Krankenkassenbeiträge steigen: Rentner zahlen bis zu 1.379 Euro mehr

Foto: Cash./KI-generiertes Bild
Zwischen den bundesweit geöffneten Krankenkassen bestehen weiterhin deutliche Beitragsunterschiede.

Zum März steigen für viele Rentner die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Je nach Einkommen kann die Mehrbelastung bis zu 1.379 Euro im Jahr betragen. Berechnungen von Verivox zeigen, wie stark einzelne Gruppen betroffen sind.

Die gesetzliche Krankenversicherung erreicht ein neues Beitragsniveau. Zahlreiche Krankenkassen hatten zum Jahreswechsel ihre Zusatzbeiträge angehoben, ab März greifen die höheren Sätze nun für Rentnerinnen und Rentner. Grund ist eine gesetzliche Regelung, wonach Anpassungen für Ruheständler zeitversetzt wirksam werden.

Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox haben 35 von 72 allgemein geöffneten Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag erhöht. Die stärkste Anpassung einer einzelnen Kasse liegt bei 1,10 Prozentpunkten. Während Beschäftigte die höheren Beiträge bereits seit Jahresbeginn zahlen, trifft es Rentner nun mit zweimonatiger Verzögerung. Wie Arbeitnehmer tragen sie die Hälfte des Beitrags selbst, die andere Hälfte übernimmt die Rentenversicherung.

Zusätzlich steigt seit diesem Jahr die Beitragsbemessungsgrenze von 66.150 Euro auf 69.750 Euro. Damit unterliegt ein größerer Teil des Einkommens der Beitragspflicht. Vor allem Ruheständler mit höheren Bezügen spüren die Folgen. Ihre jährliche Mehrbelastung kann sich auf bis zu 1.379 Euro summieren, so Verivox.

Standardrentner ebenfalls betroffen

Auch Bezieher einer sogenannten Standardrente bleiben von den Anpassungen nicht verschont. Wer 45 Jahre lang ein durchschnittliches Einkommen erzielt hat, erhält laut Deutscher Rentenversicherung aktuell 1.835,55 Euro monatlich. Für diese Gruppe kann die Krankenversicherung um bis zu 121 Euro pro Jahr teurer werden.


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„Die aktuellen Beitragserhöhungen machen deutlich, dass die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung unter Druck steht. Für die Versicherten bedeutet das höhere Kosten, ohne dass sich die Leistungen entsprechend verbessern“, sagt Verivox Versicherungsvergleich-Geschäftsführer Aljoscha Ziller.

Wechsel kann Kosten dämpfen

Zwischen den bundesweit geöffneten Krankenkassen bestehen weiterhin deutliche Beitragsunterschiede. Der Zusatzbeitrag liegt aktuell zwischen 2,18 und 4,39 Prozent. Da rund 95 Prozent der Leistungen gesetzlich festgeschrieben sind, bleiben zentrale medizinische Leistungen auch nach einem Wechsel erhalten.

Ein Wechsel von der teuersten zur günstigsten Kasse kann laut Verivox für Ruheständler mit Standardrente eine Ersparnis von 243 Euro pro Jahr bringen. Für Rentner mit Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt das mögliche Sparpotenzial bei bis zu 771 Euro jährlich. Wechselberechtigt ist, wer eine Beitragserhöhung erhalten hat oder seit mindestens zwölf Monaten bei seiner aktuellen Krankenkasse versichert ist.

Ziller weist zudem auf Unterschiede bei Zusatzleistungen hin: „Die Krankenkassen bieten unterschiedliche Zusatzleistungen für ihre Versicherten wie die Übernahme alternativer Behandlungsmethoden oder von Reiseschutzimpfungen. Hier sollten Versicherte aber genau abwägen, was sie auch tatsächlich in Anspruch nehmen und ob sich das lohnt. Eine professionelle Zahnreinigung im Jahr wiegt nicht hunderte Euro mehr für die Versicherung auf.“

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