Bankberatung: Aigner will Kontrolleure schicken

Die Kundenberater der Banken müssen einem Medienbericht zufolge künftig damit rechnen, dass sie von verdeckten Ermittlern kontrolliert werden. Diese Aufgabe soll nach Ansicht von Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin übernehmen.

Verbraucherministerin Ilse Aigner
Ilse Aigner

Das kündigte Aigner in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ an. Demnach sollen „nicht nur die allgemeinen Bedingungen“ von der Bafin überprüft werden, sondern auch die Bankberater. Bisher führe vor allem die Stiftung Warentest in der Anlageberatung von Banken Stichproben durch, heißt es weiter.

Beim letzten Test hatten die Verbraucherschützer schwere Kritik geübt und den Banken eine schlechte Qualität in der Beratung testiert. Die Bundesministerin sagte weiter, dass solche Vergleichtests auch in Zukunft wichtig seien. Dort bestehe allerdings das Problem, dass die Informanten nicht genannt werden dürften und die Ergebnisse deshalb von den Banken oft infrage gestellt werden. Auch der Bafin waren bisher die Hände gebunden. Gesetze hülfen nur dann, wenn jemand kontrolliere, ob sie eingehalten würden, so Aigner. Diese Kontrolle solle die Bafin übernehmen.

Allerdings sollen nach Ansicht der Verbraucherministerin nicht nur die Bankberater von der Bafin überwacht werden. Sie hält dem Interview zufolge auch weiter an ihrer Forderung fest, die Vermittler geschlossener Beteiligungen durch die Aufsichtsbehörde überwachen zu lassen und berief sich zudem auf die Unterstützung durch die Länder. Diese bevorzugen ebenfalls eine Überwachung durch die Bafin. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) favorisiert hingegen die Aufsicht der Vermittler durch die Gewerbeämter.

Aigner begründete ihre Forderung damit, dass die Ämter bislang vieles kontrollierten, jedoch nicht den Vertrieb von Finanzprodukten. Es würde enorme Kosten verursachen, Personal einzustellen und entsprechend zu schulen, statt auf den Sachverstand der Bafin zurückzugreifen, sagte sie. (ks)

Foto: Laurence Chaperon/Bundesregierung

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