Franke und Bornberg Rating PKV: Transportkosten werden zur Hürde für Top-Tarife

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Michael Franke
Foto: Franke und Bornberg
Michael Franke: "Statt Leistungen zu kürzen, liegt die Zukunft im Leistungsmanagement. Wer Leistungen klug steuert, ohne sie grundsätzlich zu kürzen, hält den Schutz bezahlbar."

9,3 Prozent der untersuchten Tarife erreichen im PKV-Rating 2026 von Franke und Bornberg die Höchstnote FFF+ hervorragend. Ein Steigerung gegenüber 2025. Dafür sorgen schärfere Vorgaben bei Stabilität und ein neuer Nachhaltigkeits-Score. Bei den Transportkosten zieht die Ratingagentur dagegen eine klare Grenze.

Im Rating Private Krankenvollversicherung 2026 von Franke und Bornberg erreichen 74 von 799 bewerteten Tarifen die Höchstnote FFF+ hervorragend. Das entspricht 9,3 Prozent – nach rund acht Prozent im Vorjahr. Die Tarife stammen von 31 Versicherern.

Höchstnote bleibt die Ausnahme

Für das aktuelle Rating hat Franke und Bornberg einige Anforderungen angepasst. Die Ratingagentur gewichtet die wirtschaftliche Stabilität der Versicherer stärker und bezieht erstmals deren Nachhaltigkeitsengagement in die Bewertung ein.

Grundlage dafür sind weiterhin Ergebnisse aus dem map-report: finanzielle Stärke, langfristige Beitragsentwicklung sowie Unterstützung und Services für Kunden. Diese Faktoren bringen künftig bis zu 1.000 statt bisher 600 der insgesamt 21.425 Punkte. Neu hinzu kommt der Nachhaltigkeits-Score von Franke und Bornberg mit bis zu 500 Punkten.

Fast jeder zweite Tarif bleibt bei befriedigend

23,2 Prozent der Tarife erhalten die Note FFF sehr gut, 21,7 Prozent die Note FF+ gut. Fast jeder zweite Tarif – 46,0 Prozent – kommt über die Note FF befriedigend nicht hinaus. 23 Tarife und damit 2,9 Prozent erhalten nur noch die Note F+ ausreichend. Alle 23 scheitern am Mindeststandard für Transportkosten zu ambulanten Therapien.

Quelle: F&B

14 von 31 Versicherern bieten mindestens einen Tarif mit der Note FFF+ hervorragend an. Im Vorjahr waren es zehn von 30 Versicherern. Die 799 Tarife im Notenspiegel sind eine Auswahl aus über 1.400 Tarifkombinationen, die Franke und Bornberg insgesamt untersucht hat. Tarife für spezielle Zielgruppen wie Ärzte fehlen mangels Vergleichbarkeit im Notenspiegel.

Transportkosten als neue Hürde, Hilfsmittel entschärft

Bei den Transportkosten zieht das Analysehaus eine klare Grenze: Tarife ohne Leistungsanspruch für Fahrten zu ambulanten Therapien wie Dialyse oder Strahlentherapie erhalten höchstens die Note F+ ausreichend. Neu im Kriterienkatalog sind zudem die ambulante Palliativmedizin und stationäre Hospizdienste, die zusammen mit bis zu 200 Punkten einfließen.

Beim Beschaffungsmanagement für Hilfsmittel geht Franke und Bornberg dagegen einen anderen Weg. Angesichts steigender Gesundheitskosten bewertet die Ratingagentur Steuerungsinstrumente nicht mehr grundsätzlich negativ. Für die Höchstnote FFF+ reicht künftig eine Erstattung von 100 Prozent für Hilfsmittel, auch wenn der Versicherer dabei ein Beschaffungsmanagement vorschreibt.

Franke und Bornberg bewertet die Tarife in 20 Untersuchungsbereichen mit 112 Detailkriterien. Maximal sind 21.425 Punkte erreichbar, die Höchstnote FFF+ setzt mindestens 85 Prozent davon voraus. Zusätzlich muss jeder Tarif Mindeststandards erfüllen, darunter weltweiter Versicherungsschutz, freie Arztwahl, Erstattung über die Höchstsätze der Gebührenordnung für Ärzte ohne vorherige Genehmigung, volle Kostenübernahme im Ein- und Zweibettzimmer sowie mindestens 50 Sitzungen ambulante Psychotherapie pro Jahr.

Wer einen Mindeststandard verfehlt, wird unabhängig von der Punktzahl herabgestuft. Grundlage der Bewertung sind ausschließlich rechtsverbindliche Unterlagen wie Versicherungsbedingungen und Geschäftsberichte; Selbstauskünfte der Versicherer bleiben unberücksichtigt.

Steigende Kosten, höhere Pflichtgrenze

Die Kosten im Gesundheitswesen setzen die Versicherer unter Druck. Die Ausgaben in der privaten Krankenversicherung ohne Pflegeversicherung stiegen 2025 um 6,9 Prozent auf 39,0 Milliarden Euro, teilt der Branchenverband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) im Februar 2026 mit. Ende 2025 waren laut PKV-Verband 8,79 Millionen Menschen privat vollversichert, 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zugleich wird der Zugang für Angestellte aber nun enger. Nach dem Beschluss des Bundeskabinetts vom 7. Oktober 2026 steigt die Versicherungspflichtgrenze 2027 auf 84.150 Euro. Das sind 8,7 Prozent mehr als 2026. Darin enthalten ist eine außerordentliche Erhöhung um 3.600 Euro, die der Gesetzgeber mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen hat. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.

Einen klaren Trend in der Tarifentwicklung sieht Franke und Bornberg derzeit nicht. Neue Tarife kommen vor allem im Hochleistungssegment auf den Markt, mehr Bewegung zeigt sich bei den Angeboten für Beamte.

Einschätzung von Franke und Bornberg

„Steigende Gesundheitskosten treffen am Ende alle Versicherten. Statt Leistungen zu kürzen, liegt die Zukunft im Leistungsmanagement. Wer Leistungen klug steuert, ohne sie grundsätzlich zu kürzen, hält den Schutz bezahlbar“, sagt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg.

Bei den Transportkosten äußert sich Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg, deutlicher: „Wer zur Dialyse oder Strahlentherapie muss, ist oft mehrmals pro Woche auf Fahrten angewiesen. Ein Tarif, der diese Kosten nicht übernimmt, lässt Versicherte in einer existenziellen Lage allein“, sagt Monke.

Die Bewertungsrichtlinie sowie alle Ergebnisse auf Tarifebene stellt Franke und Bornberg kostenlos auf der eigenen Website bereit. Die Aktualisierung des Ratings zur Krankenversicherung für Beamte soll in Kürze folgen.

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