Anzeige
14. August 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

AWD und Swiss Life entern Rivalen MLP

Nun ist offiziell, was sich gestern bereits angedeutet hat: Der Hannoveraner Finanzdienstleister AWD steigt über eine Beteiligung von Mehrheitsaktionär Swiss Life bei einem seiner größten Konkurrenten, der MLP AG in Wiesloch, ein.

Damit ist AWD-Gründer und Vorstandsvorsitzendem Carsten Maschmeyer ein echter Coup gelungen. Allerdings hat er sein Ziel über einige Umwege erreichen müssen. Wie das Unternehmen heute Morgen bekannt gab, hat Swiss Life von Maschmeyer ein Aktienpaket von 26,75 Prozent an MLP erworben. Dies zu einem Durchschnittspreis von 11,72 Euro je Aktie, was einem gesamten Kaufpreis von 307 Millionen Euro entspricht. 10,93 Prozent der MLP-Aktien stammen direkt von Maschmeyer; ein weiteres Paket von 15,82 Prozent hat der Firmengründer von einer Bank erworben. Marktkenner vermuten, dass es sich dabei um die Hamburger Berenberg Bank handelt. Diese hatte erst im Juli 10,16 Prozent der Aktien von MLP gekauft.

Mit MLP Marktführer in der Altersvorsorge

Das strategische Interesse von Swiss Life am Wieslocher Finanzvertrieb besteht eigenen Angaben zufolge darin, den Verkauf von Altersvorsorgeprodukten in Deutschland weiter auszubauen. “MLP verfügt über eine starke Stellung bei Akademikern, denen es vor allem auch um eine optimale Lösung ihrer Altersvorsorge geht”, begründete Rolf Döring, Delegierter des Verwaltungsrats von Swiss Life den Schritt.

Auf den ersten Blick scheint diese taktische Überlegung aufzugehen. AWD war bislang vor allem im Massengeschäft sehr erfolgreich und ist straff organisiert, wodurch das Unternehmen die Vermittler sehr stark an sich bindet. MLP mit seiner Orientierung auf vermögende Hochschulabsolventen würde eine entscheidende Kundengruppe mit ins Boot holen. Allerdings haben sowohl MLP-Gründer Manfred Lautenschläger als auch Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Schroeder-Wildberg stets betont, beide Unternehmenskulturen würden nicht zusammenpassen.

MLP will Unabhängigkeit wahren

Entsprechend reagierte der Konzern auf den Erwerb der Anteile durch den AWD beziehungsweise der Swiss-Life-Gruppe. “Diese Beteiligung ist ohne Absprache oder gar Zustimmung durch die Gremien der MLP AG erfolgt”, teilte das Unternehmen ebenfalls am heutigen Morgen mit. “Eine Zusammenarbeit zwischen Swiss Life und MLP, die über die bisherige Produktkooperation hinausgeht, würde die Unabhängigkeit und das Geschäftsmodell von MLP nachhaltig gefährden. Deswegen sehe ich keinen Anlass zu einem Dialog mit der Swiss Life über eine Intensivierung der Zusammenarbeit”, sagt Lautenschläger. Zudem stellte er klar, dass er nach wie vor nicht daran denke, seine Anteile von rund 32 Prozent zu veräußern.

Parallel zu MLP wächst der Einfluss des Schweizer Versicherungsriesen auch beim AWD. So hat Maschmeyer nun seine verbleibenden Anteile an AWD in Höhe von 10,46 Prozent an Swiss Life verkauft und dafür rund 120 Millionen Euro erhalten. Aktuell hält der Versicherer 96,71 der Aktien an AWD. Manfred Behrens, bisher CEO Deutschland bei Swiss Life wird nun neben Maschmeyer Co-Ceo von AWD. Im Gegenzug hat sich Maschmeyer mit drei Prozent an Swiss Life beteiligt, was ihn rund 185 Millionen Euro gekostet hat.

Maschmeyer will weltweite Nummer Eins sein

“Ich bin sehr glücklich darüber, wie sich die Partnerschaft von AWD mit Swiss Life entwickelt. Mit den jetzt eingeleiteten Maßnahmen haben wir einen weiteren wichtigen Schritt gemacht, um weltweit die Nummer Eins in der unabhängigen Finanzberatung zu werden”, sagt Maschmeyer. Aus dem Traum, den größten Finanzkonzern der Welt zu schaffen, hatte er nie einen Hehl gemacht. Kritiker befürchten allerdings, dass die Unabhängigkeit des Konzerns und seiner Vermittler massiv gefährdet ist, solange die Swiss Life ein derart mächtiger Partner ist. (aks)

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Wohin mit Nachbars Laub? Ab über die Hecke!

Der Indian Summer begeistert mit rot-, gold- und braungefärbten Blättern. Doch wenn die Laubmassen zusammengekehrt und entsorgt werden müssen, kommt schnell mal schlechte Laune auf – besonders, wenn es sich Nachbars Laubgut handelt. Muss man sich darum kümmern?

mehr ...

Immobilien

Immobilien-Schenkung: So kann die Schenkungssteuer vermieden werden

Egal ob es sich um eine Immobilie, Schmuck oder ein größeres Vermögen handelt: Eine unentgeltliche Zuwendung unter Lebenden wird per Gesetzbuch als Schenkung definiert — und versteuert. Der Immobiliendienstleister McMakler erläutert legale Möglichkeiten, um die Schenkungssteuer zu reduzieren oder zu umgehen.

mehr ...

Investmentfonds

“Mischfonds bauen Brücke zu renditestarken Anlageklassen”

Deutsche Sparer gefährden ihre Altersvorsorge und ihren Lebensstandard, denn ihr Kapital verliert stetig an Wert. Allein im ersten Halbjahr diesen Jahres waren es 17 Milliarden Euro. Mischfonds können der Ausweg sein, schreibt das BVI in der Serie “Finanzwissen für alle”.

mehr ...

Berater

90 Prozent der Steuerbescheide bei BU-und Basisrenten fehlerhaft?

Führen fehlerhafte Steuermeldungen der Lebensversicherer bei BUZ- und Basisrenten dazu, dass die Betroffenen zu hohe Steuern gezahlt haben? Für den Münchener Rechtsanwalt Dr. Johannes Fiala und Versicherungsmathematiker Peter A. Schramm deutet Vieles darauf hin. Sie empfehlen eine Überprüfung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Erfolgreicher PPP Fund der Deutsche Finance Group wird aufgelöst

Die Deutsche Finance Group hat die Fondsauflösung des PPP Privilege Private Partners Fund zum 31. Dezember 2018 mit einem Kapitalrückfluss in Höhe von 143 Prozent an die Anleger beschlossen.

mehr ...

Recht

BGH verhandelt Widerruf von Zustimmung zu Mieterhöhung

Ist eine Mieterhöhung rechtlich mit dem Abschluss eines Handy-Vertrags am Telefon vergleichbar? Der Bundesgerichtshof (BGH) befasst sich an diesem Mittwoch mit der Frage, ob ein Mieter seine Zustimmung zu einer Mieterhöhung widerrufen kann.

mehr ...