Krieg im Iran treibt Zinsen: Was Baufinanzierer jetzt beachten sollten

Florian Pfaffinger
Foto: Dr. Klein
Florian Pfaffinger

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten sorgt für Bewegung am Zinsmarkt. Steigende Energiepreise und wachsende Inflationssorgen treiben auch die Bauzinsen nach oben. Welche Entwicklung sich abzeichnet und worauf Vermittler achten sollten.

Die lange Phase stabiler Bauzinsen ist vorerst beendet. Auslöser ist die Eskalation im Nahen Osten, die sich zunehmend auf die Kapitalmärkte auswirkt. Vor allem steigende Energiepreise und wachsende Inflationssorgen treiben die Renditen langfristiger Staatsanleihen – und damit auch die Baufinanzierungszinsen.

Der repräsentative Zins für eine zehnjährige Baufinanzierung ist laut Dr. Klein seit Beginn der jüngsten Zuspitzung von 3,28 Prozent auf aktuell 3,47 Prozent gestiegen (Stand: 16. März 2026). Florian Pfaffinger, Mitglied im Expertenrat des Unternehmens, ordnet ein: „Historisch betrachtet ist dieser Wert nach wie vor attraktiv.“ Zugleich warnt er vor falschen Erwartungen: „Wer momentan auf sinkende Zinsen wartet, zahlt am Ende womöglich drauf.“

Trotz steigender Volatilität rät Pfaffinger jedoch auch von überstürzten Entscheidungen ab: „Eine solide Planung gepaart mit guter Beratung ist nach wie vor die deutlich bessere Strategie auf dem Weg in die eigenen vier Wände.“


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Der Krieg im Iran verstärkt die Unsicherheit über die weitere Inflationsentwicklung im Euroraum. Steigende Preise für Öl und Gas könnten die Teuerung anheizen, wobei Ausmaß und Dauer stark vom weiteren Verlauf des Konflikts abhängen.

Isabel Schnabel, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank, bezeichnet die drohende Inflation als „schwerwiegendsten Nebeneffekt des Konflikts“ und mahnt zur Wachsamkeit. Dennoch erwartet Pfaffinger kurzfristig keine geldpolitische Reaktion: „Wenn es bei einem temporären Preisschock im Energiesektor bleibt, gehe ich Stand jetzt davon aus, dass die EZB auf ihrer kommenden Sitzung keine Zinsanpassung verkünden wird.“

Auch ein nur moderater und vorübergehender Inflationsanstieg hätte aus Sicht der Notenbank lediglich begrenzte Relevanz. Gleichzeitig bleibt der weitere Kurs offen: Der Markt rechnet aktuell mit bis zu zwei Zinsschritten bis Jahresende, möglicherweise bereits vor der Sommerpause.

Steigende Renditen treiben Bauzinsen

Inflationserwartungen wirken sich direkt auf die Kapitalmarktzinsen aus. In Krisenzeiten steigt zudem die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher staatlicher Ausgabenprogramme, etwa zur Stabilisierung der Konjunktur oder zur Entlastung bei Energiekosten.

„Noch mehr neue Staatsanleihen würden wiederum zu steigenden Renditeerwartungen führen“, so Pfaffinger. Da sich Bauzinsen mit zeitlicher Verzögerung an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen orientieren, zeigt auch hier die Tendenz nach oben.

Eine klare Richtung ist derzeit jedoch schwer auszumachen. Pfaffinger erwartet für Bauzinsen mit zehnjähriger Bindung vorerst eine Seitwärtsbewegung mit Schwankungen von etwa 0,2 bis 0,3 Prozentpunkten. Gleichzeitig sind längere Zinsbindungen aktuell vergleichsweise günstig, da deren Aufschläge geringer ausfallen. Für Kaufinteressierte kann das bei der Finanzierungsstruktur entscheidend sein.

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