Andrzej Szczepaniak, EZB-Beobachter bei Nomura, in einer aktuellen Einschätzung: „Die Reaktion der Märkte auf den Konflikt zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits war bislang am stärksten auf den Märkten für Rohöl, Erdgas und den Inflationserwartungen zu spüren. Die nominalen Zinssätze am kurzen Ende haben sich kaum verändert.

Andrzej Szczepaniak (Foto: Nomura)
Für die EZB wird es vor allem darauf ankommen, wie ausgeprägt und anhaltend die jüngsten Preisbewegungen bei Rohöl und Erdgas sind und wie sie sich auf die HVPI-Inflation im Euroraum auswirken werden.
Die Märkte dürften ihre Erwartungen für Zinserhöhungen bis Dezember 2026 und Dezember 2027 leicht erhöhen, ohne jedoch zusätzliche Erhöhungen vollständig einzupreisen (d. h. die kumulierte Preisänderung bis Dezember 2027 wird deutlich weniger als 25 Basispunkte betragen). Der Anstieg der 1-Jahres-HVPI-Inflationserwartungen von 1,80 % auf 1,97 % und der 2-Jahres-HVPI-Inflationserwartungen von 1,77 % auf 1,91 % deutet darauf hin, dass die Märkte davon ausgehen, dass der Anstieg der Ölpreise begrenzt sein wird und dass der Konflikt möglicherweise nur von kurzer Dauer sein wird.
Wir sind letztlich der Ansicht, dass die jüngsten Entwicklungen in ihrer Wirkung bislang so begrenzt sind, dass die EZB in naher Zukunft keine reaktiven Maßnahmen ergreifen wird. Man erinnere sich: Die EZB hatte prognostiziert, dass die HVPI-Inflation von Q3 2026 bis Q4 2027 unter ihrem Ziel liegen würde. Darüber hinaus werden die Prognosen der EZB vom März die Rohöl- und Erdgaspreise vom 24./25. Februar zugrunde legen, also vor dem jüngsten Konflikt und der Reaktion der Märkte.“











