Anzeige
Anzeige
11. Februar 2011, 14:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Regulierung: Anlegerschutzgesetz passiert Bundestag

Die Politik will das Ende der Falschberatung einläuten und billigt die Koalitions-Pläne. Das Beraterregister wird gegen lautstarke Proteste der Banken eingeführt. Zudem soll der Beipackzettel künftig Pflicht werden. Auch die Regulierung des freien Vertriebs nimmt offenbar Fahrt auf.

Bundestag-Teaser in Regulierung: Anlegerschutzgesetz passiert Bundestag

Die seit Monaten diskutierten Pläne der Koalition aus CDU/CSU und FDP billigte der Bundestag heute und folgt damit einer Beschlussempfehlung des Finanzausschusses.

Danach müssen unter anderem alle Mitarbeiter in der Anlageberatung künftig bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin registriert werden, mit dem Ziel die in der Vergangenheit beobachtete Fehlentwicklungen in der Anlageberatung einzudämmen. Bei Falschberatung und fehlenden Informationen über Provisionen soll die Bafin künftig Bußgelder verhängen dürfen. Anleger müssen zudem besser über Finanzprodukte informiert werden. Die geplanten Regelungen gelten jedoch nicht für freie Anlageberater.

Nach dem jetzt beschlossenen Anlegerschutzgesetz, das noch den Bundesrat passieren muss, werden Geldinstitute dazu verpflichtet, den Verbrauchern künftig auch einen Beipackzettel zu jedem Anlageprodukt mitzugeben. Darin sollen wichtige Informationen wie Risiken, Erträge und Kosten kurz und verständlich beschrieben werden. Das Anlegerschutzgesetz enthält zudem eine Verordnungsermächtigung, mit der weitere Details geregelt werden können. Die Kontrolle durch die Bundesfinanzaufsicht soll die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und die Vergleichbarkeit der Beipackzettel sicherstellen.

Mit dem vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes „wird der Schutz von Bankkunden deutlich erhöht“, erklärte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. „Die gesetzliche Regelung ist eine Konsequenz aus dem Verhalten der Finanzbranche, die den Verbrauchern die einheitlichen Beipackzettel nicht freiwillig zur Verfügung gestellt hat“, so Aigner. Mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Produktinformationsblatt setze man einen neuen Standard in der Finanzberatung.

Sie kündigte zudem an, dass die Bundesregierung mit dem Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagenrechts in diesem Monat ein weiteres Gesetz vorlegen werde, dass ein Produktinformationsblatt auch für die Produkte des sogenannten grauen Kapitalmarktes vorschreibt. „Ich möchte, dass es künftig für alle Vermögensanlagen vergleichbare Standards gibt. Dies soll sowohl für die Produkte selbst wie auch für deren Vermittler gelten“, sagte die Bundesministerin.

Vermittler des grauen Kapitalmarktes müssten sich demnach auf deutlich strengere Anforderungen einstellen. Die Berufsqualifikation aller Vermittler und einheitliche Beratungsstandards sollen Verbraucher besser vor Falschberatung und Vermögensschäden schützen, so Aigner. (ks)

Foto: Bundestag/Lichtblick/Achim Melde

Anzeige

1 Kommentar

  1. […] cash-online.de […]

    Pingback von 8315 - Strengere Regeln für Bankberater – tagesschau.de - newerapublications.de — 12. Februar 2011 @ 10:03

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Betriebsrente: Garantieverbot kommt

Die Bundesregierung hat die Reform der Betriebsrente beschlossen. CDU, CSU und SPD einigten sich auf eine Neuregelung der betrieblichen Altersvorsorge. Der Bundestag soll dem Gesetzentwurf bereits am 1. Juni zustimmen.

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilienpreise steigen in allen Segmenten

Die Immobilienmärkte sind unruhig in den letzten Monaten. Nach sinkenden Preisen im März verteuerten sich Wohnimmobilien im April wieder. Dr. Thilo Wiegand von Europace erklärt, warum die Preise langfristig nicht nachgeben.

mehr ...

Investmentfonds

“Gold kann zum Werterhalt eines Portfolios beitragen”

Sowohl ein direktes als auch ein indirektes Investment in Rohstoffe ist empfehlenswert, sagt Peter Königbauer, Head of Real Assets bei Pioneer Investments. Er sprach mit Cash. über die Entwicklung des Goldpreises und die Auswahl von Einzeltiteln.

mehr ...

Berater

Schenkungsvertrag: Rückforderungsrecht als Reißleine

Geschenktes darf man nicht zurückverlangen? Das sieht der Gesetzgeber bei Schenkungsverträgen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge anders. Mit einer pfiffigen Vertragsgestaltung kann der Unternehmer jederzeit die “Reißleine” ziehen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bürgerenergie-Projekte dominieren erste Windkraft-Ausschreibung

Die Konsequenzen der aktuellen Ergebnisse der ersten Ausschreibung für Onshore-Windparks sind mehr Wettbewerb, hohe Unsicherheit und weniger Investitionsobjekte. Kommentar von Thomas Seibel, Geschäftsführer der re:cap global investors ag

mehr ...

Recht

Möblierte Wohnungen: Checkliste für Vermieter

Möblierte Wohnungen auf Zeit mieten zu können ist für Mieter und Vermieter praktisch. Auch wenn Mieter und Vermieter in der Regel Privatpersonen sind, müssen sie einige wichtige Punkte beachten. Der Immobilienverband IVD hat eine Checkliste erstellt.

mehr ...