Der Bundestag hat das Frühstartrentengesetz heute endgültig verabschiedet. Rückwirkend zum 1. Januar 2026 startet die Frühstart-Rente für den Geburtsjahrgang 2020. Das meldet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der Verband begrüßt die Reform und stützt sich dabei auf eine aktuelle YouGov-Umfrage unter Eltern.
Kinder des Jahrgangs 2020 erhalten bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro vom Staat für ihren Altersvorsorgevertrag. Ab 2027 kommt jeweils der Jahrgang hinzu, der in diesem Jahr sechs Jahre alt wird. Wer zum jeweiligen Start bereits älter ist, bleibt zunächst ohne diese Förderung.
GDV sieht Zeitvorteil für junge Sparer
GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen wertet den Beschluss als wichtigen Baustein für eine kapitalgedeckte Altersvorsorge junger Menschen. Die Frühstart-Rente verschaffe Kindern demnach einen Vorsprung, den spätere Jahrgänge nicht mehr aufholen könnten. „Die Frühstart-Rente gibt jungen Menschen etwas, das sich nicht nachholen lässt: genug Zeit für den Aufbau ihrer Altersvorsorge. Zugleich können Kinder und Jugendliche am eigenen Rentenkapital lernen, was langfristiges Sparen am Kapitalmarkt bewirken kann“, sagt Asmussen.
74 Prozent der Eltern befürworten die Frühstart-Rente
Die Zustimmung fällt deutlich aus. Laut der YouGov-Umfrage im Auftrag des GDV bewerten 74 Prozent der befragten Eltern die Frühstart-Rente positiv. Nur knapp zehn Prozent äußern sich ablehnend. Für die Erhebung befragte YouGov vom 5. bis 9. Oktober 2026 insgesamt 1.005 Eltern online. Die Ergebnisse sind nach Kinderzahl im Haushalt und Region gewichtet.
43 Prozent nennen als Vorteil, dass der Vermögensaufbau unabhängig von der Einkommenssituation der Familie beginnt. Jeweils rund 38 Prozent schätzen zudem den Einstieg für Kinder aus Familien ohne private Vorsorge, die Aussicht auf jahrzehntelanges Wachstum des Kapitals sowie den frühen Beginn einer zusätzlichen Altersvorsorge. Weitere 31 Prozent sehen einen Vorteil darin, dass sich Eltern und Kinder dadurch früh mit Geldanlage beschäftigen.
| Aussage zur Frühstart-Rente | Zustimmung der Eltern |
|---|---|
| Bewerten die Frühstart-Rente insgesamt positiv | 74 Prozent |
| Bewerten die Frühstart-Rente negativ | knapp zehn Prozent |
| Begrüßen die Zweckbindung bis zum Rentenalter | gut 70 Prozent |
| Können sich zusätzliche eigene Einzahlungen vorstellen | 76 Prozent |
| Halten den Zuschuss von zehn Euro für zu niedrig | 32 Prozent |
| Sprechen sich für eine breitere Förderung aus | 75 Prozent |
Kapital bleibt bis zur Rente gebunden
Auch die Zweckbindung kommt gut an. Gut 70 Prozent der Eltern befürworten, dass der staatliche Zuschuss unmittelbar in einen Altersvorsorgevertrag fließt. Auszahlen lässt sich das Kapital grundsätzlich erst zum Renteneintritt. Diese feste Bindung unterscheidet die Frühstart-Rente von frei verfügbaren Sparformen.
Die breite Zustimmung geht mit einer hohen Bereitschaft einher, selbst Geld beizusteuern. Rund 76 Prozent der Eltern könnten sich vorstellen, zusätzliches Kapital für die Förderung eines Kindes aus ihrem Umfeld einzuzahlen. 43 Prozent wären zu regelmäßigen Zuzahlungen bereit, weitere 33 Prozent zu gelegentlichen Beträgen.
Nur sechs Prozent schließen das kategorisch aus. Dennoch halten 32 Prozent der Eltern den monatlichen Zuschuss von zehn Euro für zu niedrig. „Der staatliche Beitrag von zehn Euro ist der Einstieg. Jeder Euro, den Eltern, Großeltern, Tanten oder Onkel zusätzlich einzahlen, kann sich später vielfach auszahlen“, sagt Asmussen.
Viele Eltern kennen die Frühstart-Rente noch kaum
Trotz der positiven Resonanz zeigt die Umfrage erheblichen Informationsbedarf. Vor einer näheren Erklärung gaben lediglich 38 Prozent der Eltern an, die Frühstart-Rente und ihre Funktionsweise ungefähr zu kennen. 29 Prozent hatten zumindest den Namen schon gehört, ohne das Vorhaben im Detail zu kennen. Weitere 30 Prozent kannten es überhaupt nicht. Damit verfügten knapp 60 Prozent der befragten Eltern über wenig oder kein Wissen zu diesem Thema.
Drei Viertel der Eltern plädieren für eine umfassendere Förderung. 54 Prozent fordern, die Förderung zügig auf sämtliche Minderjährige unter 18 Jahren auszuweiten. 20 Prozent befürworten hingegen eine schrittweise Einbeziehung mehrerer zusätzlicher Jahrgänge. Nur acht Prozent halten die bisher geplante Ausweitung um jeweils einen Jahrgang pro Jahr für ausreichend.
Häufige Fragen zur Frühstart-Rente
Wer bekommt die Frühstart-Rente?
Zunächst fördert der Staat den Geburtsjahrgang 2020, rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Ab 2027 kommt jedes Jahr der Jahrgang hinzu, der in diesem Jahr sechs Jahre alt wird. Kinder und Jugendliche, die zum jeweiligen Start bereits älter sind, erhalten nach aktuellem Stand keine staatliche Förderung.
Welche Kritikpunkte gibt es an der Frühstart-Rente?
Aus der GDV-Umfrage geht hervor, dass knapp zehn Prozent der Eltern die Frühstart-Rente insgesamt negativ beurteilen. Der häufigste Einwand betrifft die Höhe der Förderung. 32 Prozent halten den Zuschuss von zehn Euro im Monat für zu gering.













