7. September 2010, 18:07
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Junge Deutsche mit wenig Interesse an Geldthemen

Die meisten Erwachsenen unter 40 Jahren verbinden mit Geld positive Assoziationen wie Freiheit oder Anerkennung. Allerdings beschäftigt sich nur knapp jeder Zweite gerne mit Geldangelegenheiten. Welchen Einfluss das Elternhaus dabei hat, zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des F.A.Z.-Institutes.

Insgesamt gehen die meisten jungen Haushalte verantwortungsvoll mit ihrem Geld um, so die Studie. 68 Prozent der 1.006 befragten 18- bis 39-Jährigen kommen nach eigenen Angaben problemlos mit ihrem Einkommen aus. 69 Prozent sagen, dass es ihnen wichtig sei, für schlechte Zeiten zu sparen.

Fragt man jedoch nach konkreten Sparaktivitäten wie Notgroschen, Anschaffungen oder Altersvorsorge, zeigt sich, dass die finanziellen Strategien nicht immer sinnvoll zeitlich gestaffelt seien. 73 Prozent der jungen Erwachsenen verfügen über eine kurzfristig abrufbare Geldreserve und 65 Prozent legen Geld für eine Reise oder eine mittelfristig geplante Anschaffung zurück. 71 Prozent sichern sich gegen Risiken ab, zwei Drittel der Befragten sorgen privat für das Alter vor.

Welche finanziellen Ziele im Vordergrund stehen, ist abhängig von der Einstellung zu Geld, vom Lebensalter und von der Lebenssituation. Die Risikovorsorge beispielsweise gewinnt an Bedeutung, sobald der Befragte Verantwortung für andere Menschen übernimmt. Verheiratete und Personen, die mit Kindern in einem Haushalt leben, sichern sich besonders häufig gegen Risiken wie Unfälle oder Berufsunfähigkeit ab.

Die oftmals fehlende Systematik der Finanzplanung zeigt sich etwa darin, dass acht Prozent der Befragten zwar nicht über einen Notgroschen verfügen, aber Geld für einen Immobilienerwerb (39 Prozent) sparen. Im Falle nicht vorhergesehener finanzieller Engpässe kann ein solches Sparverhalten Probleme verursachen, wenn nicht kurzfristig auf das angesparte Geld zugegriffen werden kann.

Welche Bedeutung ein junger Erwachsener dem Sparen zuschreibt, ist unter anderem von seinen Erfahrungen im Elternhaus beeinflusst. Dies gilt auch für die Entwicklung eines grundsätzlichen Interesses an Geldangelegenheiten: Mehr als drei Viertel der Befragten, die sich gern mit Geld beschäftigen, kommen aus Haushalten, in denen die Eltern Wert darauf gelegt haben, sich aktiv um ihr Geld zu kümmern.

56 Prozent der jungen Erwachsenen nutzen die Medien, um sich über Finanzfragen zu informieren. Mehr als ein Drittel allerdings verlässt sich auf den Rat von Freunden oder Verwandten. Insgesamt fühlt sich jeder Sechste bei Finanzfragen überfordert und hat kapituliert. Dies trifft vor allem auf Geringverdiener zu. Fast jeder Dritte von ihnen verbindet Geld mit Arbeit und Problemen.

Finanzkompetenzstudie in Junge Deutsche mit wenig Interesse an Geldthemen

Foto: Shutterstock; Grafik: F.A.Z.-Institut

2 Kommentare

  1. […] links liegenFOCUS OnlineMehrheit junger Erwachsener legt Notgroschen zurückReuters DeutschlandJunge Deutsche mit wenig Interesse an Geldthemencash-online.detaz.de -Handelsblatt -Bayerischer Rundfunk.Alle 49 […]

    Pingback von Wenig Interesse für Geld – RP ONLINE | Hasen Chat Wirtschaft — 8. September 2010 @ 05:42

  2. Die Schulpolitik müsste doch längst erkannt haben, das die alten Fächer wie “Wirtschaftwissen” die Themen der privaten Vorsorge, Vermögensbildung etc. überhaupt nicht ansprechen.
    Und die eigenen Eltern zeigen es den Kindern nicht oder wissen es leider selbst nicht.

    Ein Fach “privates Vermögen” – 1 Stunde pro Woche würde reichen.
    In der 9ten oder 10ten Klasse und damit wäre alles paletti!

    Onassis

    Kommentar von Onassis — 7. September 2010 @ 21:40

Ihre Meinung



 

Versicherungen

High on wheels – Cannabis am Steuer

Der 20. April oder “420 Day” ist  für Cannabis-Fans ein Pflichttermin: Denn 420, 4:20 oder 4/20 (engl.: four-twenty) ist in den USA ein Codewort für den Konsum von Haschisch und Marihuana. Hierzulande können Kranke auf Kassenkosten Cannabis als Medizin erhalten und müssen nicht mit Sanktionen rechnen – wenn sie sich an die Vorgaben des Arztes halten und fahrtüchtig sind. Anders sieht es aus, wer zum privaten Vergnügen kifft.

mehr ...

Immobilien

9 Urteile zum Thema Haus, Garten und Co.

Über die langen Monate des Winters konnten es Garten- und Balkonfreunde kaum erwarten, dass sie wieder ihren Lieblingsort betreten können. Sie vermissten das Leben im Freien beziehungsweise – im Falle des Balkons oder der Loggia – fast im Freien. Nun ist das witterungsbedingt wieder möglich, aber damit häufen sich auch entsprechende Streitfälle.

mehr ...

Investmentfonds

Aktienrückkäufe im Höhenflug

Immer mehr Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. 2018 war für die so genannten Share Buybacks ein Rekordjahr, doch vieles spricht für neue Höchstmarken in diesem Jahr. Ein Gastbeitrag von Benjardin Gärtner, Union Investment

mehr ...

Berater

Rente mit 67: Für viele Deutsche steigt das Armutsrisiko

Höhere Altersgrenzen bei der Rente bedeuten nicht unbedingt späteren Erwerbsaustritt. Sollte der Arbeitsmarktboom nicht anhalten, drohen insbesondere Menschen mit geringer Bildung, prekärer Beschäftigung und niedriger Gesundheit große sozialpolitische Risiken. Warum die Politik jetzt handeln muss.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Eines der besten Quartale unserer Unternehmenshistorie”

Solvium Capital hat die Vermögensanlage Wechselkoffer Euro Select 5 vorzeitig geschlossen und auch das Angebot Wechselkoffer Euro Select 6 steht kurz vor Schließung. Das Nachfolgeangebot und ein weiteres Konzept sollen in den nächsten Wochen folgen.

mehr ...

Recht

Rente unter Palmen – das müssen Sie wissen

Immer mehr Ruheständler entscheiden sich dafür, ihren Lebensabend jenseits der deutschen Grenzen zu genießen. Was zu beachten ist, damit man im Ruhestandsparadies auch auf die Rente aus Deutschland zugreifen kann.

mehr ...