Immobilien: Wo Nachfrage und Preise auseinanderlaufen

Pflegeimmobilien
Foto: KI (ChatGPT)
KI-generiertes Symbolbild

In vielen Städten jenseits der Metropolen zieht die Nachfrage nach Eigentumswohnungen deutlich an, während die Preise oft nur moderat steigen. Eine Auswertung von ImmoScout24 für 118 große und mittelgroße Städte zeigt, wo sich daraus neue Chancen für Käufer und Investoren ergeben.

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen entwickelt sich in vielen Städten der zweiten Reihe deutlich dynamischer als die Preise. Laut einer Analyse von ImmoScout24 unter 118 B-, C- und D-Städten stiegen die Kaufpreise für Bestandswohnungen zwischen dem vierten Quartal 2024 und dem vierten Quartal 2025 im Schnitt um 2,4 Prozent. In den ersten beiden Monaten 2026 legte das Kaufinteresse dagegen durchschnittlich um 14 Prozent zu. In den acht deutschen Metropolen erhöhten sich die Kaufpreise im gleichen Zeitraum nur um 1,4 Prozent.


Das könnte Sie auch interessieren:

Besonders stark zeigt sich dieser Trend in Städten mit urbaner Infrastruktur und Hochschulstandorten. In Bamberg steigt die Nachfrage seit Jahresbeginn um 55 Prozent, während die Preise im Jahresvergleich nur um 0,4 Prozent zulegen. In Passau wächst das Kaufinteresse sogar um 50 Prozent, obwohl die Kaufpreise um 1,8 Prozent sinken. Auch darin sieht ImmoScout24 ein Signal für Märkte, in denen die Nachfrage bereits anzieht, die Preisentwicklung aber noch hinterherläuft.

„In vielen mittelgroßen Städten steigt die Nachfrage deutlich schneller als die Preise. Das sehen wir besonders in Zentren mit guter Infrastruktur. Wer dort kaufen will, trifft aktuell auf ein Marktumfeld mit steigender Nachfragedynamik, aber noch moderaten Preisbewegungen“, sagt Daniel Hendel, Geschäftsführer von ImmoScout24.

Nachfrage steigt in vielen Städten deutlich

Den stärksten Anstieg beim Kaufinteresse verzeichnet Minden mit 95 Prozent. Es folgen Bottrop mit 60 Prozent und Bamberg mit 55 Prozent. Auch Göttingen mit 44 Prozent, Offenbach am Main mit 42 Prozent und Würzburg mit 41 Prozent zählen zu den Städten mit besonders dynamischer Entwicklung. Augsburg ist mit 4.531 Euro pro Quadratmeter die teuerste und zugleich größte Stadt unter den zehn Standorten mit besonders stark wachsender Nachfrage. Dort liegt das Plus bei 36 Prozent.

Dabei zeigt sich die Lücke zwischen Nachfrage und Preisentwicklung auf sehr unterschiedlichen Niveaus. In Duisburg mit 2.179 Euro pro Quadratmeter und Moers mit 2.652 Euro pro Quadratmeter bleiben Eigentumswohnungen vergleichsweise günstig. Zugleich zählen mit Erlangen zu 4.424 Euro pro Quadratmeter, Ingolstadt zu 4.343 Euro und Ulm zu 4.067 Euro auch hochpreisigere Städte zu den Märkten, in denen das Kaufinteresse deutlich stärker wächst als die Preise.

Nicht überall gehen steigende Preise mit wachsender Nachfrage einher. Hagen weist mit 8,9 Prozent den stärksten Preisanstieg im Jahresvergleich auf, zugleich sinkt die Nachfrage dort um fünf Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Siegen mit 5,8 Prozent Preisplus und in Salzgitter mit 6,6 Prozent, wo das Kaufinteresse ebenfalls rückläufig ist. Anders entwickelt sich Recklinghausen: Dort steigen die Preise um 6,3 Prozent, während die Nachfrage um 35 Prozent zunimmt. Unter den zehn Städten mit der stärksten Preisentwicklung liegt nur Mainz bei einem Kaufpreisniveau von mehr als 4.000 Euro pro Quadratmeter. Im vierten Quartal 2025 steigen die Preise dort um 6,0 Prozent, die Nachfrage liegt mit 14 Prozent genau im Durchschnitt der untersuchten Städte.

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen