen Verkaufsplänen bei Evonik auseinandersetzen. Im Fokus steht dabei insbesondere der Chemieparkbetreiber Syneqt, den Evonik offenbar abgeben könnte.

Konsolidierung in der europäischen Chemiebranche nimmt Fahrt auf

Mit einer Übernahme von Evonik würde BASF sein Kerngeschäft stärken. Die europäische Chemiebranche steht derzeit unter Druck: Wachsende Konkurrenz aus China und hohe Energiepreise treiben die Konsolidierung voran.

Vor knapp drei Wochen hatten BASF, Evonik und die RAG-Stiftung gemeinsam bekannt gegeben, dass ein Angebot vorliegt. Evonik sprach dabei von einer unverbindlichen „Ansprache“ durch BASF: „Diese ist auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Gesellschaft gerichtet.“ Gespräche fänden zu diesem Zeitpunkt nicht statt. BASF selbst erklärte: „Fortgang und Ausgang der Sondierungen sind gegenwärtig offen.“


Das könnte Sie auch interessieren:

Evonik-Aktie reagiert deutlich auf die Übernahmespekulationen

Vor den ersten Berichten über die BASF-Pläne kostete die Evonik-Aktie rund 18 Euro. Inzwischen notiert das Papier bei 21,68 Euro. Der Berenberg-Analyst Sebastian Bray hält in einer aktuellen Studie sogar ein Angebot zwischen 24 und 25 Euro für die mögliche BASF-Evonik-Übernahme für denkbar.

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments