Map-Report PKV 2023: Das sind die besten privaten Krankenversicherer

abgeschnittene Ansicht des Geschäftsmannes in formaler Kleidung, die den Stern berührt, isoliert auf Weiß, Qualitätskonzept
Bildagentur PantherMedia / VitalikRadko
Huk-Coburg und WWK erzielten in allen Kategorien die Bestnote.

Der Map-report hat sein 23. PKV-Rating vorgelegt. Für die Neuausgabe des Klassikers wurden die Bilanzdaten und Servicekennzahlen der Jahre 2018 bis 2022 sowie die Bestandsbeiträge im Zeitraum 2000 bis 2023 ausgewertet. Die Höchstwertung erhielten die Debeka und die Signal Iduna. Allerdings hatten nur 13 Versicherer mit einem Marktanteil von 47 Prozent an dem neuen Rating teilgenommen.

Der Markt für private Krankenversicherungen ist nach wie vor sehr intransparent und das Risiko von Fehlentscheidungen sowohl für Vermittler als auch für Kunden hoch. Insofern möchten die Herausgeber des Map-Reports natürlich eine bestmögliche Marktübersicht abliefern. In diesem Jahr lieferten allerdings nur 13 Gesellschaften mit einem Marktanteil von rund 47 Prozent die für das Rating erforderlichen Daten. Zu den weiteren 17 Gesellschaften, die keine Antworten beigesteuert haben, hat der Map-report die öffentlich zugänglichen Bilanzkennzahlen sowie Beschwerdequoten ausgewertet.

Die Gewinner im Rating

Die Debeka verteidigte erneut die Position als bester privater Krankenversicherer im Rating. Mit 89 von maximal 100 Punkten setzte sich die Koblenzer Gesellschaft gegen die Mitbewerber durch und wurde für hervorragende Leistungen mit der Bewertung „mmm+“ ausgezeichnet. Die Debeka überzeugte laut Map-Report in allen drei Teilbereichen des Ratings. Während es bei den Bilanzkennzahlen mit 21,80 von maximal 30 Punkten wie im Vorjahr für den 14. Rang reichte, genügte es neben dem Gesamtsieg auch für die Spitzenposition in der Service- sowie der Vertragsbewertung.

Ebenfalls mit einer hervorragenden Bewertung ging die Signal Iduna aus dem Rennen. Mit dem vierten Rang in der Bilanzwertung, Position neun im Service und der Silbermedaille im Bereich Vertragsdaten sicherte sich der Dortmunder Versicherer mit insgesamt 86,80 Prozent einmal mehr einen Platz in der Spitze. Die höchste Bewertungskategorie wird ab 85 Prozent vergeben.

Der LVM führt das Feld der mit „mmm“ für sehr gute Leistungen bewerteten Gesellschaften an. Mit 84,40 Prozent wurde die Spitzengruppe nur knapp verfehlt. Im Vergleich zum Vorjahr (82,90 %) wurde das Ergebnis noch einmal verbessert. Und so ist der LVM der momentane Favorit für den Aufstieg in die Spitzengruppe. Eine sehr gute Bewertung erreichten ferner in der Neuauflage die VGH Provinzial mit 83,85 Prozent, die Alte Oldenburger mit 83,15 Prozent, die Allianz 81,30 Prozent, die R+V mit 80,89 Prozent, SDK (78,55 %) sowie Concordia (76,72 %). Die Barmenia konnte die leichten Punktverluste bei den Vertragsdaten mit Verbesserungen sowohl in der Bilanz- als auch in Servicebewertung überkompensieren und zählt mit 75 Prozent ebenfalls zur Riege der sehr guten Anbieter.

Das Teilnehmerfeld der mit „mm“ für gute Leistungen bewerteten Unternehmen wird von der Hanse Merkur mit 68,40 Prozent angeführt. Auch die Mecklenburgische (66,96 %) und Württembergische (66,14 %) bestätigten das Niveau des Vorjahres und wurden mit dem Prädikat „gut“ ausgezeichnet.

Höhere Beitragsanpassungen als im Vorjahr

Laut der Untersuchung nahmen die 13 Teilnehmer im PKV-Rating 2023 höhere Beitragsanpassungen vor als noch im Vorjahr. Im untersuchten Zeitraum der Jahre 2000 bis 2023 lag die durchschnittliche Beitragserhöhung in der Beispielrechnung des Angestellten im Branchenschnitt bei 3,8 Prozent. Zum Jahresbeginn 2023 wurde der Beitrag durchschnittlich um knapp 3,5 Prozent erhöht, 2022 waren es drei Prozent. Nur vier Teilnehmer nahmen keine oder keine nennenswerten Beitragsanpassungen vor. Bei den weiteren schwankten die Erhöhungen zwischen 2,7 und 10,1 Prozent.

Niedrige Anpassungen bei Beamten

In der Beitragsrechnung des Bundesbeamten für den Zeitraum von 2000 bis 2023 stiegen die Bestandsbeiträge um durchschnittlich drei Prozent. Zum Jahresanfang 2023 wurde der Beitrag durchschnittlich um einen Prozentpunkt erhöht, 2022 waren es hingegen noch 3,3 Prozent. Während die SDK die Prämien geringfügig ermäßigte und die Allianz, Barmenia, Concordia, Debeka HanseMerkur sowie Signal Iduna keine Anpassungen vornahmen, korrigierten die übrigen Versicherer zwischen 1,1 und 4,4 Prozent nach oben.

Ein anderes Bild zeigte sich laut Map-Report der stationären Zusatzversicherung. Über den Vergleichszeitraum der Jahre von 2000 bis 2023 halten sich laut der neuen Analyse die Beitragserhöhungen und -reduzierungen in etwa die Waage. In dieser Beispielrechnung wurden die Beiträge in den vergangenen 23 Jahren durchschnittlich um 0,24 Prozent erhöht. Zum Jahresauftakt 2023 lag das Plus in diesem Musterfall durchschnittlich bei 0,3 %. Im Vorjahr gingen die Beitragsanpassungen hingegen um -0,7 Prozent zurück. Dies Entwicklung dürfte den Nachwehen der Corona-Pandemie geschuldet sein, wo weniger Menschen zum Arzt gingen, als in den Jahren davor. Im langfristigen Mittel ist der Trend der Beitragsentwicklungen laut Map-Report nur marginal steigend.

Realitätsnähe

Eine weitere Variante zu den Beitragssteigerungen im Vertragsteil basiert auf der BaFin-Nachweisung 230. Im Gegensatz zu den Musterfällen wird hier nicht ein bestimmter Vertrag beziehungsweise eine Tarifkombination zu Grunde gelegt.

In dieser Rechnung für den Zeitraum von 2013 bis 2022 lagen die jährlichen Beitragsanpassungen durchschnittlich bei 2,8 %. Das Jahr 2022 verzeichnete mit einer durchschnittlichen Anpassung von 2,6 % wieder eine deutliche geringe Steigerungsrate als im Jahr 2021 mit 6,3 %. „Diese Beispielrechnung halten wir für besonders wertvoll“, konstatiert Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des map-report. „Es ist davon auszugehen, dass Beitragsanpassungen für den Gesamtbestand gemäß offizieller Nachweisung die Beitragsentwicklungen in der PKV deutlich besser darstellen als konstruierte Fallbeispiele mit fiktiven Versicherten“ führt Franke weiter aus.

„Für manche Versicherer sind diese Informationen offensichtlich zu heikel, um sie für ein Rating zu veröffentlichen. Gut vorstellbar ist auch, dass mit der Abfrage dieser Daten potenzielle neue Teilnehmer abgeschreckt werden“ ergänzt Reinhard Klages, Verantwortlicher des map-report.

Breites Bewertungsspektrum

Dass in einem Vergleich mit 13 Teilnehmern keine schlechtere Bewertung als „gut“ vergeben wird, spricht für ein durchgängig hohes Leistungsniveau, schlussfolgern die Herausgeber des Map-Report. Denn die Auswahl der Kriterien sei vielschichtig. Eventuelle Schwächen in einzelnen Bereichen können mit guten Ergebnissen bei anderen Kennzahlen kompensiert werden.

In den map-report-Ratings zeigt sich i.d.R., dass bilanzstarke Gesellschaften tendenziell auch bei den Kennzahlen der Bereiche Service- und Vertragsdaten besser abschneiden als Anbieter mit schwächeren Bilanzdaten.

In die Berechnung der Bewertungsraster fließen auch die Daten von ehemaligen Teilnehmern ein. Und auch die Ergebnisse von Gesellschaften, die ihre Bewertung nicht veröffentlichen möchten, bleiben bei der Bestimmung der Grenzwerte nicht außen vor. Vermutlich würde sich die Reihenfolge der bewerteten Gesellschaften allenfalls geringfügig ändern, wenn alle 30 Unternehmen am Rating teilgenommen hätten. Aber viele Anbieter kapitalgedeckter Gesundheitsvorsorge sind weiterhin keine Paradebeispiele für Offenheit und Transparenz.

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