Eine Midterms 2026 Prognose zur künftigen Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus lässt sich kurz nach Schließung der ersten Wahllokale noch nicht abgeben. Nach Angaben von CBS News und NBC News sind in der Wahlnacht zunächst nur unumstrittene Sitze ausgezählt, während die entscheidenden Rennen weiterlaufen. Für institutionelle Anleger und Vermögensverwalter mit US-Engagement ist der Ausgang dennoch relevant. Davon hängt ab, wie handlungsfähig die Regierung von Präsident Donald Trump in den kommenden zwei Jahren bleibt.
In sechs Bundesstaaten schlossen am 3. November um 19:00 Uhr Ostküstenzeit die ersten Wahllokale. In Mitteleuropa war es zu diesem Zeitpunkt 1:00 Uhr in der Nacht zum 4. November. Betroffen davon waren die Bundesstaaten Georgia, Indiana, Kentucky, South Carolina, Vermont und Virginia, wie aus den Live-Tickern von CBS News und NBC News hervorgeht. Zwölf Minuten später wies der Live-Ticker von NBC News erste entschiedene Senatsrennen sowie sechs feststehende Sitze im Repräsentantenhaus aus. Diese frühen Resultate stammten überwiegend aus unumstrittenen Wahlkreisen. Eine belastbare Midterms 2026 Prognose lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Ausgangslage vor der Wahl: Die Sitzverteilung in beiden Kammern
Vor der Wahl hielt die Republikanische Partei den Senat mit 53 der 100 Sitze. Die Demokraten kamen auf 45 Mandate, hinzu kamen zwei unabhängige Senatoren, die üblicherweise mit den Demokraten stimmen. Daraus ergibt sich die gebräuchliche Formel einer 53-zu-47-Mehrheit. Dies geht aus den Sitzverteilungsdaten von CongressCountdown.com hervor, Stand 2. November 2026. Im Repräsentantenhaus verfügten die Republikaner über 218 der 435 Sitze, die Demokraten über 214. Ein weiteres Mandat hielt ein Unabhängiger, zwei Sitze waren zu diesem Zeitpunkt unbesetzt.
Was am 3. November zur Wahl stand
Zur Wahl standen am 3. November 35 der 100 Senatssitze. Dazu zählten 33 reguläre Mandate der turnusmäßigen Wahlklasse II sowie zwei Sitze aus Sonderwahlen in Florida und Ohio. Zugleich stand das gesamte Repräsentantenhaus mit allen 435 Sitzen zur Neuwahl, dazu Gouverneursämter in 39 Bundesstaaten und Territorien. Das geht aus den Übersichten von Wikipedia zu den US-Wahlen 2026 hervor.
Midterms 2026 Prognose: Erste Zahlen zeigen nur sichere Sitze
Von den Senatsrennen, die bis 19:12 Uhr Ostküstenzeit feststanden, gingen nach Angaben von NBC News 35 an demokratische und 31 an republikanische Kandidaten. Diese frühe Verteilung spiegelt ausschließlich sichere Hochburgen beider Parteien wider. Rückschlüsse auf die spätere Gesamtmehrheit erlaubt sie nicht. Im Repräsentantenhaus standen zum gleichen Zeitpunkt erst vier demokratische und zwei republikanische Sitze fest, 429 der 435 Sitze waren zu diesem Zeitpunkt noch unentschieden. Für einen einzelnen Wahlkreis gab es jedoch bereits eine erste Hochrechnung aus Virginia: Dort sagten die Sender dem demokratischen Amtsinhaber Mark Warner den Sieg gegen den republikanischen Herausforderer Bert Mizusawa voraus. Für eine Midterms 2026 Prognose reichen diese vereinzelten Resultate nicht aus.
Midterms 2026 Senat: Diese Sitze entscheiden die Mehrheit
Die Demokraten brauchen einen Nettogewinn von vier Sitzen. Erst dann kämen sie von derzeit 47 auf die notwendigen 51 der 100 Mandate. Ein Patt von 50 zu 50 würde nicht ausreichen, weil mit JD Vance ein Republikaner die Vizepräsidentschaft innehat. Laut Wikipedia zählen sechs derzeit republikanisch besetzte Sitze zu den Schlüsselstaaten: Maine, Ohio, Alaska, Texas, Iowa und Kansas. Als besonders umkämpft gilt zudem der demokratisch verteidigte Senatssitz in Georgia.
Dort tritt Amtsinhaber Jon Ossoff erneut an, sein Gegner ist der republikanische Kongressabgeordnete Mike Collins. Damit kandidiert Ossoff als bislang einziger demokratischer Senator in einem Staat, in dem sich Donald Trump bei der Wahl 2024 durchgesetzt hatte. Zeitgleich wählt Georgia einen neuen Gouverneur: Die Demokratin Keisha Lance Bottoms, frühere Bürgermeisterin von Atlanta, tritt gegen den Republikaner Rick Jackson an. Amtsinhaber Brian Kemp darf wegen der Amtszeitbegrenzung nicht erneut kandidieren.
In Maine fordert Troy Jackson, früherer Präsident des Maine-Senats, die amtierende Republikanerin Susan Collins heraus. In Alaska stehen Amtsinhaber Dan Sullivan und die demokratische Herausforderin Mary Peltola zudem einem weiteren Kandidaten gegenüber, der denselben Namen trägt. Aus dem Wahlkampfteam von Peltola heißt es, dieser zweite Dan Sullivan sei gezielt als Verwechslungskandidat auf den Stimmzettel gebracht worden.
| Bundesstaat | Rennen | Kandidaten | Status (Stand ca. 1:13 Uhr MEZ) |
|---|---|---|---|
| Virginia | Senat | Mark Warner (D) gegen Bert Mizusawa (R) | Für Warner projiziert |
| Georgia | Senat | Jon Ossoff (D) gegen Mike Collins (R) | Offen |
| Georgia | Gouverneur | Keisha Lance Bottoms (D) gegen Rick Jackson (R) | Offen |
| Maine | Senat | Susan Collins (R) gegen Troy Jackson (D) | Offen |
| Alaska | Senat | Dan Sullivan (R) gegen Mary Peltola (D) | Offen |
Was vorläufige Wählerbefragungen andeuten
Vorläufige Befragungen von NBC News und CBS News deuten auf eine kritische Stimmung zur Wirtschaftslage hin. Nur 25 Prozent der Befragten bewerteten die Lage der US-Wirtschaft am Wahltag als „ausgezeichnet“ oder „gut“. 2018 waren es noch 68 Prozent. Zugleich lehnten 62 Prozent die Amtsführung von Präsident Trump ab, nur 38 Prozent äußerten Zustimmung. Nach Berichten der US-Sender ist das der niedrigste Zustimmungswert eines Präsidenten bei Zwischenwahlen. Allerdings stammen diese Zahlen aus noch nicht abgeschlossenen Befragungen. Sie liefern Hinweise auf die Stimmung, erlauben aber keine gesicherte Aussage zum Ergebnis in den einzelnen Bundesstaaten.
Midterms 2026 Prognose: Was der Ausgang für Anleger bedeutet
Für die Finanzmärkte zählt vor allem, ob die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus und ihre Kontrolle über den Senat verteidigen. Ein Mehrheitswechsel in einer der beiden Kammern könnte direkten Einfluss auf Wirtschafts-, Steuer- und Regulierungspolitik haben - von der Zollpolitik über Haushaltsstreitigkeiten bis zu Personalfragen bei SEC und Fed. Für Vermögensverwalter und institutionelle Investoren mit US-Engagement ist das unmittelbar relevant.
Wie die Märkte reagieren, hängt daher stark vom Ausgang der Schlüsselrennen ab. Entschieden waren diese am frühen Wahlabend noch nicht: Die Resultate aus Georgia, Maine, Alaska, Ohio, Texas, Iowa und Kansas standen zu diesem Zeitpunkt noch aus.








