Interhyp-Bankenpanel: Kurzfristig Ruhe am Zinsmarkt, später wieder Aufwärtsdruck

Bildagentur PantherMedia / Andriy Popov

Die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen verharren Anfang Februar bei rund 3,7 Prozent. Laut dem aktuellen "Bankenpanel" von Interhyp erwarten Marktteilnehmer kurzfristig kaum Bewegung, rechnen im weiteren Jahresverlauf jedoch mit steigenden Zinsen. Für Kaufinteressierte eröffnet das ein enges, aber relevantes Zeitfenster.

Zum Start in den Februar bewegen sich die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen weiterhin auf einem durchschnittlichen Niveau von rund 3,7 Prozent. Damit setzt sich die Phase relativer Stabilität fort, die Kaufinteressierten Planungssicherheit bietet. Der Baufinanzierungsvermittler Interhyp sieht darin ein Umfeld, in dem sich Finanzierungen derzeit gut kalkulieren lassen.


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Die Entwicklung der Bauzinsen wird aktuell vor allem von geldpolitischen Erwartungen und den Renditen deutscher Bundesanleihen geprägt. Im jüngsten Interhyp-„Bankenpanel“ rechnen alle befragten Institute für die kommenden vier Wochen mit einer Seitwärtsbewegung. Eine Stimme aus dem Panel sagt: „Die Bauzinsen dürften sich bis Ende März 2026 weitgehend seitwärts bewegen. Die erwarteten geldpolitischen Schritte der EZB sind an den Kapitalmärkten bereits eingepreist.“

Auf Sicht der kommenden Monate fällt das Bild differenzierter aus. Rund zwei Drittel der Experten erwarten im weiteren Jahresverlauf eine Rückkehr zur 4-Prozent-Marke oder darüber hinaus, während knapp ein Drittel von einem anhaltend stabilen Zinsniveau ausgeht.

Bauzinsen: Kurzfristige Ruhe, langfristige Risiken

Aus dem Panel heißt es: „Die fiskalischen Stimuli u.a. in den USA („One Big Beautiful Bill“), Deutschland („Sondervermögen“) und Japan (“MwSt.-Senkung”) und die dadurch weiter ansteigenden Staatsschulden dürften einem Rückgang der Renditen im Wege stehen. Hinzu kommt, dass die Bundesregierung für 2026 eine spürbare Ausweitung der Anleiheemissionen plant. Insgesamt spricht dies dafür, dass langfristige Renditen nur begrenzten Spielraum nach unten haben – und damit auch die Hypothekenzinsen.”

Vor diesem Hintergrund rät Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe, dazu, das aktuelle Zinsniveau in die Überlegungen einzubeziehen. „Da die Bauzinsen im weiteren Jahresverlauf in der Tendenz eher steigen dürften, rate ich Kaufinteressierten, das derzeitige Niveau zu nutzen. Im Vergleich zu einem Zins-Niveau um die vier Prozent spart man aktuell schnell einige Hundert Euro an jährlicher Rate – auf die gesamte Dauer der Zinsbindung gesehen, kommen häufig mehrere Tausend Euro Ersparnis zusammen, die in die schnellere Entschuldung oder wertsteigernde Modernisierungen investiert werden können.“

Drei Empfehlungen für Kaufinteressierte im Februar

Unabhängig von der Zinsentwicklung bleibt eine saubere Vorbereitung entscheidend. Wer seine finanziellen Spielräume kennt und über eine belastbare Finanzierungsbestätigung verfügt, kann bei passenden Objekten schnell handeln. Das verschafft Vorteile in einem Markt, in dem Verkaufsentscheidungen oft kurzfristig fallen.

Auch bei den Kaufpreisen sehen Finanzierungsexperten weiterhin Ansatzpunkte. Der energetische Zustand einer Immobilie oder absehbarer Modernisierungsbedarf lassen sich in vielen Fällen als Argumente für Preisverhandlungen nutzen, selbst wenn die Nachfrage insgesamt hoch bleibt.

Angesichts der mittelfristigen Zinsprognosen gewinnt zudem die Struktur der Finanzierung an Bedeutung. Längere Zinsbindungen oder Forward-Optionen können helfen, das aktuelle Niveau über einen längeren Zeitraum zu sichern und das Risiko steigender Finanzierungskosten zu begrenzen.

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