2. Mai 2012, 16:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Frauen sind Vorsorgemuffel

Obwohl Frauen stärker von Altersarmut bedroht sind, kümmern sie sich deutlich weniger um ihre Altersvorsorge als Männer. Cash. hat mit Finanzberaterinnen, die sich auf die Beratung von Frauen spezialisiert haben, über die weibliche Vorsorgemüdigkeit gesprochen.
Helma-Sick-127x150 in Frauen sind Vorsorgemuffel
Helma Sick, Frau & Geld

Zahlreichen Studien zufolge setzen sich Frauen deutlich weniger mit Geld- und Finanzthemen auseinander als Männer. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Comdirect Bank aus dem letzten Jahr geben nur 44 Prozent der Frauen an, sich gerne mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen, bei den Männern sind es immerhin 61 Prozent. Außerdem ergreifen Frauen demnach bei Anlageentscheidungen seltener die Initiative als Männer. Mehr als jede vierte Frau (27 Prozent) gibt an, Entscheidungen zur Geldanlage anderen zu überlassen oder abzuwarten (Männer: 20 Prozent).

Gleichzeitig sind besonders Frauen von Altersarmut bedroht, da sie vermehrt in Teilzeit oder geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten. Wie viele finanzielle Mittel im Alter zur Verfügung stehen, wird von vielen Faktoren beeinflusst. So drohen auch Frauen, die nicht einem Minijob nachgehen, geringe Alterseinkünfte. Weibliche Erwebsbiografien sind häufig von so genannten Brüchen geprägt, die aus dem klassischen, weiblichen Rollenbild resultieren. Denn wenn sich Frauen für Kinder entscheiden, bedeutet das in den meisten Fällen neben einem Verdienstausfall während der Kinderauszeiten auch Teilzeitbeschäftigung sowie den Verzicht auf Karrierechancen und daraus resultiereund eine geringere Rente. Die höhere Lebenserwartung von Frauen führt zu einer weiteren Verschärfung des Vorsorgeproblems.

Laut einer Studie der R+V Versicherung investieren 40 Prozent der Frauen weniger als 50 Euro monatlich in ihre private Rente, 20 Prozent von ihnen gar nichts. Doch woher kommt diese mangelnde Bereitschaft zur Vorsorge? Für Finanzexpertinnen, die täglich mit Kundinnen über das Thema Altersvorsorge sprechen, wurzelt die weibliche Unlust sich mit Finanzen auseinanderzusetzen in der bestehenden Gesellschaftsstruktur.

Helma Sick, Gründerin der Finanzberatung Frau & Geld in München, glaubt das weibliche Desinteresse sei vor allem historisch begründet. Demnach verfügen Frauen erst seit 30 – 40 Jahren über Erfahrung im strategischen Umgang mit Geld. Denn bis in die 50er Jahre hinein sei Vermögen, das Frauen in die Ehe mit brachten, der Verwaltung ihres Mannes unterstellt gewesen. Nicht einmal ein Bankkonto habe eine Frau ohne Zustimmung ihres Mannes eröffnen können.

Seite zwei: Warum Frauen nicht vorsorgen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherer europaweit unter Druck

Der Stoxx Europe 600 Insurance mit den Versicherungswerten ist am Freitag mit einem Abschlag von drei Prozent mit weitem Abstand schwächster Sektor in Europa gewesen. Auch im Dax lagen Allianz und Munich Re mit minus 1,5 Prozent am Ende.

mehr ...

Immobilien

Wohnungspolitik in Zeiten der Corona-Krise weltweit: Herausforderungen und Lösungen

Die Corona-Pandemie, die im Dezember 2019 ihren Anfang nahm und sich derzeit weltweit rasch ausbreitet, wirkt sich auf die Wirtschaft und damit auch auf den Immobilienmarkt spürbar aus. Private MieterInnen sind betroffen, wenn sie wegen der Eindämmungsbestimmungen kein oder deutlich weniger Einkommen beziehen. Erste Vorschläge und staatliche Maßnahmen zielen darauf ab, den gewerblichen und privaten MieterInnen und WohnimmobilienbesitzerInnen in diesen schwierigen Zeiten möglichst unbürokratisch zu helfen. Welche Regierung was beschlossen hat oder plant, stellt das DIW Berlin vor.

mehr ...

Investmentfonds

Coronakrise: “Gesundheit und stabile Wirtschaft schließen sich nicht aus”

Die geltenden Beschränkungen in Gesellschaft und Wirtschaft allmählich zu lockern und dabei die medizinische Versorgung der gesamten Bevölkerung zu sichern – dafür plädiert jetzt eine interdisziplinäre Gruppe renommierter Wissenschaftler. In ihrem Positionspapier zeigen die Forscher um ifo-Präsident Clemens Fuest und Martin Lohse, Präsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, Wege zu diesem Ziel auf.

mehr ...

Berater

DIN-Norm 77230: Prüfungen jetzt online möglich

Wegen der Coronakrise bietet das Defino Institut für Finanznorm Prüfungen für die Zertifizierung zum “Spezialisten für die private Finanzanalyse – DIN 77230” ab sofort auch im Online-Verfahren an.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT schließt institutionellen US-Fonds und investiert erneut in Boston

Die BVT Unternehmensgruppe, München, hat über ihre Kapitalverwaltungsgesellschaft Derigo für den von ihr verwalteten geschlossenen Spezialfonds BVT Residential USA 12 die dritte Investition vorgenommen. Ein Nachfolge-Spezialfonds ist geplant.

mehr ...

Recht

Neuer Mieterschutz in Kraft: Wie Sie durch die Krise kommen

Ab heute gilt für Mieterinnen und Mieter, die durch finanzielle Einschnitte in besonderem Maße von der Corona-Krise betroffen sind, ein erweiterter Kündigungsschutz. Es ist aber für Betroffene laut GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen weitere Unterstützung nötig.

mehr ...