26. Juni 2013, 11:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bankberatung: Mängel bei Beratungsprotokollen

Banken kommen ihrer Transparenzpflicht nach wie vor nicht vollständig nach, so eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) zur Bankberatung. Auch bei der Bedarfsanalyse besteht demnach noch Luft nach oben.

Bankberatung: Mängel bei BeratungsprotokollenZwar verbesserte sich der Studie zufolge die Quote der Bankberatungen, in denen ein Protokoll ausgestellt wurde, im Vergleich zum Vorjahr leicht, dennoch wurden die gesetzlichen Vorgaben in jedem sechsten Gespräch nicht erfüllt.

Zudem verlangten die Institute demnach in knapp 30 Prozent der Fälle auf den Beratungsprotokollen oder einem Zusatzblatt eine Unterschrift des Kunden.

“Diese Unterschrift ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen und unter für Verbraucher negativ einzuordnen, da damit die Position des Kunden im Streitfall geschwächt werden kann”, erläutert Markus Hamer, Geschäftsführer des DISQ.

Leichte Verbesserung der Beratungsqualität

Insgesamt erzielten die Institute laut DISQ bei den Bankberatungen ein gutes Ergebnis und verbesserten sich im Vergleich zum Vorjahr leicht. Sie überzeugten demnach vor allem durch ihre freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter, die den Testkunden Informationen in den Beratungsgesprächen meist verständlich vermitteln konnten. Auch das äußere Umfeld der Filialen sowie die Beratungs- und Raumatmosphäre wurden laut der Studie grundsätzlich positiv bewertet.

Ähnlich wie im Vorjahr erfassten die Berater die Bedürfnisse ihrer Kunden in den Bankberatungen allerdings nur in befriedigendem Maße, so das DISQ. Vor allem bei der Analyse der finanziellen Situation und der Wünsche der Kunden offenbarten die Institute demnach Verbesserungsbedarf. So fragten die Mitarbeiter deutlich weniger nach weiteren Einkünften, laufenden Darlehen, Vorsorgeaufwendungen oder den Zukunftsplänen der Testkunden als im Vorjahr.

Sparda-Bank Berlin ist Testsieger

Die Sparda-Bank Berlin erreichte in allen getesteten Bereichen sehr gute Resultate und wurde damit “Testsieger Beratung Geldanlage 2013”. Die Mitarbeiter berieten laut DISQ die Testkunden individuell und analysierten deren Anliegen sehr gut, sodass diese überdurchschnittlich oft zu einem Vertragsabschluss bereit waren. Die Beratungsunterlagen waren demnach gut strukturiert und von hoher Qualität.

Die Sparda-Bank München belegte Platz zwei und bot die beste Filial-Beratung. Die Bankmitarbeiter waren der Studie zufolge motiviert und erfragten ausführlich die Lebenssituation der Anleger. Der Umgang mit dem Beratungsprotokoll war demnach souverän und sicher.

Zum Vergrößern auf die Grafik klicken

Bankberatung: Mängel bei Beratungsprotokollen

Quelle: DISQ

Den dritten Rang erzielte die Hamburger Volksbank, deren Filialmitarbeiter besonders kommunikationsstark waren. Sie überzeugten durch ihr Einfühlungsvermögen und ihre Fähigkeit, eine gute Gesprächsatmosphäre zu schaffen, so das DISQ. Die Hypo-Vereinsbank belegte Rang eins in der überregionalen Wertung. Das Kreditinstitut punktete demnach vor allem mit den besten Angebotsunterlagen im Vergleich.

Das DISQ untersuchte im Auftrag des Nachrichtensenders N-TV von April bis Mai 2013 15 Kreditinstitute mit Filialgeschäft. Die Beratungsleistung in 150 Fällen vor Ort sowie die dabei ausgehändigten Unterlagen wurden umfassend analysiert. Im Fokus stand neben der Qualität der Beratungen auch die Anfertigung des Beratungsprotokolls. (jb)

 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

bAV-Reform: Garantieverzicht – die einzige Möglichkeit auf realen Zugewinn

Das Niedrigzinsniveau dürfte durch die Coronakrise und die Geldpolitik der EZB für das gesamte Jahrzehnt zementiert sein. Vor dem Hintergrund wird auch für die betriebliche Altersvorsorgung die Möglichkeit eines vollständigen Garantieverzichts diskutiert. Wie eine bAV-Reform aussehen müsste. Von Dr. Friedemann Lucius, Vorstandsvorsitzender des Instituts der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung (IVS).

mehr ...

Immobilien

Marc Drießen startet mit Bloxxter erste Token-Emission

Das Hamburger Start-Up Bloxxter kündigt den Start seines ersten Projekts „Städtisches Kaufhaus und Reclam-Carrée Leipzig“ an. Die Emission hat ein beachtliches Volumen und erfolgt rein digital, soll aber auch freie Finanzvermittler einbinden. Dahinter steht ein bekanntes Gesicht in der Sachwertbranche.

mehr ...

Investmentfonds

Wie Privatanleger vom Boom bei Homeoffice profitieren können

Die globale Multi-Asset-Investitionsplattform eToro startet ein neues Portfolio, das Privatanlegern ermöglichen soll, in eine Reihe von Unternehmen zu investieren, die wesentlich vom Boom “Remote Work”, also dem Arbeiten von zu Hause, profitieren.

mehr ...

Berater

Rekrutierung: “Am unternehmerischen Erfolg partizipieren”

Cash.-Interview mit Alexander Lehmann, Vorstand für Marketing und Vertrieb beim Maklerpool Fondskonzept, über erfolgreiche Methoden und Strategien bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften.

mehr ...

Sachwertanlagen

LHI Gruppe erwirbt ersten Solarpark in Dänemark

Für einen seiner Investmentfonds für Institutionelle Investoren, hat der Asset Manager LHI aus Pullach i. Isartal im Norden Jütlands, etwa drei Kilometer vor der Küste, einen Solarpark vom Entwickler European Energy A/S erworben.

mehr ...

Recht

Weiterbildungspflicht – ohne Ausreden!

Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Maklerin in Franken absolvierte Weiterbildungszeiten nachweisen muss. Dieser hatte versucht, sich u.a. wegen eines abgeschlossenen zweiten juristischen Staatsexamens dagegen zu wehren. Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Ein Beitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...