Der Marktwert aller Kryptowerte sank laut dem Risikobericht der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) bis Ende Juni 2026 auf rund 1,9 Billionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 28 Prozent gegenüber Jahresbeginn. Zugleich nahmen die Verbindungen zum klassischen Finanzsystem über institutionelle Anleger, Anlageprodukte und Stablecoins weiter zu.
Den kleineren Markt bewertet die ESMA zunächst als Entlastung: Der Preisrückgang seit dem Hoch im Oktober 2025 habe die Verwundbarkeit des Finanzsystems mechanisch verringert. Dieser Effekt könne jedoch vorübergehend sein, wenn die Verflechtung weiter wächst.
Als Beispiele nennt der Bericht den Start eines Kryptohandels für Kunden einer belgischen Großbank im Februar 2026 und den ersten von einer Bank aufgelegten börsengehandelten Spot-Kryptofonds im April. Ein Bankenkonsortium plante zudem für das zweite Halbjahr 2026 einen Euro-Stablecoin. Ohne wirksame Aufsichtsregeln könnten solche Verbindungen Schocks aus dem Kryptomarkt auf andere Teile des Finanzsystems übertragen.
Kryptowerte und Anlageprodukte verlieren an Wert
Der ESMA-Bericht stützt sich auf Marktdaten von CoinMarketCap, Morningstar und Kaiko. Die Angaben zu Hackerschäden stammen laut Bericht aus einer Halbjahresauswertung von TRM Labs. Demnach sank der Marktwert im ersten Quartal um rund 25 Prozent auf etwa 2,2 Billionen Euro und lag Ende Juni bei 1,9 Billionen Euro.
Bitcoin verlor im ersten Halbjahr 35 Prozent und hielt sich damit besser als Ether mit einem Minus von 52 Prozent und Solana mit einem Rückgang von 61 Prozent. Kryptofonds und börsengehandelte Produkte im Europäischen Wirtschaftsraum schrumpften von rund 18 Milliarden Euro Ende 2025 auf zwölf Milliarden Euro im Juni 2026.
Das Stablecoin-Volumen stagnierte bei rund 275 Milliarden Euro. Auf Tether und USD Coin entfielen zusammen 82 Prozent. Hackerschäden summierten sich auf rund eine Milliarde US-Dollar und lagen damit bei weniger als der Hälfte des Vorjahreszeitraums, in dem Schäden von 2,3 Milliarden US-Dollar angefallen waren.
On-Chain-Daten ergänzen den Blick auf Kurse
Die Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen bietet ein experimentelles Analysewerkzeug für Bitcoin-On-Chain-Daten an. Es bündelt sechs Blockchain-Signale zu einem Gesamtwert zwischen minus 100 und plus 100. Dazu zählen unter anderem die Entwicklung der Miner-Hashrate, Bewegungen großer Wallets zu und von Börsen sowie Transaktionsstau, Mining-Schwierigkeit und Gebührenniveau.
Eine Handelssimulation soll zeigen, wie sich die Signale in Entscheidungen übersetzen ließen. Sie arbeitet ohne echtes Geld und ist als experimentelle Demonstration gekennzeichnet.














