Wohnungsbau: Mehr Genehmigungen im Januar, wachsende Sorgen bei Kosten und Zinsen

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Symbolbild.

Die Zahl der Baugenehmigungen ist zum Jahresauftakt gestiegen. Das gibt der Bauwirtschaft ein positives Signal. Doch höhere Energiepreise, Inflation und die Folgen des Iran-Kriegs könnten den leichten Aufschwung schnell wieder abbremsen.

Der Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen setzt sich zu Beginn des laufenden Jahres fort. Im Januar wurden in alten und neuen Gebäuden 8,4 Prozent mehr Wohnungen bewilligt als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Zahlen sind ein Lichtblick im Kampf gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten.

In neu zu errichtenden Gebäuden wurden im Januar 16.000 Wohnungen genehmigt, sechs Prozent oder 900 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders kräftig stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,6 Prozent und für Zweifamilienhäusern um gut ein Viertel (26,1 Prozent). In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, kletterte die Zahl der Bewilligungen um rund sieben Prozent – ein Zeichen, dass sich Investoren wieder in den Markt wagen.


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Die Zahl zeigten, dass die Bauwirtschaft mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet sei, sagt Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung. Allerdings habe sich der Trend etwas verlangsamt.

Mit dem Iran-Krieg nähmen die Risiken im Wohnungsbau zu: „Wenn die Menschen wegen gestiegener Energiepreise weniger Kaufkraft haben, bleibt auch weniger Spielraum zum Bau eines Eigenheims.“ Auch könnten mit steigender Inflation die Bauzinsen steigen.

Wohnungsbau in der Krise

Die Baugenehmigungen sind ein wichtiger Indikator für den Wohnungsbau, der wegen gestiegener Zinsen und Baukosten in der Krise steckt: Was nicht genehmigt wird, wird später nicht gebaut. Vor allem in Ballungsräumen ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Die Bundesregierung will mit einem „Bau-Turbo“ über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau voranbringen. Mit den staatlichen Milliardenausgaben für Infrastruktur schöpft die Baubranche Hoffnung auf eine Trendwende in diesem Jahr.

Allerdings: Es besteht weiterhin ein „Bauüberhang“ von rund 760.000 Wohnungen, die bereits genehmigt sind, aber noch nicht gebaut wurden. Mehr Genehmigungen allein lösen das Problem der zu geringen Fertigstellungen also nicht automatisch. (dpa-AFX)

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