Es läuft sehr gut für Talanx. So hat Gruppe im Geschäftsjahr 2025 ein deutliches Gewinnwachstum erzielt und ihre Ausschüttung angehoben. Das Konzernergebnis stieg um 25 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro, während der Versicherungsumsatz währungskursbereinigt um fünf Prozent auf 49 Milliarden Euro zulegte. Vor dem Hintergrund schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Erhöhung der Dividende um 33 Prozent auf 3,60 Euro je Aktie vor.
Treiber der Entwicklung waren ein starkes operatives Geschäft sowie ein günstiger Schadenverlauf im zweiten Halbjahr. Gleichzeitig stärkte der Konzern seine Bilanz durch Anpassungen in der Kapitalanlage und eine höhere Resilienz in den Schadenreserven. Das operative Ergebnis legte um acht Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zu, das versicherungstechnische Ergebnis stieg um elf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite erreichte 19,7 Prozent.
„2025 war ein außergewöhnliches Jahr – wir haben im ersten Quartal den größten Naturkatastrophen-Schaden unserer Konzerngeschichte und anschließend drei Quartale mit ungewöhnlich wenigen Naturkatastrophen erlebt. Mit operativer Stärke sowie dem Rückenwind des günstigen Schadenverlaufs haben wir nicht nur ein Rekord-Konzernergebnis erzielt, sondern auch unsere Ergebnisqualität weiter erhöht: Wir haben 2025 durch unsere Kapitalanlagepolitik und den Ausbau unserer Resilienz erneut die Substanz unserer Bilanz gestärkt“, sagt Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG.
Verbesserte Schadenquote und stabile Großschäden
Nach einem außergewöhnlich schadensintensiven ersten Quartal normalisierte sich der Verlauf im Jahresverlauf. Die Großschäden summierten sich auf 2.190 Millionen Euro und lagen damit deutlich unter dem Budget von 2,82 Milliarden Euro. Die Schaden-Kostenquote verbesserte sich auf 89,1 Prozent und unterstreicht die verbesserte Profitabilität im Kerngeschäft.
Die größten Einzelschäden entfielen auf Waldbrände in Los Angeles mit 612 Millionen Euro sowie den Hurrikan Melissa in Jamaika mit 340 Millionen Euro. Weitere Belastungen ergaben sich aus einem Erdbeben in Myanmar und Hagelstürmen in Australien. Insgesamt beliefen sich die Naturkatastrophenschäden auf 1,375 Milliarden Euro, während auf von Menschen verursachte Großschäden 815 Millionen Euro entfielen.
Das Kapitalanlageergebnis vor Währungseffekten ging auf 859 Millionen Euro zurück, unter anderem durch gezielte Veräußerungsverluste in Höhe von 1,173 Milliarden Euro. Diese Maßnahmen dienen laut Unternehmen dazu, die Ertragsbasis künftiger Jahre zu stärken und die Kapitalanlagen auf ein höheres Zinsniveau auszurichten.
Erstversicherung gewinnt an Bedeutung
In der Erstversicherung steigerte insbesondere das internationale Geschäft Umsatz und Ergebnis. Der Bereich Privat- und Firmenversicherung International erhöhte den Versicherungsumsatz währungskursbereinigt um zehn Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren vor allem die Märkte in Polen und der Türkei sowie das Kfz-Geschäft in Mexiko.
Das versicherungstechnische Ergebnis in diesem Segment stieg auf 834 Millionen Euro. Gleichzeitig verbesserte sich die Schaden-/Kostenquote auf 92 Prozent. Das operative Ergebnis legte deutlich zu und erreichte 994 Millionen Euro. Der Beitrag zum Konzernergebnis wuchs um 36 Prozent auf 611 Millionen Euro.
Auch Corporate & Specialty entwickelte sich stabil. Der Umsatz legte auf 10,3 Milliarden Euro zu, getragen von Neugeschäft und inflationsbedingten Preisanpassungen. Trotz leicht gestiegener Großschäden blieb das versicherungstechnische Ergebnis mit 997 Millionen Euro nahezu konstant. Das operative Ergebnis wuchs um vier Prozent auf 732 Millionen Euro, der Beitrag zum Konzernergebnis um zehn Prozent auf 551 Millionen Euro.
Im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft ging der Umsatz auf 3,3 Milliarden Euro zurück, vor allem infolge einer ausgelaufenen Kooperation. Gleichzeitig verbesserten sich Schadenquote und Kostenstruktur deutlich. Die Schaden-/Kostenquote sank auf 91,8 Prozent. Das Konzernergebnis erhöhte sich um sechs Prozent auf 173 Millionen Euro.
Rückversicherung liefert starken Ergebnisbeitrag
Ein zentraler und starkter Ergebnistreiber war zudem die Rückversicherung. Der Bereich steigerte den Versicherungsumsatz auf 26,8 Milliarden Euro und erhöhte das Konzernergebnis um 13 Prozent auf 1.319 Millionen Euro.
Im Segment Schaden-Rückversicherung zeigte sich eine verbesserte Profitabilität. Die Großschäden lagen mit 1,7 Milliarden Euro innerhalb des Budgets. Die Schaden-/Kostenquote sank deutlich auf 84,0 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg um 21 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis 2,7 Milliarden Euro erreichte.
Die Personen-Rückversicherung entwickelte sich ebenfalls positiv. Der Umsatz wuchs währungskursbereinigt um sieben Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis übertraf mit 903 Millionen Euro die Zielmarke. Treiber waren insbesondere das Geschäft mit Finanzlösungen und Langlebigkeitsrisiken.
Nachhaltigkeit und Ausblick
Neben der operativen Entwicklung hat Talanx auch Fortschritte bei Nachhaltigkeitszielen erzielt. Die betrieblichen Emissionen in Deutschland wurden seit 2019 um 41 Prozent reduziert und damit das ursprüngliche Ziel übertroffen. „In unserem eigenen Betrieb haben wir unser Reduktions-Ziel für 2025 übertroffen – deshalb haben wir neue Ambitionen bis 2030 formuliert“, sagt Finanzvorstand Dr. Jan Wicke.
Bis 2030 sollen die Emissionen im weltweiten Betrieb um 25 Prozent gegenüber 2024 sinken. Gleichzeitig baut der Konzern sein nachhaltiges Kapitalanlagevolumen weiter aus, das 2025 auf 15,4 Milliarden Euro gestiegen ist. Für 2026 bestätigt der Konzern seine Prognose eines Konzernergebnisses von rund 2,7 Milliarden Euro. Damit könnte das ursprünglich für 2027 angestrebte Ziel früher erreicht werden. Erwartet wird zudem eine Eigenkapitalrendite von etwa 19 Prozent.














