5. Januar 2013, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Ost-West-Gefälle bei privater Altersvorsorge

Während die Menschen im Westen, die privat vorsorgen, durchschnittlich 196 Euro im Monat dafür investieren, legen die Bürger im Osten nur 141 Euro für die Altersvorsorge zurück, so eine Studie des Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank.

Private Altersvorsorge

Laut Postbank sind die Ausgaben für die private Altersvorsorge sowohl in West- als auch in Ostdeutschland in den letzten drei Jahren deutlich gesunken. So investierten die Westdeutschen 2009 noch 220 Euro monatlich und die Ostdeutschen 163 Euro.

Deutlicher Unterschied zwischen „Ist“ und „Soll“

Deutlich höher sei der monatliche Beitrag, den die Befragten selbst für nötig halten, um im Alter gut leben zu können. Hier geben die Berufstätigen in Ostdeutschland 255 Euro pro Monat an und die im Westen 272 Euro.

Das Soll liegt in den neuen Bundesländern damit um mehr als die Hälfte über den faktischen Aufwendungen. Im alten Bundesgebiet beträgt die Differenz zwischen „Ist“ und „Soll“ hingegen knapp ein Drittel.

Über 40 Prozent der Deutschen wollen Vorsorge nicht ausbauen

38 Prozent der Befragten im Osten gehen sogar ausdrücklich davon aus, dass sie im Ruhestand kein Geld aus einer privaten Altersvorsorge erhalten werden. Im Westen befürchten dies 30 Prozent.

Dennoch wollen laut Umfrage 43 Prozent der Ostdeutschen ihre Investitionen nicht ausbauen. In den westlichen Bundesländern liegt der Wert mit 41 Prozent etwas niedriger.

Einfluss von Arbeitslosigkeit und Einkommensunterschieden

„Hier spiegeln sich die nach wie vor höhere Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern und die Einkommensunterschiede zwischen Ost und West wider“, erklärt Stefan Weinert von der Postbank.

So lag 2011 die Arbeitslosenquote in Westdeutschland laut Bundesagentur für Arbeit bei sechs Prozent, in Ostdeutschland dagegen bei 11,3 Prozent. Das durchschnittliche Jahreseinkommen West betrug 30.268 Euro, im Osten lediglich 26.484 Euro.

Zum Vergrößern auf die Grafik klicken

Private Altersvorsorge

Quelle: Postbank / Institut für Demoskopie Allensbach

Auch der zunehmende Trend zu Teilzeitbeschäftigungen und Minijobs fordere seinen Tribut – besonders in Ostdeutschland. „Je kleiner der finanzielle Spielraum, desto geringer die Motivation, etwas zur Seite zu legen, um für die Zukunft zu sparen – ein Teufelskreis“, so Weinert. „Denn gerade die Niedrigverdienenden sind ohne private Vorsorge besonders von Altersarmut bedroht.“

Die Postbank-Studie „Altersvorsorge in Deutschland“ ist in diesem Jahr zum zehnten Mal in Folge seit 2003 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach erstellt worden. Bei dieser repräsentativen Umfrage wurden 1.642 in Deutschland lebende Bürger ab 16 Jahre befragt. (jb)

 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kfz-Versicherung: Preiswettbewerb zeigt sich auch bei Kosten für Werbung bei Google

Der Preiskampf der Kfz-Versicherer zur Wechselsaison macht sich bereits bemerkbar: Verbraucher zahlen aktuell im Schnitt 301 Euro für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Das sind 13 Prozent weniger als im August (346 Euro). Wo sich der Preiswettbewerb noch zeigt.

mehr ...

Immobilien

KanAm-Fonds kauft erstmals in Dublin

Der offene Immobilienfonds Leading Cities Invest der KanAm Grund Group ist jetzt auch in der irischen Hauptstadt Dublin präsent. Er erwarb das voll vermietete Wythe Building in der Cuffe Street. Der Fonds wurde wieder geöffnet. 

mehr ...

Investmentfonds

Apo Bank bringt Healthcare-Fonds mit Fokus Schwellenländern

Die apoAsset, die Fondstochter der Deutschen Apotheker- und Ärztebank und der Deutschen Ärzteversicherung, hat einen neuen Aktienfonds für institutionelle Anleger aufgelegt.

mehr ...

Berater

Perspectivum setzt auf DIN-Norm

Die Perspectivum GmbH aus Grevenbroich bietet ab sofort Qualifizierungsmaßnahmen für die korrekte Umsetzung der DIN-Norm 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” an. Die Maßnahmen werden durch eine Prüfung und Zertifizierung durch das Defino Institut für Finanznorm abgeschlossen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Lichtmiete schließt LED-Direktinvestment

Das Direkt-Investitions-Programm „LichtmieteEnergieEffizienz A+“ der Deutschen Lichtmiete wurde mit einer Platzierungssumme von über 27,5 Millionen Euro geschlossen. Auch die Gesamtzahl der bisherigen Anleger in dem Konzept ist beachtlich.

mehr ...

Recht

Wohnrecht in Härtefällen: Können Mieter pauschal unkündbar werden?

Deutschland ist ein Land der Mieter, nur knapp 48 Prozent der Haushalte verfügen über Hausbeziehungsweise Grundbesitz. Durch den demografischen Wandel gibt es deshalb inzwischen viele Mietwohnungen, die von Menschen jenseits der 70 bewohnt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat
in seinen Urteilen vom 22. Mai 2019 nun entschieden, ob ein Mieter ab einem gewissen Alter unkündbar wird und wie Härtefelle bei Kündigungen generell zu behandeln sind (Az: VIII ZR 180/18, VIII ZR 167/17).

mehr ...