11. August 2009, 00:00
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Keine Fonds beim Kaffeeröster mehr

Laut einer Mitteilung des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung hat Tchibo den Vertrieb von Investmentfonds eingestellt.

Auf Nachfrage von cash-online bei dem Hamburger Kaffeeröster sagte eine Tchibo-Sprecherin, dass der Vertrieb von Investmentfonds in Kooperation mit der Comdirect Bank bereits im März dieses Jahres eingestellt worden sei – das habe mit Umsatzrückgängen zu tun. Zudem stehe dieser Vorgang nicht mit der rechtsanhängigen Klage vor dem Hamburger Landgericht in Zusammenhang – hier erwarte Tchibo eine Entscheidung erst Ende des Jahres.

Der AfW hatte in seiner aktuellen Mitteilung die Vermutung angestellt, dass dies der Fall sei und die Einstellung als einen Erfolg aus der gemeinsamen Aktion mit dem Wettbewerbsverein WiW und dem Branchendienst “Versicherungstip” gewertet.

Klage gegen Tchibo läuft

Nach einer Abmahnung hatten WiW, AfW und “Versicherungstip” gemeinsam Klage am Landgericht Hamburg gegen Tchibo eingereicht (cash-online berichtete hier). Streitpunkt: unzulässige Vermittlung von Investmentfonds und Versicherungen. Der Hamburger Kaffeeröster verfüge nicht über die notwendige Erlaubnis nach Paragraf 34c Gewerbeordnung.

Ein weiterer Punkt in der Auseinandersetzung ist der umstrittene Tippgeberstatus. Tchibo vermittle immer noch Versicherungen, ohne die gesetzlichen Vorgaben für deren Vermittlung einzuhalten, heißt es der Mitteilung des AfW.

“Wir halten das Gebahren von Tchibo für eine klare Umgehung der eindeutigen gesetzlichen Regelungen, welche dem Verbraucherschutz und dem fairen Wettbewerb dienen sollen. Nicht umsonst hat doch der Gesetzgeber die Anforderungen an die Versicherungsvermittlung gerade erst gesetzlich geregelt”, sagt AfW-Vorstand Norman Wirth.

Über einen ähnlichen Fall hatte ein Gericht zu entscheiden, als der AfW gegen den Handelskonzern Rewe klagte, weil dieser über einen Discounter 2007 Versicherungspolicen verkaufte. Das Landgericht Wiesbaden entschied 2008, dass Rewe nicht nur den Tippgeberstatus inne hatte (cash-online berichtete hier).

Tchibo bietet weiter Finanzprodukte an

Das Angebot von Finanzprodukten stellt Tchibo bisher nicht ein – im Gegenteil, die Produktpalette wächst: In Kooperation mit der Postbank wird aktuell ein Privatkredit angeboten. Daneben gibt es über die Asstel Versicherungsgruppe, einer Tochter der Gothaer Finanzholding, seit einem Monat eine private Vorsorge-Zusatzversicherung als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung. (ks)

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