Kolumne von Bastian Kunkel: Wann die Berufsunfähigkeitsversicherung (nicht) leistet

Foto: Enno Friedrich
Bastian Kunkel

Die öffentliche Meinung hält hartnäckig an dem Gerücht fest, dass Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) grundsätzlich nicht leisten würden. Aber ist das wirklich der Fall? Warum die Berufsunfähigkeitsversicherung doch (oder nicht) leistet: Eine Kolumne von Bastian Kunkel über Leistungsablehnungen und wie Du sie als Versicherungsmakler - oder -vermittler für Deine Kunden vermeiden kannst.

Die folgenden Zeilen sollen ein wenig Licht ins Dunkel bringen und erklären, warum es zu Leistungsablehnungen kommt und wie du diese vermeiden kannst. Erst einmal ein paar Fakten: Eine aktuelle Leistungspraxisstudie von Franke und Bornberg zeigt, dass 80 Prozent der Anträge auf Berufsunfähigkeitsleistungen von den untersuchten Versicherern anerkannt wurden. Angesichts dieser Zahlen wird schon mal klar, dass das Gerücht, BU-Versicherer würden generell nicht leisten, schlichtweg falsch ist.

Drei Ursachen für Leistungsablehnungen

Doch warum kommt es überhaupt zu Leistungsablehnungen? In vielen Fällen liegt die Ursache dafür nicht beim Versicherer, sondern bei den Versicherten selbst. Eine eher unbequeme Wahrheit. Denn es ist halt immer so schön einfach, mit dem Finger auf den „bösen“ Versicherer zu zeigen, anstatt die Verantwortung und entsprechend den Fehler bei sich selbst zu suchen. Im Folgenden möchte ich deshalb die häufigsten Fehler beim Abschluss einer BU- Versicherung und deren Folgen aufzeigen.

1. Falsche oder unvollständige Angaben

Die wohl häufigste Ursache für Leistungsablehnungen sind: Falsche oder unvollständige Angaben bei den Gesundheitsfragen im Antrag. Zu diesem Thema findet sich auf meinem YouTube- Kanal auch bereits ein ausführliches Interview mit Rechtsanwalt Björn Thorben M. Jöhnke. Wenn der Kunde eine Vorerkrankungen nicht korrekt angibt oder Informationen bewusst verschweigt, kann das im Leistungsfall zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Daher ist es von größter Bedeutung, die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten. Ein Aufwand, den viele scheuen, welcher aber schlichtweg nötig ist, um dem Versicherer später auch mal keine Angriffsfläche zu bieten. Unsere Beratungspraxis zeigt hier auch ein weiteres Problem: Diagnosen und Abrechnungen von Ärzten finden sich zwar in Patientenakten und Abrechnungen der Krankenkassen, aber der Patient bekommt davon nichts mit. Ein Thema, was vermutlich nochmal eine eigene Kolumne verdient hätte, dies in der Öffentlichkeit nahezu überhaupt noch nicht diskutiert wird.

2. Fehleinschätzung der eigenen Berufsunfähigkeit

Fehleinschätzung der eigenen Berufsunfähigkeit: Ein weiterer häufiger Grund für Leistungsablehnungen ist die Fehleinschätzung der eigenen Berufsunfähigkeit. Viele Versicherte melden ihre BU zu früh, weil sie glauben, bereits berufsunfähig zu sein. Eine BU-Versicherung leistet jedoch in der Regel nur dann, wenn du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist und die Berufsunfähig- keit voraussichtlich mindestens sechs Monate andauert.

3. Unzureichende Absicherung

Unzureichende Absicherung: Manchmal kommt es vor, dass Versicherte eine BU-Versicherung abschließen, die nicht ihren tatsächlichen Bedürfnissen entspricht. Heißt, es gibt z.B. Klauseln im Vertrag, welche nachteilig für den Kunden ausgelegt werden können. Beispielsweise ein Unternehmer/Selbstständiger, bei welchem nicht auf eine kundenfreundliche Formulierung der sogenannten Umorganisationsklausel geachtet wurde. In solchen Fällen kann es ebenfalls zu Leistungsablehnungen kommen, weil die BU-Versicherung schlichtweg nicht greift.

Wie lassen sich diese Fehler vermeiden?

Lesen Sie hier, wie es weitergeht.

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