Ölpreis, Dollar, Geopolitik: Warum Emerging Markets unter Druck stehen

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Ölpreis, US-Dollar und Volatilität beeinflussen aktuell die Entwicklung der Emerging Markets besonders stark.

Der Ölpreis gilt derzeit als wichtigstes Marktbarometer für den Konflikt im Nahen Osten. Jüngste Kursschwankungen zeigen, wie stark politische Signale die Finanzmärkte bewegen. Besonders anfällig sind Schwellenländer – vor allem wegen Energiepreisen, Dollarstärke und geopolitischer Risiken. Entscheidend ist nun, ob sich die Lage tatsächlich entspannt.

Der Ölpreis ist derzeit das wichtigste Barometer für den Konflikt im Nahen Osten. Gestern kam es zu extremen Kursschwankungen. Aus Marktsicht endete der Tag dennoch mit Erleichterung, Brent schloss unter 90 US-Dollar.

Auslöser war eine Aussage von Donald Trump. Er erklärte, der Krieg mit dem Iran könne „sehr bald“ beendet werden. Doch solche Aussagen sind nicht immer reine Lageberichte, sondern oft Teil politischer Strategie. Die Spannungen in der Region bestehen weiterhin. Entsprechend stellt sich die Frage, ob die Märkte aktuell zu optimistisch reagieren.

Die Kursbewegungen zeigen, wie sensibel die Märkte derzeit auf politische Schlagzeilen reagieren. Schon ein einzelner Satz kann deutliche Bewegungen auslösen. Anleger handeln momentan häufig headline-getrieben und weniger auf Basis fundamentaler Entwicklungen. Solange der Krieg nicht endet und die Straße von Hormus nicht vollständig geöffnet wird, bleibt das Risiko hoch. Investoren warten deshalb auf Bestätigungen, dass sich die geopolitische Lage tatsächlich entspannt.


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Der MSCI Emerging Markets ETF legte am Montag um rund 2% zu. Zu Sitzungsbeginn war der Index auf den tiefsten Stand seit Anfang Januar gefallen und lag zeitweise mehr als 11% unter seinem Rekordhoch, also im Korrekturbereich. Mit der jüngsten Erholung verringerte sich der Rückgang wieder auf etwa 8%.

Für Schwellenländer spielt der Ölpreis eine besonders große Rolle, denn viele dieser Volkswirtschaften sind stark von Ölimporten abhängig. Steigende Energiepreise wirken daher überproportional und können sich schnell in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen. Hinzu kommt der US-Dollar. Viele Schwellenländer haben Schulden in Dollar aufgenommen. Steigt die US-Währung, erhöht sich der reale Wert dieser Schulden.

Anleger sollten daher mehrere Indikatoren im Blick behalten, insbesondere den Ölpreis, den US-Dollar und den Volatilitätsindex. Bleibt eine echte Entspannung im Nahen Osten aus, könnte der MSCI Emerging Markets ETF erneut nachgeben und tiefer in den Korrekturbereich rutschen.

Autor Maximilian Wienke ist Markanalyst bei eToro.

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