DVAG-Chef Pohl im Interview: „Ich kann nicht loslassen“

Cash.: Die Kunden halten sich in schwachen Marktphasen, wie beispielsweise im Zuge der Finanzkrise, zurück. Was ist Ihr Rezept, um Kunden doch zu überzeugen?

Pohl: Zweifelsohne ist die derzeitige Marktlage anspruchsvoll und setzt ein hohes Engagement eines jeden Beraters bei der Kundenbetreuung voraus. Gleichwohl haben sich die drängenden Probleme in unserer Gesellschaft, beispielsweise die demografische Entwicklung, die damit verbundene Krise der staatlichen Sozialsysteme, nicht grundlegend verändert. Mehr denn je gilt die Devise, dass man sich bei der privaten Vorsorge nicht allein auf den Staat verlassen sollte, sondern selbst etwas unternehmen muss. Die meisten Bürgerinnen und Bürger haben das auch im Grundsatz verstanden und akzeptiert. Aber sie wissen eben nicht, wie man hier optimal handeln und beispielsweise auch von öffentlichen Fördermaßnahmen profitieren kann. Unsere Vermögensberater stehen dabei den Menschen mit Rat und Tat zur Seite.

Cash.: Sie haben den Begriff des Vermögensberaters geprägt. Wie viel Ansehen hat heute der Beruf des Vermögensberaters in Ihren Augen?

Pohl: Da geht es am Ende nicht nur um meine Augen, sondern vor allem um die Augen der Menschen, die ich für diesen Beruf begeistern möchte und um die Augen der Kunden und der Interessenten, die ihre persönliche Vermögensplanung gemeinsam mit unseren Vermögensberatern gestalten. Und da sind wir in den letzten Jahren ein sehr gutes Stück vorangekommen. Ich will aber, dass das Ansehen des Vermögensberaters genauso gut wird wie das des Hausarztes. Ich will, dass die Zahl der Menschen weiter zunimmt, die ihrem Vermögensberater für eine gute Vermögensplanung und -absicherung genauso dankbar sind wie ihrem Hausarzt, der sie mit seiner Therapie von unterschiedlichsten Beschwerden befreit und hilft, lang und gut zu leben.

Cash.: Und wie treiben Sie in diesen Zeiten Ihre Vermögensberater zu Höchstleistungen an?

Pohl: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Am Ende macht es die Mischung von Geld, Anerkennung und immateriellen Vorteilen aus, die Menschen in einem Unternehmen dazu bewegt, mehr zu leisten als anderswo. Manches ist kopierfähig, eines aber nicht: Die einzigartige berufliche Familiengemeinschaft, die wir in der DVAG für unsere Vermögensberatung geschaffen haben. Dazu attraktive Betätigungsmöglichkeiten, sensationelle Wettbewerbe und ein Wir-Gefühl, das kein anderes Unternehmen so bieten kann.

Cash.: Anderes Thema: Warum haben Sie sich für eine Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie entschieden?

Pohl: Weil es die logische und beste Lösung für unser Unternehmen ist. Die DVAG ist und bleibt eine familiengeführte Unternehmensgruppe, und dies über Generationen hinweg. Meine Söhne Andreas und Reinfried sind seit über 25 Jahren in der DVAG aktiv, kennen jeden kleinsten Winkel der Firma und wissen längst, wie man so ein großes Schiff steuert und weiter nach vorne bringt. Sie haben ihr Kapitänspatent seit Jahren in der Tasche und stehen mit mir gemeinsam am Ruder. Sie sind mit Herzblut und Kapital dabei. Dazu haben wir einen erfahrenen Vorstand und ein tolles Mitarbeiterteam, das uns zur Seite steht, mit dem wir unsere Marktführerschaft weiter ausbauen werden.

Cash.: Welche Erfahrung war die wichtigste, die Sie für das Geschäft  an Ihre Söhne weitergegeben haben?

Pohl: Oh, da gibt es viele wichtige Erfahrungen und Werte, die ich an meine Söhne weitergegeben habe. Letztendlich geht es doch darum, Menschen für eine Sache zu begeistern, Sie zu fordern und zu fördern. Es gilt, Leistung zu messen und zu belohnen, Erfolge anzuerkennen, Mitarbeiter wertzuschätzen, ansprechbar und verlässlich zu sein, Lebenspartner einzubinden und Emotionen zu wecken. Reicht das?

Seite 3: Warum Pohl nicht loslassen kann

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