Zweitmarkt: Immobilienfonds drücken Kurse zum Jahresauftakt auf Mehrjahrestief

Foto: Bildagentur PantherMedia / wirojsid
Symbolbild.

Der Zweitmarkt für geschlossene Fonds ist mit deutlich mehr Umsatz und Abschlüssen ins neue Jahr gestartet. Gleichzeitig geraten die Kurse unter Druck. Dabei fällt vor allem das Immobiliensegment ins Gewicht, aber auch die sonstigen Beteiligungen lassen kräftig Federn. Woran das liegt.

Der Handel an der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG zeigt sich im Januar deutlich belebt. Mit einem Nominalumsatz von 18,0 Millionen liegt das Handelsvolumen klar über dem Dezemberwert von 14,96 Millionen Währungseinheiten (vermutlich hauptsächlich Euro, aber wohl auch ein Teil US- oder australische Dollar). Die Zahl der Vermittlungen steigt im gleichen Zeitraum von 390 auf 482.


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Trotz der höheren Aktivität sinkt das Preisniveau spürbar. Der durchschnittliche Nominalkurs im Gesamtmarkt fällt auf 54,10 Prozent nach 60,53 Prozent im Vormonat und markiert damit ein neues Mehrjahrestief. Ausschlaggebend sind vor allem nachgebende Kurse im Immobiliensegment, denen Anteil am gesamten Handelsvolumen im Januar bei 81,04 Prozent lag und entsprechend Gewicht hat.

Immobilienfonds prägen Umsatz und Kurse

Nach einem ruhigen Dezember zieht der Handel mit Immobilienbeteiligungen deutlich an. Der Segmentumsatz steigt gegenüber dem Vormonat von 10,44 Millionen auf 14,59 Millionen Währungseinheiten. Die Zahl der Vermittlungen erhöht sich von 285 auf 385, getragen auch von mehreren größeren Einzeltransaktionen.

Gefragt sind wie in den Vormonaten vor allem Beteiligungen mit Australien-Bezug sowie Büroimmobilien. Die gestiegene Nachfrage reicht jedoch nicht aus, um die Preise zu stabilisieren. Der durchschnittliche Segmentkurs sinkt auf 57,56 Prozent nach 64,86 Prozent im Dezember. Damit nähert sich das Kursniveau wieder den Tiefständen des vergangenen Sommers.

Sonstige Beteiligungen mit schwachem Kursniveau

In den unter sonstige Beteiligungen zusammengefassten Assetklassen verläuft der Handel weitgehend stabil. Dazu zählen Private Equity-, Erneuerbare Energien- und Flugzeugfonds. Die Zahl der Vermittlungen bleibt mit 62 unverändert gegenüber dem Vormonat. Vor allem bei Erneuerbare Energien-Beteiligungen zeigt sich die Nachfrage verhaltener, da professionelle Investoren in diesem Bereich häufig zum Jahresende aktiver sind.

Auffällig ist der deutliche Rückgang des durchschnittlichen Kurses auf 27,62 Prozent. Damit liegt er klar unter dem Vormonatswert von 51,54 Prozent und auch unter dem Jahresdurchschnitt von 54,23 Prozent. Ursache sind mehrere Flugzeugfonds, die zu sehr niedrigen, teils nur symbolischen Restwertkursen gehandelt werden, so die Fondsbörse.

Schiffsfonds: stabile Umsätze, selektive Nachfrage

Der Handel mit Schiffsfonds zeigt im Januar nur geringe Veränderungen. Auf der Nachfrageseite zeigt sich dennoch Bewegung. Containerschiff-Beteiligungen sind außergewöhnlich stark gesucht. Zudem nimmt vor dem Hintergrund der erneuten politischen Zuspitzung im Nahen Osten auch das spekulative Interesse an Rohöl- und Produkttankern wieder zu.

Der durchschnittliche Kurs im Segment erholt sich leicht auf 52,35 Prozent nach 49,22 Prozent im Vormonat. Damit bleibt er jedoch weiterhin unter dem längerfristigen Mittelwert von 59,92 Prozent.

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