Wer nicht mehr selbst entscheiden kann, ist auf andere angewiesen. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme dürfen nahe Angehörige jedoch nicht automatisch handeln. Darauf weist die Debeka hin.
Ohne Vorsorgevollmacht fehlt die rechtliche Grundlage, um etwa medizinische oder finanzielle Entscheidungen zu treffen. In diesem Fall bestellt das Gericht eine Betreuungsperson, die auch eine dem Betroffenen fremde Person sein kann. Seit 2023 gilt zwar ein gesetzliches Notvertretungsrecht für Ehegatten in Gesundheitsfragen, dieses ist jedoch zeitlich begrenzt und nicht auf alle Lebensbereiche anwendbar.
Eine Vorsorgevollmacht setzt genau hier an. Sie ermöglicht es, selbst festzulegen, wer im Ernstfall die eigenen Interessen vertritt, und sorgt dafür, dass Entscheidungen weiterhin im persönlichen Sinne getroffen werden.
Nach Angaben der Debeka lassen sich mit einer Vorsorgevollmacht zentrale Lebensbereiche regeln. Dazu zählen Gesundheitsfragen, Vermögensangelegenheiten, Behördengänge sowie alltägliche Rechtsgeschäfte. Klare und umfassende Regelungen helfen, Unsicherheiten und spätere Konflikte zu vermeiden.
Die Vollmacht kann individuell ausgestaltet werden. Wichtig ist eine präzise Formulierung, damit Umfang und Grenzen der Befugnisse eindeutig festgelegt sind. Unklare oder zu eng gefasste Regelungen können im Ernstfall dazu führen, dass Entscheidungen dennoch nicht getroffen werden dürfen.
Ebenso entscheidend ist die Form des Dokuments. Eine Vorsorgevollmacht sollte schriftlich vorliegen. Für bestimmte Vorgänge, etwa Immobiliengeschäfte, ist eine notarielle Beglaubigung erforderlich. Zudem verlangen viele Institutionen im Bedarfsfall die Vorlage des Originals.
Fehlt eine Vorsorgevollmacht, kann es laut Debeka zu erheblichen Verzögerungen kommen. Bevor gehandelt werden darf, muss ein gerichtliches Betreuungsverfahren eingeleitet werden. Dieser Prozess kostet Zeit, kann zusätzliche Kosten verursachen und führt häufig zu Unsicherheiten bei allen Beteiligten.
Eine bestehende Vorsorgevollmacht kann eine gerichtliche Betreuung in vielen Fällen vermeiden und entlastet Angehörige spürbar. Damit sie wirksam bleibt, sollte sie regelmäßig überprüft und an veränderte Lebensumstände angepasst werden. Änderungen im persönlichen Umfeld oder bei den Vertrauenspersonen können eine Aktualisierung erforderlich machen.















