Kundenkarussell bei Banken nimmt Fahrt auf

Die Wechsel- beziehungsweise Konto-Neueröffnungsbereitschaft bei Bankkunden ist derzeit groß. Dies bestätigt der aktuelle Finanzmonitor, bei dem Puls Marktforschung 1.000 repräsentativ ausgewählte deutsche Bankkunden ab 18 Jahren befragt hat.

KarussellDemnach haben in den letzten zwölf Monaten acht Prozent der Befragten eine Bankverbindung gekündigt. Weitere zehn Prozent planen dies für die nächsten zwölf Monate. Insgesamt ist also fast jeder fünfte deutsche Bankkunde im Zeitraum von nur zwei Jahren kündigungswillig. 2009 lag der im Finanzmonitor ermittelte Wert noch bei 16 Prozent. Noch deutlicher fällt laut der Befragung die Lust auf Konto-Neueröffnungen aus: Während 2009 insgesamt 22 Prozent angaben, in den letzten zwölf Monaten eine Bankverbindung eröffnet zu haben beziehungsweise in den nächsten zwölf Monaten eröffnen zu wollen, so sind dies 2010 schon 26 Prozent. „Der aufgeklärte Bankkunde sucht immer mehr nach attraktiven Angeboten und ist dabei immer wechselbereiter und somit illoyaler“, so Puls Geschäftsführer Konrad Weßner.

Welche Banken werden die Gewinner und welche die Verlierer sein?

Langfristig gesehen zeigt sich im Finanzmonitor ein deutlicher Trend: Kleinere flexiblere Banken speziell im Online-Bereich verzeichnen Kundenzuwächse während die klassischen Anbieter – allen voran die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken (VR-Institute) – Kunden verlieren.

Die Finanzkrise konnte diesen Trend nur kurzfristig unterbrechen. So verzeichnen ING Diba, Comdirect, DKB und Co. seit der ersten Erhebung 2008 jährlich stetige Kundenzuwächse, während die Sparkassen kontinuierlich verlieren. Die DKB hat ihre Kundenzahl von 205.000 im Jahre 2005 auf aktuell über zwei Millionen gar verzehnfacht.

Die Prognosen weisen in die gleiche Richtung: Zwar liegen beim sogenannten „Relevant Set“ der erwogenen Bankverbindungen die Sparkassen (45 Prozent) und VR-Banken (26 Prozent) vorne, aber inzwischen rangiert die ING Diba mit 19 Prozent fast gleichauf mit der Postbank (21 Prozent) und der Deutschen Bank (19 Prozent). Neun Prozent haben die DKB im Relevant Set (2009 noch fünf Prozent). „Es bleibt abzuwarten ob und wie die klassischen Anbieter zukünftig reagieren oder vielleicht sogar selbst agieren.“ so Weßner. (te)

Foto: Shutterstock

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