Lagrange Fondsmonitor: Institutionelle setzen stärker auf Infrastruktur und Immobilien

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Im Bereich Infrastruktur ist das Interesse an Batteriespeichern stark gestiegen (Symbolbild).

Institutionelle Anleger in Deutschland richten ihren Blick wieder verstärkt auf Immobilien- und Infrastrukturfonds. Besonders gefragt sind Wohnimmobilien und Nahversorgungszentren, während Batteriespeicher im Infrastrukturbereich stark an Bedeutung gewinnen. Doch welche Trends prägen die Märkte noch?

Deutsche institutionelle Investoren haben ihr Interesse an Immobilien-Spezialfonds im ersten Halbjahr 2025 weiter ausgebaut. Das zeigt der aktuelle Fondsmonitor des Beratungshauses Lagrange. Besonders gefragt sind Wohnimmobilien, gefolgt von Einzelhandelsimmobilien mit Lebensmittelschwerpunkt, die in der Anlegergunst zuletzt deutlich zulegten. Auch Logistikimmobilien, Real Estate Debt und Data Centers stehen weiterhin hoch im Kurs.


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Der Indexwert für das Interesse an Immobilien-Spezialfonds stieg auf 7,06 Punkte nach 6,83 Punkten Ende 2024. Ein Wert von 1 steht dabei für eine deutliche Reduzierung der Investments, 11 signalisiert eine starke Ausweitung. Parallel dazu kletterte das Interesse an Infrastrukturinvestments auf 7,21 Punkte und lag damit über dem Immobilienwert.

Bei der Risikoneigung der Anleger dominiert Core-plus mit 42 Prozent der Nennungen. Core-Investments verlieren weiter an Bedeutung und kommen nur noch auf 26 Prozent, während Value-add mit 24 Prozent kräftig zulegte. Opportunistische Anlagen spielen mit acht Prozent zwar eine geringe, aber wachsende Rolle.

Verschiebung bei Immobilienarten

Die Nachfrage nach Immobilienarten zeigt eine Verschiebung. Wohnimmobilien führen mit 13 Prozent, haben jedoch leicht an Gewicht verloren. Direkt dahinter folgen Einzelhandelsimmobilien mit Nahversorgung mit zwölf Prozent. Logistikimmobilien rutschten auf zehn Prozent ab. Ähnlich stark nachgefragt sind Real Estate Debt und Data Centers. Büroobjekte kommen auf sieben Prozent und liegen damit wieder etwas höher als im Vorhalbjahr. Auch Hotels, Light Industrial und Pflegeimmobilien bewegen sich in diesem Bereich.

Regional bleibt Deutschland mit 16 Prozent an der Spitze der Zielländer, gefolgt von der Benelux-Region mit 14 Prozent. Frankreich, Österreich und Großbritannien folgen mit Anteilen zwischen acht und zehn Prozent. Das Interesse an den USA hat sich deutlich abgeschwächt und liegt nur noch bei sechs Prozent.

Im Bereich Infrastruktur bleibt Photovoltaik die beliebteste Anlageform mit 21 Prozent der Nennungen. Stark aufgeholt haben Batteriespeicher, die von zuvor einstelligen Anteilen auf 16 Prozent kletterten. Infrastructure Debt (14 Prozent) und diversifizierte Infrastrukturfonds (13 Prozent) stehen ebenfalls im Fokus. Bei den Regionen bleibt Deutschland führend mit 43 Prozent, andere europäische Länder kommen auf 38 Prozent. Nordamerika verliert deutlich an Attraktivität, während Asien leicht zulegte.

Größte Herausforderung bleibt die Finanzierung

Als Hauptgründe für Investments in Immobilien-Spezialfonds nennen die Befragten spezifische Marktchancen und Risikodiversifikation, beide mit jeweils 39 Prozent. Managementexpertise und Inflationsschutz folgen mit Abstand. Bei Infrastruktur-Spezialfonds sehen die Investoren die gleichen Hauptmotive, während Inflationsschutz und fehlende Anlagealternativen kaum eine Rolle spielen.

Größte Herausforderung bleibt die Finanzierung, wenngleich mit 39 Prozent weniger stark als noch Ende 2024. Hohe Preise und geringe Renditen folgen mit 27 Prozent. Zunehmend genannt werden Risiken von Preis- und Mietrückgängen (18 Prozent) sowie ein begrenztes Objektangebot (15 Prozent). Im Infrastrukturbereich gelten Finanzierung und Produktkomplexität als größte Hürden.

Am Zweitmarkt liegt der Index für Käufe von Immobilienfondsanteilen bei 6,24 Punkten, etwas niedriger als zuvor, aber weiter im positiven Bereich. Verkäufe erreichten 6,58 Punkte und konzentrieren sich vor allem auf Büro- und Logistikfonds. Für Käufe stehen dagegen Anteile mit Wohn- und Nahversorgungsimmobilien im Vordergrund.

„Stark gestiegenes Interesse an Batteriespeichern bemerkenswert“

„Generell wenden sich die Investoren zurzeit wieder stärker Infrastrukturfonds zu. Im Immobilienbereich liegen neben Wohnimmobilien inzwischen vor allem Einzelhandelsimmobilien mit Lebensmittelschwerpunkt vorn, und dies am Primärmarkt ebenso wie am Zweitmarkt“, fasst Dr. Sven Helmer, Geschäftsführer von Lagrange, zusammen. Zudem sei die Nachfrage nach Data Centers und Hotels gestiegen.

Monika Bednarz, Managing Director bei Lagrange, betont: „Bemerkenswert ist insbesondere das stark gestiegene Interesse an Batteriespeichern, was wir auch in täglichen Gesprächen mit Investoren feststellen. Das stimmt mit dem neuen Trend im Infrastruktur-Segment überein, wo neben den etablierten Mega-Fonds zunehmend auch spezialisierte Manager und Sektorfonds an Bedeutung gewinnen.“

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