EZB: Zeit der Gelassenheit ist vorbei

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Dr. Daniel Hartmann, Bantleon

Der Irankrieg und die damit verbundene Energiepreisrallye haben die geldpolitischen Rahmenbedingungen in der Eurozone verändert. Nachdem die EZB noch bis Ende Februar in ruhigem Fahrwasser navigierte, hat der sprunghafte Anstieg der Öl- und Gaspreise die Inflationsperspektiven deutlich eingetrübt.

Wir analysieren zwei Szenarien: Bei einer kurzen Nahostkrise dürfte die Inflation bis April auf über 3% steigen, bevor sie sich wieder etwas beruhigt. Ein längerer Konflikt könnte die Teuerung sogar in Richtung 4% treiben – mit spürbaren Folgen für Wachstum und Kaufkraft. Klar ist in beiden Fällen: Zinssenkungen sind vom Tisch. Die Märkte preisen bereits zwei Leitzinserhöhungen bis Ende 2026 ein. Dies mag übertrieben sein, dennoch ist aus unserer Sicht für Bundesanleihen vorerst keine Entlastung in Sicht. Wir rechnen weiterhin damit, dass 10-jährige Bundesanleihen die 3%-Marke noch im laufenden Jahr überschreiten werden.

Alles in allem ist ein Regimewechsel bei der EZB ist noch nicht ausgemacht – eine spürbare Anpassung der Geldpolitik aber sehr wohl.

Ölpreisschock verändert geldpolitische Rahmenbedingungen

Lesen Sie hier, wie es weitergeht.

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