Gesetzliche Krankenkassen 2026: Millionen Versicherte zahlen mehr

Geld und Stethoskop
Foto: Smarterpix
Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen für das Jahr 2026 stehen fest. Bei vielen Kassen fallen sie höher aus als angekündigt.

Die gesetzlichen Krankenkassen legen für 2026 ihre Zusatzbeiträge fest – und viele Versicherte müssen erneut tiefer in die Tasche greifen. Denn trotz politischer Zusagen steigen die Sätze bei zahlreichen Kassen spürbar. Besonders betroffen sind Millionen Mitglieder bundesweit. Eine Analyse zeigt, wo die Beiträge liegen und wer am stärksten erhöht.

Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen für das Jahr 2026 stehen fest. Bei vielen Kassen fallen sie höher aus als angekündigt. Entgegen den Zusagen von Gesundheitsministerin Nina Warken zeigt sich erneut, dass stabile Beitragssätze nicht zu halten waren. Diese Entwicklung hatte sich bereits seit Wochen abgezeichnet.

Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas, bringt es so auf den Punkt: „Der durchschnittliche Zusatzbeitrag, der ja bei 2,9 stabil sein sollte, hat die Drei-Prozent-Markt bereits jetzt überschritten. Das ist das Ärgerliche an der Realität: Man kann sie leugnen, aber sie wird dadurch nicht verändert. Nun habe ich keine hellseherischen Fähigkeiten, aber ich kann rechnen!“

Nach aktuellen Auswertungen sind mehr als 30 Millionen Versicherte von Beitragserhöhungen betroffen. Thomas Adolph, Geschäftsführer des unabhängigen Vergleichsportals gesetzlichekrankenkassen.de, kommentiert: „Wer wie Jens Baas rechnen kann und die Realitäten der Branche kennt, dem war diese Entwicklung absolut klar.“ Zugleich kritisiert er die politische Kommunikation: „Schade, dass von unserer Gesundheitsministerin Nina Warken Hoffnungen geweckt wurden, die nun bei mehr als 30 Millionen Versicherten zerplatzt sind – so viele sind nämlich von Beitragserhöhungen betroffen. Dies zerstört das Vertrauen in die Sozialsysteme und die Politik noch weiter und war absolut unnötig!“

Prognosen und Kostenentwicklung

Bereits die große Erhöhungswelle im Januar 2025 hatte gezeigt, dass die Prognosen des sogenannten Schätzerkreises des Bundesgesundheitsministeriums nur begrenzte Aussagekraft besitzen. Damals erhöhten zahlreiche Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge, später folgten weitere unterjährige Anpassungen. Insgesamt hoben 20 von 93 Krankenkassen ihre Beiträge zusätzlich an, ohne die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau zu berücksichtigen.

Zwar passte der Schätzerkreis seine Prognose im Oktober an das damalige Beitragsniveau an, doch der weitere Finanzbedarf durch steigende Kosten und die notwendige Auffüllung von Rücklagen blieb unzureichend berücksichtigt. „So zeigt sich in diesen Tagen deutlich: Lediglich eine einzige Kasse verlangt genau die geschätzten 2,9 Prozent als Zusatzbeitrag, 71 Krankenkassen aber teils deutlich mehr – nämlich bis zu 4,39 Prozent!“, so Thomas Adolph.


Das könnte Sie auch interessieren:

Nach Analysen des Vergleichsportals liegen lediglich 20 der ab Januar 2026 noch 92 gesetzlichen Krankenkassen unter dem berechneten Durchschnittswert. Die übrigen bewegen sich auf oder über diesem Niveau, teils deutlich darüber.

Günstige und teure Krankenkassen im Überblick

Zu den bundesweit geöffneten Krankenkassen mit den niedrigsten Zusatzbeiträgen zählen 2026 die BKK firmus mit 2,18 Prozent, die TUI BKK mit 2,50 Prozent, die hkk Krankenkasse mit 2,59 Prozent, die Audi BKK mit 2,60 Prozent sowie die Techniker Krankenkasse mit 2,69 Prozent. Auch einige regional geöffnete Kassen liegen in diesem Bereich, darunter die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit 2,47 Prozent, die BKK Faber-Castell & Partner in Bayern mit 2,48 Prozent und die BKK Public mit 2,50 Prozent.

Die stärksten Beitragserhöhungen verzeichnen einzelne Krankenkassen. Die betriebsbezogene BKK EWE hebt ihren Zusatzbeitrag von 1,98 Prozent auf 3,19 Prozent an. Die regional geöffnete BKK exklusiv erhöht von 2,39 Prozent auf 3,49 Prozent, während die bundesweit geöffnete energie-BKK nun 3,98 Prozent verlangt.

Am oberen Ende der Skala stehen mehrere Krankenkassen mit Zusatzbeiträgen von über vier Prozent. Den höchsten Satz erhebt 2026 die bundesweit geöffnete BKK24 mit 4,39 Prozent. Es folgen die regional geöffnete BKK Herkules mit 4,38 Prozent sowie die BKK Werra-Meissner und die IKK Brandenburg und Berlin mit jeweils 4,35 Prozent.

Kaum Bewegung durch Fusionen

Die Zahl der Krankenkassen verändert sich kaum. Zum Ende des Jahres 2025 verschwindet lediglich eine Kasse durch eine Fusion. Die regional geöffnete BKK Voralb Heller Index Leuze geht in der bundesweit geöffneten SBK Siemens-BKK auf. Für die Mitglieder der bisherigen BKK bedeutet dies eine Beitragssenkung um 0,1 Prozentpunkte.

Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen für das Jahr 2026 stehen fest. Bei vielen Kassen fallen sie höher aus als angekündigt. Entgegen den Zusagen von Gesundheitsministerin Nina Warken zeigt sich erneut, dass stabile Beitragssätze nicht zu halten waren.

Diese Entwicklung hatte sich bereits seit Wochen abgezeichnet. Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas, bringt es so auf den Punkt: „Der durchschnittliche Zusatzbeitrag, der ja bei 2,9 stabil sein sollte, hat die 3-Prozent-Markt bereits jetzt überschritten. Das ist das Ärgerliche an der Realität: Man kann sie leugnen, aber sie wird dadurch nicht verändert. Nun habe ich keine hellseherischen Fähigkeiten, aber ich kann rechnen!“

Nach aktuellen Auswertungen sind mehr als 30 Millionen Versicherte von Beitragserhöhungen betroffen. Thomas Adolph, Geschäftsführer des unabhängigen Vergleichsportals gesetzlichekrankenkassen.de, kommentiert: „Wer wie Jens Baas rechnen kann und die Realitäten der Branche kennt, dem war diese Entwicklung absolut klar.“ Zugleich kritisiert er die politische Kommunikation: „Schade, dass von unserer Gesundheitsministerin Nina Warken Hoffnungen geweckt wurden, die nun bei mehr als 30 Millionen Versicherten zerplatzt sind – so viele sind nämlich von Beitragserhöhungen betroffen. Dies zerstört das Vertrauen in die Sozialsysteme und die Politik noch weiter und war absolut unnötig!“

Prognosen und Kostenentwicklung

Bereits die große Erhöhungswelle im Januar 2025 hatte gezeigt, dass die Prognosen des sogenannten Schätzerkreises des Bundesgesundheitsministeriums nur begrenzte Aussagekraft besitzen. Damals erhöhten zahlreiche Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge, später folgten weitere unterjährige Anpassungen. Insgesamt hoben 20 von 93 Krankenkassen ihre Beiträge zusätzlich an, ohne die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau zu berücksichtigen.

Zwar passte der Schätzerkreis seine Prognose im Oktober an das damalige Beitragsniveau an, doch der weitere Finanzbedarf durch steigende Kosten und die notwendige Auffüllung von Rücklagen blieb unzureichend berücksichtigt. „So zeigt sich in diesen Tagen deutlich: Lediglich eine einzige Kasse verlangt genau die geschätzten 2,9 Prozent als Zusatzbeitrag, 71 Krankenkassen aber teils deutlich mehr – nämlich bis zu 4,39 Prozent!“, so Thomas Adolph.

Nach Analysen des Vergleichsportals liegen lediglich 20 der ab Januar 2026 noch 92 gesetzlichen Krankenkassen unter dem berechneten Durchschnittswert. Die übrigen bewegen sich auf oder über diesem Niveau, teils deutlich darüber.

Günstige und teure Krankenkassen im Überblick

Zu den bundesweit geöffneten Krankenkassen mit den niedrigsten Zusatzbeiträgen zählen 2026 die BKK firmus mit 2,18 Prozent, die TUI BKK mit 2,50 Prozent, die hkk Krankenkasse mit 2,59 Prozent, die Audi BKK mit 2,60 Prozent sowie die Techniker Krankenkasse mit 2,69 Prozent. Auch einige regional geöffnete Kassen liegen in diesem Bereich, darunter die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit 2,47 Prozent, die BKK Faber-Castell & Partner in Bayern mit 2,48 Prozent und die BKK Public mit 2,50 Prozent.

Die stärksten Beitragserhöhungen verzeichnen einzelne Krankenkassen. Die betriebsbezogene BKK EWE hebt ihren Zusatzbeitrag von 1,98 Prozent auf 3,19 Prozent an. Die regional geöffnete BKK exklusiv erhöht von 2,39 Prozent auf 3,49 Prozent, während die bundesweit geöffnete energie-BKK nun 3,98 Prozent verlangt.

Am oberen Ende der Skala stehen mehrere Krankenkassen mit Zusatzbeiträgen von über vier Prozent. Den höchsten Satz erhebt 2026 die bundesweit geöffnete BKK24 mit 4,39 Prozent. Es folgen die regional geöffnete BKK Herkules mit 4,38 Prozent sowie die BKK Werra-Meissner und die IKK Brandenburg und Berlin mit jeweils 4,35 Prozent.

Kaum Bewegung durch Fusionen

Die Zahl der Krankenkassen verändert sich kaum. Zum Ende des Jahres 2025 verschwindet lediglich eine Kasse durch eine Fusion. Die regional geöffnete BKK Voralb Heller Index Leuze geht in der bundesweit geöffneten SBK Siemens-BKK auf. Für die Mitglieder der bisherigen BKK bedeutet dies eine Beitragssenkung um 0,1 Prozentpunkte.

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen