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Vorsorgevollmacht: 10 Tipps für Alleinstehende ohne Kinder

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Margit Winkler
Foto: Deutsches Privatinstitut Generationenberatung
Margit Winkler

So verteilen Alleinstehende Aufgaben und halten ihre Wünsche für den Ernstfall fest Vorspann: Wer allein lebt und keine Kinder hat, fragt sich oft, wer im Ernstfall Entscheidungen treffen und Unterstützung organisieren kann. Eine einzige Person muss dabei nicht alles übernehmen. Wie lässt sich Verantwortung sinnvoll verteilen?

Diesen Satz hören wir in der GenerationenBeratung häufig. Gerade Menschen, die allein leben und keine Kinder haben, fragen sich: Wer kümmert sich um mich, wenn ich selbst keine Entscheidungen mehr treffen kann? Wer spricht mit Ärzten, bezahlt Rechnungen oder organisiert Unterstützung?

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht einer einzigen Person die gesamte Verantwortung übertragen. Mit klaren Absprachen und durchdachten Konzepten lässt sich vieles vorbereiten.

1. Denken Sie über den engsten Familienkreis hinaus

Eine Vertrauensperson muss kein naher Angehöriger sein. Auch eine Freundin, ein Neffe, eine Nachbarin oder ein langjähriger Wegbegleiter kann infrage kommen. Entscheidend ist, ob die Person zuverlässig ist, Ihre Wünsche respektiert und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Sprechen Sie offen darüber, was sie sich zutraut.

2. Machen Sie deutlich: Vertretung bedeutet keine persönliche Pflege

Viele Menschen zögern, weil sie niemandem zur Last fallen möchten. Doch eine bevollmächtigte Person muss Sie nicht selbst pflegen, täglich einkaufen oder sämtliche Aufgaben persönlich erledigen. Sie kann Pflegedienste beauftragen, Hilfen organisieren und sich darum kümmern, dass Ihre Versorgung funktioniert. Diese Unterscheidung kann beide Seiten entlasten.

3. Verteilen Sie Aufgaben nach Fähigkeiten

Vielleicht kennt eine Freundin Ihre Wünsche zu Gesundheit und Wohnen besonders gut, während ein anderer Vertrauter Erfahrung mit finanziellen Angelegenheiten hat. Sie können unterschiedliche Personen für verschiedene Bereiche bevollmächtigen. Regeln Sie eindeutig, wer wofür zuständig ist und wie die Zusammenarbeit erfolgen soll. Innerhalb der Vollmacht lassen sich auch konkrete Abstimmungen festlegen.

4. Planen Sie einen Ausfall mit ein

Auch Ihre Vertrauensperson kann erkranken, verreisen oder die Aufgabe später nicht mehr übernehmen können. Klären Sie deshalb frühzeitig, wer dann einspringt. Lassen Sie die Vertretungsregelung so gestalten, dass sie im Ernstfall praktisch funktioniert und die erforderlichen Unterlagen verfügbar sind.

5. Prüfen Sie eine Kombination aus Vollmacht und Betreuung

Kann jemand aus Ihrem Umfeld einzelne Aufgaben übernehmen, aber beispielsweise keine Vermögensangelegenheiten regeln? Dann kann eine entsprechend begrenzte Vollmacht mit einer Betreuungsverfügung kombiniert werden. Darin können Sie eine geeignete Person für eine gegebenenfalls notwendige gerichtliche Betreuung vorschlagen. Über die Bestellung und den Aufgabenbereich entscheidet das Gericht nach den gesetzlichen Voraussetzungen.

Wenn niemand aus Ihrem Umfeld zur Verfügung steht, können Sie auch eine professionelle Lösung prüfen. Klären Sie dabei Qualifikation, Leistungsumfang, Erreichbarkeit und Kosten.

6. Halten Sie medizinische Wünsche gesondert fest

Die Vorsorgevollmacht regelt, wer Sie vertreten darf. In einer Patientenverfügung bestimmen Sie, welchen medizinischen Maßnahmen Sie in konkret beschriebenen Situationen zustimmen oder welche Sie ablehnen. Stimmen Sie beide Dokumente aufeinander ab und besprechen Sie Ihre Vorstellungen mit Ihrer Vertrauensperson.

7. Beschreiben Sie, was Ihr Leben lebenswert macht

Möchten Sie möglichst lange zu Hause wohnen? Welche Gewohnheiten sind Ihnen wichtig? Wer soll sich um Ihr Haustier kümmern?

Halten Sie solche Wünsche ergänzend schriftlich fest, beispielsweise in einer Pflegeverfügung. Dazu können Essgewohnheiten, Besuche, religiöse Bedürfnisse, Ausflüge oder eine bevorzugte Pflegeeinrichtung gehören. Diese Informationen helfen Ihrer Vertretung, Unterstützung nach Ihren Vorstellungen zu organisieren.

8. Regeln Sie Vergütung, Auslagen und Kontrolle

Verantwortung kostet Zeit. Eine vereinbarte Vergütung kann es erleichtern, die Aufgabe zu übernehmen - auch unter Freunden. Halten Sie schriftlich fest, welche Tätigkeiten in welcher Höhe vergütet und welche Auslagen erstattet werden.

Vereinbaren Sie außerdem, wie Ausgaben dokumentiert werden und wer gegebenenfalls Einblick erhält. Klare Absprachen schaffen Vertrauen und schützen beide Seiten.
Wenn solche Vergütungen aus dem Nachlass bezahlt werden, können diese den Freibetrag für die Erbschaftsteuer erhöhen.

9. Sichern Sie zuerst Ihre eigene Versorgung

Ihr Vermögen soll Ihnen Lebensqualität und eine gute Versorgung ermöglichen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Einnahmen, Rücklagen, Versicherungsleistungen und mögliche Pflegekosten. Berater fertigen hierzu ein so genanntes Pflegegutachten an.

Halten Sie auch besondere Wünsche auf der Vollmacht fest: etwa regelmäßige Ausflüge oder die Übernahme von Begleitkosten. Geschenke an andere sollten Ihre eigene finanzielle Absicherung berücksichtigen.

10. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Vorsorge auffindbar bleibt

Eine sorgfältig erstellte Vollmacht hilft nur, wenn sie im entscheidenden Moment verfügbar ist. Informieren Sie Ihre Vertrauenspersonen über den Aufbewahrungsort und ordnen Sie wichtige Unterlagen in einem Notfallordner. Dolch wer informiert eine Vertrauensperson, wenn Sie es aufgrund eines Infaktes oder Unfall nicht können? Daher ist eine digitale Notfallkarte mit weiteren Notfallinformationen unerlässlich. Diese informiert Notfallärzte und die bevollmächtigen Personen durch Abruf automatisch.

Idealerweise gehört der digitale Notfallordner mit Hinweisen zu Verträgen, Ansprechpartner, Versicherungsunterlagen und Hinweise auf sichere Zugänge zu digitalen Diensten. Prüfen Sie regelmäßig, ob Personen, Absprachen und Wünsche noch zu Ihrer Lebenssituation passen.

Ihr erster Schritt: ein offenes Gespräch

Allein zu leben bedeutet nicht, ohne Unterstützung bleiben zu müssen. Oft beginnt eine tragfähige Vorsorge mit der Frage: „Welche Aufgabe könntest du dir vorstellen, für mich zu übernehmen?“

Aus überschaubaren Aufgaben, klaren Zuständigkeiten und fairen Vereinbarungen kann ein verlässliches Netzwerk entstehen. So schaffen Sie die Voraussetzungen dafür, dass Ihr Leben auch dann nach Ihren Vorstellungen gestaltet wird, wenn Sie Unterstützung benötigen.

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