5. November 2010, 16:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Geschlossene Fonds: Bundesrat will strengere Vertriebsregeln

Der Bundesrat fordert Nachbesserungen am Entwurf zum Anlegerschutzgesetz. Die Ländervertreter wollen eine striktere Regulierung des „Grauen Kapitalmarkts“ und sprechen sich dafür aus, Vermittler geschlossener Fonds unter die Aufsicht der Bafin zu stellen.

Bundes10 in Geschlossene Fonds: Bundesrat will strengere Vertriebsregeln

Die heutige Bundesratssitzung hat mehrheitlich die Empfehlungen ihrer beratenden Ausschüsse übernommen. Damit wendet sich das Gremium in der umstrittenen Frage der Regelung des Vertriebs geschlossener Beteiligungen gegen die von der Koalition geplante Kontrolle der Vermittler durch die Gewerbeämter. Aufgrund der sachlichen Nähe solle der bislang im Verkaufsprospektgesetz geregelte Bereich unter das Wertpapierhandelsgesetz gestellt werden.

Nach Cash.Online-Informationen will der Bundesrat auch, dass die deutsche Sonderregelung für den Vertrieb von Investmentfonds nach Paragraf 34 c der Gewerbeordnung  gestrichen wird.

Die Konsequenzen aus der Positionierung der Länder sind schwer einzuschätzen. Die Ländervertretung kann erstmal nur eine Stellungnahme von der Regierung verlangen. Ob das Finanzministerium seine Pläne ändern wird, ist indes völlig offen. Mit der Bankenlobby tritt allerdings ein einflussreiches Schwergewicht auf den Plan, das den Interessen des freien Finanzvertriebs in die Quere kommen könnte. Der weitere Fahrplan sieht zunächst eine öffentliche Anhörung zum Anlegerschutzgesetz im Finanzausschuss des Bundestages vor. Der Termin wird am 1. Dezember stattfinden.

Hintergrund: Die Regulierung des Beteiligungsmarktes ist der zentrale Streitpunkt des geplanten Anlegerschutzgesetzes. Nach monatelangem Tauziehen zwischen Finanz- und Wirtschaftsministerium wurde der Themenbereich kurzerhand aus dem Gesetzespaket ausgesondert. Während Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Vermittler geschlossener Fonds in seinen ursprünglichen Plänen von der Finanzaufsicht Bafin überwachen lassen wollte, setzte sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), der sich die Position der freien Finanzdienstleister zu eigen gemacht hat, am Ende mit seinem Wunsch nach einer Kontrolle durch die Gewerbeämter durch.

Über diese Sonderregelung echauffieren sich allerdings Opposition, Anlegerschützer und inzwischen auch der Bankenvertrieb. Die mächtige Lobby der Geldhäuser bläst zur Offensive gegen die Ungleichbehandlung zwischen Banken- und freien Vertrieb. Es bleibt also spannend. (hb/ks)

Foto: bundesrat.de

4 Kommentare

  1. […] Geschlossene Fonds: Bundesrat will strengere Vertriebsregeln – Cash.Online: News- und Servicep… […]

    Pingback von Gebührenfalle Geschlossene Fonds | Tipps und Hinweise zu Girokonten und mehr — 10. November 2010 @ 19:43

  2. […] hier den Originalbeitrag weiterlesen: Geschlossene Fonds: Bundesrat will strengere Vertriebsregeln … […]

    Pingback von Geschlossene Fonds: Bundesrat will strengere Vertriebsregeln … — 9. November 2010 @ 18:55

  3. […] full post on Cash. Online: News- und Serviceportal für Finanzdienstleistungen Share and […]

    Pingback von Geschlossene Fonds: Bundesrat will strengere Vertriebsregeln | xxl-ratgeber — 7. November 2010 @ 05:28

  4. […] wollen eine striktere Regulierung des „Grauen Kapitalmarkts“ und sprechen sich […] Cash. Online: News- und Serviceportal für Finanzdienstleistungen Share and […]

    Pingback von Geschlossene Fonds: Bundesrat will strengere Vertriebsregeln | Mein besster Geldtipp — 5. November 2010 @ 18:06

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Nach Bundestag stimmt auch Bundesrat für die Grundrente

Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat der Grundrente zugestimmt, durch die kleine Renten von rund 1,3 Millionen Menschen aufgebessert werden sollen.

mehr ...

Immobilien

Trotz Corona ins Eigenheim: Was Immobilieninteressenten jetzt beachten sollten

Das eigene Zuhause ist wichtiger denn je: Selten zuvor waren die Menschen so viel zuhause wie jetzt in der Corona-Krise. Die eigenen vier Wände sind für viele zum Schutzraum geworden. Hier verbringen sie Zeit mit der Familie, arbeiten im Home-Office oder bringen ihren Kindern Mathe und Deutsch bei. „Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen des Alltags hat in vielen Menschen den Wunsch nach Wohneigentum gestärkt“, sagt Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien NordWest.

mehr ...

Investmentfonds

Ermittlungen gegen Wirecard-Manager auch wegen Untreueverdachts

Im Skandal um fehlende Milliarden beim Dax-Konzern Wirecard ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung” nun auch wegen Untreueverdachts gegen den Ex-Vorstandschef und weitere Manager.

mehr ...

Berater

Soli-Umfrage: Mehrheit der Deutschen erwägt Soli-Ersparnis in Altersvorsorge zu investieren

Willkommener Geldsegen für eine finanziell selbstbestimmte Zukunft: Die Deutschen begrüßen die „Soli-Abschaffung“ und erwägen die Ersparnis für die eigene Altersvorsorge einzusetzen. Das geht aus einer von Swiss Life Select in Auftrag gegebenen repräsentativen YouGov-Studie mit 2.048 Personen hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Nur noch eine knappe Mehrheit der Deutschen findet es erstrebenswert, reich zu sein. Gleichzeitig werden die Chancen auf ein hohes Vermögen immer schlechter eingeschätzt – auch wegen Corona. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK für die “4. Reichtumsstudie” des Private-Equity-Spezialisten RWB Group.

mehr ...

Recht

Wirecard-Skandal – Wirtschaftsprüfer im Auge des Sturms

Der Bilanzskandal um den mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard hat Anleger Milliarden gekostet. Mittlerweile steht auch der zuständige Wirtschaftsprüfer EY im Fokus. Der Prozessfinanzierer Foris AG arbeitet mit führenden Bank- und Kapitalrechtskanzleien an gemeinsamen Lösungen.

mehr ...