Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 284,4 Milliarden Euro in private und gewerbliche Immobilien investiert. Das entspricht einem Plus von 17,5 Prozent gegenüber 2024. Grundlage ist eine Hochrechnung des Immobilienverbands Deutschland IVD auf Basis der Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer und der geltenden Steuersätze der Bundesländer.
Trotz der deutlichen Zunahme bleibt das Transaktionsvolumen unter dem Niveau früherer Hochphasen. In den Jahren 2021 und 2022 lagen die Umsätze noch bei über 350 beziehungsweise 329 Milliarden Euro. Von einer Rückkehr zur alten Marktdynamik kann daher aus Sicht des Verbands keine Rede sein.
IVD-Präsident Dirk Wohltorf:. „Die Zahlen zeigen eine klare Erholung, aber sie sind kein Grund zur Entwarnung. Wir bewegen uns noch immer unterhalb früherer Marktniveaus. Der Markt könnte deutlich mehr leisten, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen würden. Der Bremsklotz ist weiterhin die Politik.“
Bestand treibt den Markt, Neubau bleibt schwach
Der Anstieg des Transaktionsvolumens geht nach Einschätzung des IVD vor allem auf mehr Bewegung im Bestand zurück. Die weiterhin niedrigen Zahlen bei Baugenehmigungen und Fertigstellungen zeigen, dass Neubauprojekte nur einen geringen Beitrag leisten.
Dabei kommt dem Neubau eine zentrale Rolle für die Entlastung der Wohnungsmärkte zu. Nach Berechnungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung werden jährlich rund 320.000 neue Wohnungen benötigt, um den Bedarf zu decken.
Ohne zusätzliche Impulse droht sich die Lücke weiter zu vergrößern. Wohltorf macht den Handlungsdruck deutlich: „Ohne eine echte Investitionsoffensive wird sich diese Lücke weiter vergrößern. Jede nicht gebaute Wohnung ist eine verpasste Chance für Entlastung am Wohnungsmarkt.“
Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern
Auf Länderebene zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Besonders stark entwickelte sich 2025 Brandenburg mit einem Plus von 44,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Hamburg mit 25,5 Prozent, Sachsen mit 27,3 Prozent, das Saarland mit 26,7 Prozent und Schleswig-Holstein mit 24,3 Prozent verzeichneten deutliche Zuwächse.
Im vierten Quartal fiel Bremen durch eine Sonderentwicklung auf. Das Transaktionsvolumen lag dort bei 0,69 Milliarden Euro und damit rund 51 Prozent über dem Vorquartal. Nach Einschätzung des IVD deutet dies auf einzelne hochpreisige Transaktionen hin.
Bundesweit belief sich das Transaktionsvolumen im vierten Quartal 2025 auf 71,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Forderungen an die Politik
Anfang Januar 2026 hatte Bundeskanzler Friedrich Merz die wirtschaftliche Lage in Deutschland in einem Schreiben an die Koalitionsfraktionen als „sehr kritisch“ bezeichnet und entschlossene Reformen eingefordert. Diese Einschätzung teilt der IVD ausdrücklich.
Aus Sicht des Verbands braucht es nun klare Signale für Investoren. Wohltorf nennt dabei unter anderem niedrigere Grunderwerbsteuer, bessere Abschreibungsbedingungen, verlässliche Förderprogramme und mehr Marktfreiheit als zentrale Stellschrauben.















