Gothaer gibt Tipps gegen Einbruchdiebstahl in der dunklen Jahreszeit

Ein Mann mit dunklem Kapuzenpulli bricht in eine Terrassentür ein
Foto: Shutterstock
In Einfamilienhäusern gilt der Nachmittag bis ca. 22.00 Uhr als beliebte Einbruchszeit.

Die Anzahl der Einbrüche geht zwar insgesamt zurück. Dennoch ist Winterzeit auch Einbruchszeit. Wie man sein Zuhause schützt und welche Tipps es zu beherzigen gilt, erklärt Ekkehart Karen vom Beratungsservice Einbruch-Diebstahl-Schadenprävention für die Gothaer.

Einen Vorteil des Corona-Lockdowns offenbart der Blick auf die Einbruchsstatistik: Die Zahl der versicherten Wohnungseinbrüche ist im letzten Jahr auf ein historisches Tief gesunken. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V (GDV) ist die Zahl der Einbrüche erneut gesunken, mit rund 60.000 Wohnungseinbrüchen waren es 2021 noch mal ein Viertel weniger als im Jahr zuvor. Das ist der niedrigste Wert in der bis 1998 zurückreichenden Statistik.

Auch die Zahlen der Gothaer sprechen eine eindeutige Sprache: Während dem Unternehmen 2018 noch 10.797 Einbrüche in Privathaushalten gemeldet wurden, waren es im vergangenen Jahr nur 7.074. 

Doch gerade in der dunklen Jahreszeit gibt es für Einbrecher wieder mehr Gelegenheit, aktiv zu werden. Vor allem zum Start in das Wochenende schlagen Einbrecher laut Gothaer Statistik gerne zu – eben genau dann, wenn die Menschen ausgehen. So wurden 2020 beispielsweise 1.299 Einbrüche in Privathaushalte an Freitagen gemeldet, an Sonntagen mit 968 deutlich weniger. Es gibt aber eben auch jahreszeitliche Schwerpunkte: „Die meisten Haus- und Wohnungseinbrüche werden in den Monaten November bis Februar verübt“, erklärt Ekkehart Karen vom Beratungsservice Einbruch-Diebstahl-Schadenprävention für die Gothaer.

Besonders gerne werde in Kellern, Waschküchen und Dachböden eingebrochen, da auch dort für Täter attraktive Sachwerte abgestellt und diese Orte seltener aufgesucht werden. Es gibt jedoch eine Reihe von Maßnahmen, die es Einbrechern schwermachen und damit zur Prävention beitragen.

Sorglosigkeit wird von Profi-Dieben ausgenutzt

Die Professionalität der Einbrecher wird häufig unterschätzt, Sorglosigkeit macht es Dieben dann unnötig leicht: Gekippte Fenster oder nicht abgeschlossene Haustüren werden als Gefahrenquellen oftmals nicht erkannt. Der Tagesausflug am Wochenende oder der Kurzurlaub können schnell zur Einladung für Gauner werden. Das einfachste Mittel gegen Einbruch ist das Vortäuschen von Anwesenheit – etwa durch den Einsatz von Zeitschaltuhren für Rollläden und Lampen. Wenn Freunde oder Nachbarn zudem den Briefkasten leeren, kann das schon hilfreich sein. 

Doch auch unabhängig von längeren Abwesenheiten gilt: „Einbrecher haben immer Saison. In Mehrfamilienhäuser wird gerne tagsüber zwischen mittags und frühem Abend eingebrochen, in Einfamilienhäusern gilt der Nachmittag bis ca. 22.00 Uhr als beliebte Einbruchszeit“, weiß Ekkehard Karen. Von der vermeintlichen Nacht-und-Nebel-Aktion kann also in der Realität nicht zwingend die Rede sein.

Deswegen sollten auch im Alltag präventive Maßnahmen ergriffen werden: Es kann sich durchaus lohnen, Einbruch hemmende Türen und Fenster, besonders an Terrassen bzw. Balkonen, nachrüsten zu lassen, um sie gegen das Aufhebeln zu schützen. „Solche Hindernisse kosten die Diebe etwas, das sie nicht haben: Zeit und das Risiko, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Immer häufiger kommt es erst gar nicht zum Einbruch: Allein 2021 sind 48,7 Prozent der Einbrüche an fachgerecht montierten Einbruch-Sicherungen gescheitert“, sagt Ekkehart Karen.

Stehlgutliste an den Versicherer und die Polizei vorbereiten

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch zu einem Einbruch kommen, ersetzt die Hausratversicherung den materiellen Schaden. Dafür müssen die Einbruchsopfer schnellstmöglich eine Stehlgutliste an den Versicherer und die Polizei geben. Weil es in der allgemeinen Aufregung schwierig sein kann, an alles zu denken, was sich in den Wohnräumen befunden hat, ist es sinnvoll, im Vorhinein eine Inventarliste anzufertigen. Nach einem Einbruch kann der Hausrat mit einer solchen Liste abgeglichen werden. „Zudem sollte man sich wirklich regelmäßig die Zeit nehmen, Hausratwerte in Fotos oder Videos zu dokumentieren, Quittungen aufzubewahren, Wertsachen wie Kunst, Uhren und Schmuck durch ein Wertgutachten entsprechender Fachkräfte dokumentieren zu lassen, sofern keine Kaufbelege mehr existieren. Alle diese Belege sollten dann dupliziert und auch außerhalb der Wohnung oder des Hauses geschützt hinterlegt werden“, rät Ekkehart Karen.

Die Gothaer gibt weitere Tipps für den Einbruchschutz:

– Bei Neubau, Renovierung, An- oder Umbau: Einbruch hemmende Außentüren, Terrassen-Balkon-Türen (Fenstertüren) und Fenster einbauen

– Schließzylinder gegen Abbrechen, Herausreißen und Kernziehen schützen 

– Fenster bei Abwesenheit immer schließen, nie gekippt oder offenstehen lassen

– Schlüssel von Türen nie draußen deponieren, Türen immer verschließen 

– Außenbereiche beleuchten, beispielsweise mit Bewegungsmeldern

– Anwesenheit vortäuschen: Innen- und Außenbeleuchtung sowie Rollläden per Zeitschaltuhr steuern

– Briefkasten während des Urlaubs leeren lassen

– Wertgegenstände dokumentieren und Quittungen auch außerhalb der eigenen Wohnung bzw. des Hauses archivieren

– Auf den Anrufbeantworter oder in den sozialen Netzwerken keine Hinweise auf die Abwesenheit hinterlassen, wenn man zum Beispiel im (Kurz-) Urlaub ist

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